Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Cordula Steidle am 19. September 2011
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Freizeit und Sport

Öffentliche Toiletten auf Spielplätzen

Lieber Herr Ude,

etwa vor zwei Jahren habe ich das erste Mal nach meiner eigenen Spielplatz-Ära, bedingt durch meinen Sohn, wieder Spielplätze aus meiner Kindheit besucht. Ich habe mich darüber gewundert, dass es in der Nähe von Gebüschen und Bäumen nach Ausscheidungen riecht und mich gefragt, was für eine Kinderstube die Mütter durchlaufen haben, die ihre Kinder überall ihr Geschäftchen verrichten lassen.

Jetzt, zwei Jahre später, hat bei meinem Sohn die Sauberkeitserziehung begonnen und ich muss feststellen, dass auch mir gar nichts anderes übrig bleibt, denn es gibt - im Gegensatz zu früher - keine öffentlichen Toiletten auf den Spielplätzen od. im näheren Umkreis (z. B. Hypopark in der Elsässer Straße). Auf "gut bayerisch" sind wir Mütter gezwungen, unsere Kinder zu "Wildbrunzern" zu erziehen, was ich eigentlich kategorisch ablehne.

Nur am Rande sei auch erwähnt, dass ich es schade finde, dass es am Hypopark in der Elsässer Straße kein Kiosk mehr gibt.

Nun meine Frage an Sie, Herr Ude: wie soll ich als Mutter mit dieser Problematik umgehen?

Mit freundlichen Grüßen
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Antwort
von Christian Ude am 17. Januar 2012
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Steidle,

die Bereitstellung von sauberen öffentlichen Toiletten ist leider ein Dauerthema, obwohl München mit derzeit 120 öffentlichen Toiletten wesentlich besser versorgt ist als andere deutsche Großstädte. Leider sind diese Anlagen im Unterhalt so teuer, dass die Stadt gezwungen sein wird, weniger frequentierte Anlagen zu schließen, um mit dem so eingesparten Geld die verbleibenden Örtlichkeiten in einem akzeptablen Zustand zur Verfügung stellen zu können.


In den städtischen Grünanlagen sind fest installierten WC-Anlagen als Altbestand und nur in großen, bedeutenden und besonders ausgestatteten städtischen Parks und Anlagen (so im Westpark, Ostpark, Hirschgarten und Flaucher) sowie in den Freibadegeländen vorhanden. 
In den Sommermonaten stellt das Baureferat-Gartenbau zudem in stark frequentierten Anlagen Mobiltoiletten auf. Die überwiegende Zahl der öffentlichen Spielplätze in den Grünanlagen dient der Spielflächenversorgung in der Nähe des Wohnortes, so dass die nächstgelegene Toilettenmöglichkeit in der Regel nicht zu weit entfernt sein sollte.


Die Erfahrung mit Kiosken in den Grünanlagen hat in der Vergangenheit gezeigt, dass diese auf Dauer nicht wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden konnten. Gründe dafür mögen an erster Stelle in der unregelmäßigen, wetterabhängigen Kundenfrequenz zu suchen sein. Zusätzlich muss das Baureferat-Gartenbau im Einzugsbereich von Spielplätzen auf ein Verbot des Verkaufs alkoholischer Getränke bestehen, was wegen der Verstöße immer wieder Konflikte mit den Pächtern nach sich zog.

Mit freundlichen Grüßen