Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Murat Soydan am 08. März 2013
8264 Leser · 258 Stimmen (-50 / +208) · 2 Kommentare

Bildung und Kultur

Naturschutzbehörde verweigert Kita Projekt

Sehr geehrter Herr Ude,

wir sind ein freier Träger für Kitas in München und streben eine Gründung einer Kita (Fokus Krippe) in Pasing an.

Kurze Beschreibung des Sachverhaltes:
Wir haben diesbezüglich eine Bauvoranfrage an die LBK gesendet, um baurechtlich relevante Punkte vorab zu klären. Die Anfrage befindet sich nun im fünften Monat und wir haben keine verbindliche Antwort auf unsere Bauvoranfrage erhalten.
Wir wurden mündlich sensibilisiert, dass die untere Naturschutzbehörde gegen dieses Vorhaben sei, da die Wurzeln eines Kastanienbaumes stark gefährdet werden würden. Natürlich haben wir mit unseren Lanschaftsarchitekten viele Varianten (Überbrückungen/Brücken etc. zum Wurzelschutz) entworfen, um schonend mit den Baumwurzeln umzugehen. Wir würden selbstverständlich auch Ersatz o.ä. schaffen wollen.

Meine Frage:
Wir sehen ein und finden es beachtlich, dass der Naturschutz dermaßen gut arbeitet und funktioniert.
Auf der anderen Seite versuchen wir auch unseren Beitrag für unsere Stadt/Bürger zu leisten, indem wir ca. 120 (notwendige) Kita-Plätze schaffen wollen.
Wie kann man in dieser Sache vorgehen, wenn die untere Naturschutzbehörde sich zu keinerlei Verhandlungen/Kompromisse bereit erklärt?
... einfach akzeptieren?

Schließlich sind die Absichten beider Parteien Gegenstand des öffentlichen Interesses, wenngleich die Gewichtung der jeweiligen Interessen noch offen im Raum stehen bzw. noch nicht beziffert worden sind.

Ich würde mich über Feedbacks/Meinungen/Anregungen u.ä. sehr freuen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

m.soydan

+158

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Antwort
von Christian Ude am 11. Juni 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Soydan,

Sie hatten sich mit Ihrem Anliegen auch direkt an die OB-Bürgerberatung im Münchner Rathaus gewandt und von mir bereits über diesen Weg am 03.06.2013 eine Antwort erhalten, aus der ich im Folgenden zitieren darf:

„Ich freue mich sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass die von Ihnen geplante Einrichtung hinsichtlich der Nutzungsart positiv beurteilt und der beantragte Vorbescheid mittlerweile durch das Referat für Stadtplanung und Bauordnung auch entsprechend erteilt worden ist.

Die von Ihnen vorgesehene Erschließung über die Planegger Straße konnte aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht hingenommen werden, weil diese komplett im Landschaftsschutzgebiet liegt und dadurch wertvoller und erhaltenswerter Baumbestand gefährdet würde. Dabei war vor allem zu berücksichtigen, dass bereits eine bestehende Erschließung über die Engelbertstraße vorhanden ist.

Im Ergebnis lässt sich Ihr Vorhaben auf Basis der bisherigen Erschließungssituation trotzdem realisieren.“

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Trinitis Carsten
    am 06. April 2013
    1.

    Angesichts der Tatsache, daß in der Stadt massiv entgrünt wird, halte ich es nicht für besonders kinderfreundlich, ihnen eine Stadt ohne Bäume zu hinterlassen. Für uns gab es als Kinder nichts Schöneres als alre Kastanienbäume, und wir wären sehr sehr traurig gewesen, wenn man diese gefällt hätte. Insofern denke ich, daß es im Interesse der Kinder ist hier ENDLICH einmal dem Baumschutz Vorrang zu geben, denn sonst wird diese Stadt nicht mehr das sein, was sie so liebenswert macht, wenn unsere Kinder einmal erwachsen sind.

  2. Autor Mark Seeger-Kelbe
    am 16. April 2013
    2.

    Man wundert sich vor allem, wie beugsam das Recht scheinbar ist, wenn im Fall des beabsichtigten Baus einer Kita ein Bauverbot empfohlen wird, mit Verweis auf die mögliche Wurzelschädigung EINES Baums; während im Fall der Schaffung von schnöden KfZ-Stellplätzen (am Josephsplatz – die nun wirklich nicht dringender benötigt werden als Kita-Plätze) die Rodung gleich mehrer alter Bäume von der selben Behörde offensichtlich „durch gewunken wird“ (vgl. meine Anfrage in diesem Portal).
    Da kommt man als normaler Bürger nicht umhin, den Eindruck zu gewinnen.,dass in dieser Stadt mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Die Stadt scheint bei ihren eigenen Bauvorhaben die aufgestellten Baumschutz-Regeln recht lax auszulegen, während jede Privatperson sich strengstens an die Verordnung halten muss.
    Konkrete Handlungsempfehlung in ihrem Fall: Termin bei der Behörde ausmachen, persönlich vorbeischauen und erfragen, was genau an der Planung geändert werden müsste.

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