Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Hanna Kröber am 20. Juni 2011
6825 Leser · 116 Stimmen (-13 / +103) · 3 Kommentare

Freizeit und Sport

Neue Hallenzeiten für Ballsport

Sehr geehrter Herr Ude,

ich würde Ihnen gern eine Frage stellen.

mein Name ist Hanna Kröber, ich bin 25 Jahre alt, berufstätig und spiele seit mindestens 18 Jahren Volleyball. Letzte Woche habe ich erfahren, dass am 29.06. der Stadtrat über eine neue Regelung über die Hallenbelegung von Mehrfachhallen abstimmen soll. Diese besagt im Wesentlichen, dass Ballsportarten wie Basketball, Handball oder Volleyball in Zukunft pro Mannschaft nur noch eine Einheit à 90 Minuten pro Woche zur Verfügung stehen soll. Lediglich Mannschaften ab Landesliga oder höher haben die Möglichkeit eine zusätzliche Trainingseinheit zu beantragen. Zunächst kann ich diese Entscheidung nicht verstehen, ich kann mir nicht vorstellen, wie sonst die Halle genutzt werden soll. Des Weiteren sind die Folgen schwerwiegend. Die meisten Mannschaften (meine eingeschlossen) können so die Saison nicht antreten, da man für den Aufbau und das Aufwärmen mindestens eine halbe Stunde braucht. So bliebe lediglich eine Stunde übrig, in dieser Zeit muss aber auch wieder abgebaut werden. Da unsere Gegner in unserer Liga aus dem Münchner Umland kommen, sind diese nicht betroffen und somit klar im Vorteil. Des Weiteren kann man unter diesen Bedingungen auch keine Jugendförderung mehr betreiben.
Wenn man bedenkt, dass sich München gerade als Sportstadt für die olympischen Winterspiele bewirbt, so schneidet man sich durch diese Neuregelung ins eigene Fleisch. Ich könnte es nicht vertreten mich als sportliche Stadt vor dem Olympiakomitee zu bewerben, gleichzeitig eine Großzahl der Sportler in der eigenen Stadt sehr zu verärgern, fast schon zu mobben und die Jugendarbeit in Ballsportbereich völlig zu zerstören. Gestern habe ich ein Plakat gesehen, dass der Freizeitsport München seit 50 jahren besteht, Sport gehört also zu München, es hat fast Tradition. Es wird auch kein neues AKW im Englischen Garten geplant, warum dann Diskriminierung im Ballsportbereich?

Ich freue mich über Ihre Antwort und verbleibe mit

freundlichen Grüßen
Hanna Kröber

+90

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Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Daniel Schumacher
    am 20. Juni 2011
    1.

    Ich kann mich diesem Einwand voll und ganz anschließen. Eine Erweiterung der Hallenöffnungszeiten scheint zudem eine halbwegs kostenneutrale Lösung zu sein. 21.30 Uhr ist für eine Großstadt, leicht übertrieben gesagt, "kurz nach Feierabend". Öffnen Sie die Hallen, so dass leidenschaftliche Sportler auch weiterhin in unserer Stadt ein Zuhause finden.

  2. Autor Simon Friederich
    am 20. Juni 2011
    2.

    Vielen Dank Hanna,

    ich kann mich dem nur anschließen. Deine Überlegung/Einwände bezüglich eines sinnvollen Trainings sind aus trainingspezifischer Sicht vollkommen gerechtfertigt. Um das zu verstehen brauch mal auch kein Sport studiert zu haben. Eine Verantwortungslosigkeit und ein Verletzungsrisiko.
    Zudem klagen viele Vereine über rückläufige Mitgliederzahlen, durch solche Beschlüsse wird dem nicht entgegengewirkt.

  3. Autor Uwe H. Erzinger
    am 23. Juni 2011
    3.

    Ebenfalls volle Unterstützung meinerseits.

    Das Zentrale Immobilienmanagement (ZIM) hat die Informationen an die Vereine in einem Schriftstückt datiert zum 31.05. herausgegeben (s. http://volleyball-muenchen.de). Mit dieser Plattform kann über einen Einspruch VORHER wohl nicht mehr gerechnet werden.

    Aber interessant wäre folgendes: Welche Beteiligten des Stadtrrates profitieren von dieser Art der Neuregelung?
    (Auf welche Schulen, bzw. in welche Vereine gehen die Kinder oder die Stadtratsmitglieder selbst? Wer erhält welche Förderung? Lobbyismus?)

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