Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Ruth Riesinger am 19. Dezember 2013
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Mobilität und Verkehr

Nach Tod von 14-jährigem Jungen an der Potsdamer Strasse: Sichtbehinderungen an Haltestellen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Christian Ude,
ich habe 2 Punkte, auf die ich gerne eine Antwort wüsste.

Punkt 1:
Ein 14-jähriger Freund meiner Tochter ist durch einen Verkehrsunfall gestorben. Um den Bus noch zu erwischen, ist Liam einfach über die Strasse gerannt und wurde von einem Auto erfasst. Nun ist er tot. Das Bild von der Haltestelle (s. Anhang) ansehend, muss ich sagen, dass mir das Werbeplakat an der Haltestelle SEHR aufgestossen ist. Es ist eine u. U. lebensgefährliche Sehbarriere! Sollte der Junge am linken Ende des Haltestellenhäuschen gestanden und den Bus erspäht haben, so konnte er nicht sehen, was sich hinter dem Plakat tat. Man könnte argumentieren, dass man eben besonders gut schauen und vorsichtig sein muss, wenn so ein Plakat, das die Sicht auf den Verkehr nimmt, angebracht ist. Kinder sind aber nicht wie Erwachsene! Hätte Liam durch das Plakat sehen können, hätte er vielleicht das herannahende Auto, also eine Bewegung, gesehen und wäre nicht los gerannt, würde also noch leben!
Ich bin der Meinung: Hohe Sichtbarrieren haben auf und neben den Strassen nichts verloren! Für unsere Kinder, die noch nicht so fit und trainiert sind auf der Strasse/im Verkehr wie Erwachsene mit Führerschein. Der Ernst diverser Situationen ist Kindern noch nicht so bewusst. Dass muss bei der Verkehrsplanung doch miteinfliessen, finde ich.

Auch in der Ungererstrasse, Ampel Dietlindenstrasse, vor der Tankstelle, ist ein grauer, grosser Lift neben der Strasse angebracht. AutofahrerInnen, die abbiegen wollen, können womöglich nicht (rechtzeitig) sehen, was sich hinter diesem "Steinbrocken", so nah an der Kreuzung, tut. Wenn ein Rennradler in hohem Tempo dahinter auf die Kreuzung zufährt, kann es gut sein, dass dieser überrollt wird, wenn ein Auto rechts um die Kurve fährt. Es geht ja um Sekundenbruchteile, und wir sind nur Menschen. Auch alte Menschen, die verzögert reagieren. Und Kinder, für die wir Erwachsenen mit aufpassen und mit Fehlern rechnen müssen. Kinder machen Fehler. Jedes Sicherheitsrisiko in Sachen Sichtbarriere gehörte aus dem Verkehr entfernt. Frage: Warum ist das nicht so?

Punkt 2:
Ein völlig inakzeptables Risiko besteht für die Kinder auch beim Radfahren. Sie sollen bereits im Alter von 10 Jahren auf der Strasse, nicht mehr auf den Gehwegen, radfahren. Diese weichen, verletzlichen Menschen, manchmal aufgeregt und nicht aufmerksam, sollen sich die Strassen mit den harten Autos teilen? Mit leicht dementen, etwas betrunken Fahrerinnen udn Fahrern, mit Menschen, die Sehprobleme und Wahrnehmungsausfälle aller Art haben können.
Warum ist das so?
Meine Kinder sollen nicht auf den Strassen radeln. Ich tue das auch nicht. Das ist doch viel zu gefährlich.! Schon der gesunde Menschenverstand vermittelt das.
Wieder: Wir sind nur Menschen! Fehler oder verzögertes Reaktionsvermögen eines Autofahrers können das Leben eines Kindes/Erwachsenen kosten! Auch Erwachsene sollten nicht gezwungen werden, zusammen mit den Autos die Fahrbahn teilen zu müssen.
Warum ist nicht auf jedem Gehweg ein schmaler Fahrradweg aufgezeichnet?
Ich rede nicht von Paragraphen sondern der Erhaltung des Lebens, der Gesundheit, und vom Verstand.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, ich freue mich auf Antworten aus Ihrem Büro.
Auch meine Kinder sind gespannt darauf!

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Ihre
Ruth Riesinger

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