Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Reinhard Dietrich am 20. Mai 2009
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Gesellschaft und Soziales

Obdachloser am Sendlinger-Torplatz

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude!

Warum wird nicht geholfen?

Am Sendlinger Torplatz lebt und wohnt ein MENSCH auf einer Metallbank! Dieses Bild beschäftigt mich schon seit Wochen. Und immer wenn ich die Buslinie 152 Richtung Implerstrasse fahre, muß ich zwangsläufig am Sendlinger Torplatz stehen bleiben und die Abfahrtszeit abwarten. Dann sehe ich diesen armen ,verwahrlosten' Obdachlosen, der die Sitzbank zu seinem zu Hause umgebaut hat und seit Monaten hier wohnt, schläft oder dahinvegitiert. Die vorbeigehenden Menschen bleiben eine Weile staunend vor diesem Haufen Elend stehen, schütteln ungläubig den Kopf, weil sie so etwas nicht verstehen, dass die Stadt München, das Ordnungsamt, soziale Einrichtungen, Polizei, Politiker oder andere wichtige Personen so etwas zulassen!

Danach gehen diese staunenden Bürger hilf- und ratlos weiter. Für mich stellt sich da die Frage, warum dagegen nichts unternommen wird, um diesen Menschen irgendwie zu helfen. Dafür sind doch bestimmt auch Gelder vorgesehen?

Dieses Bild ist nicht gerade sozial und erträglich für Menschen mit Herz und Gefühl. Und für München ein nicht gerade positiver Aspekt bzw. Werbung für eine Weltstadt.
Da haben es aber die Tiere im Tierpark-Hellabrunn schon viel besser.

Hiermit, mit dieser Aktion, versuche ich irgendwie diesen Menschen der tagaus und tagein auf einer harten Metallbank schläft und sein armseliges Leben verbringt und vielleicht auch nur sehnsüchtig auf eine Hilfe oder Erlösung wartet, zu helfen.

Mir fällt es sehr schwer, soetwas zu verstehen oder auch zu akzeptieren!

Hochachtungsvoll

Reinhard Dietrich

+26

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Antwort
von Christian Ude am 26. Juni 2009
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Dietrich,

dankenswerterweise haben Sie von Ihren Beobachtungen über einen wohnungslosen Mann am Sendlinger-Tor-Platz berichtet. Ich kann Ihnen versichern, dass hier in München für jeden Menschen, der von Wohnungslosigkeit betroffen ist, eine geeignete Unterbringungsform zur Verfügung steht. Das schließt auch die ganz kurzfristige Versorgung mit Bettplätzen für die Nacht ein. Niemand, der das nicht will, muss in unserer Stadt auf der Straße leben.

Darüber hinaus gibt es eine gut ausgebaute Straßensozialarbeit, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohnungslose Männer und Frauen an ihren Aufenthaltsorten aufsuchen und sie dabei unterstützen, wenn sie das vorhandene Hilfesystem für Wohnungslose nutzen wollen.

Nach Rücksprache mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Teestube „komm“/Streetwork hat sich herausgestellt, dass dieser Mann dort bekannt ist und ihm von den Kolleginnen und Kollegen bereits seit einiger Zeit Hilfen angeboten und Unterbringungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Allerdings werden diese Angebote nicht von jedem gleich gut angenommen. Dies hängt oft von persönlichen Eigenheiten oder Erfahrungen ab.

Leider können wir in diesem speziellen Fall nicht mehr tun, als Hilfe anzubieten. Ich danke Ihnen aber für Ihre aufmerksame Nachfrage und Ihr Mitgefühl für die wohnungslosen Mitbürger in unserer Stadt.

Mit freundlichen Grüßen