Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor C. Ruppelt am 18. April 2012
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Mobilität und Verkehr

MVV oder der tägliche Kampf

Sehr geehrter Herr Ude,
ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in irgendeiner Weise Einfluss auf den folgenden Missstand nehmen könnten.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind pünktlich am Flughafen, haben eingecheckt, Ticket bezahlt, aber der Flug fällt aus und alle werden einfach auf die Folgemaschine gebucht, beim Einsteigen versuchen nun die doppelte Menge an Fahrgästen völlig chaotisch und drängelnd einen Platz zu ergattern, es wird aggressiv und dauert sehr lange. Um diejenigen, die draußen bleiben, wird sich gar nicht gekümmert. Diejenigen, die einen Platz erkämpft haben, müssen sich nun vom Kapitän beschimpfen lassen: warum das so lange dauert, so chaotisch ist, nun hätten die Fluggäste schuld an der Verspätung, …
Sie sagen undenkbar! aber es ist der tägliche Alltag eines MVV Kunden.
Ich besitze ein IsarCard Abo oder sagen wir vielleicht besser die tägliche Berechtigung jeden morgen an einem Feldversuch des MVV teilzunehmen mit dem Ziel herauszufinden: wie weit man gehen kann bei dem Spielchen Menschen, Fahrgäste, Kunden unter immer schlechteren
Bedingungen zu befördern, aber gleichzeitig die Fahrpreise ganz regelmäßig zu erhöhen.
Ich fahre seit Jahren täglich morgens zur mit der U6 vom Partnachplatz Richtung Innenstadt.
Und genau zu diesen Hauptverkehrszeiten fällt fast täglich ohne Begründung eine U-Bahn aus.
Die Konsequenz: eine bereits überfüllte Bahn fährt ein, Hunderte wartende Fahrgäste versuchen sich nun chaotisch und drängelnd in die Bahn zu zwängen, viele bleiben erfolglos, das Spiel wiederholt sich an jeder weiteren Haltestelle.
Wer es schafft positiv zu denken, sinniert über die Theorie des Darwinismus… für andere beginnt der Tag einfach mit völlig unnötigem Stress.
Aber das ist ja noch nicht genug, ist man „glücklich“ zwischen Ellenbogen und Rucksäcken mit viel Körperkontakt eingepfercht, dann scheint es für die Psyche der U-Bahnfahrer unerlässlich zu sein, nun seine Fahrgäste erst mal zu beschimpfen, als wenn wir schuld daran wären, dass es so voll ist, dass es dauert beim Einsteigen, dass mal eine Tür klemmt, dass man einfach auch noch „mit will“, weil man gelernt hat, dass die Bahn "die ja gleich hinten ansteht" genau das eben nicht tut und genauso voll und unfreundlich ist.
Vielleicht sollte man den MVV mal auf seine eigene Isarcard Werbung stoßen, da heißt es: „schont die Nerven, kein Stress, spart Zeit, …“
oder vielleicht sollte man die Marketingabteilung einfach schließen.
Am liebsten würde ich dem MVV schreiben „Meine Zahlung fällt diesen Monat leider aus, aber vielleicht kommt ja wieder eine im nächsten Monat“.
Aber vielmehr habe ich brav den MVV und weitere Münchener öffentliche Stellen über den Missstand informiert und werde den Zustand in den nächsten Monaten weiter beobachten, selbstverständlich behalte ich mir vor, meine IsarCard zum nächstmöglichen Termin zu kündigen.

mit freundlichen Grüßen
Christian Ruppelt

+73

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Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Lothar Volz
    am 18. April 2012
    1.

    T, ja....baut euch halt einen Transrapid und eine dritte und eine vierte und eine fünfte Startbahn, dann gibts solche Probleme nicht mehr! Aber ihr müsst den auch selber bezahlen! Bayern kann nicht für Alles bezahlen, was in München benötigt wird!

  2. Autor Jasmin S.
    am 28. April 2012
    2.

    Ich kann diesen Kampf nur bestätigen. Ich fahre ebenfalls täglich mit der U6 in die Stadt und muss oft bereits am Haderner Stern in eine volle U-Bahn einsteigen. Es ist in Ordnung, wenn es mal EINE technische Störung gibt, aber diese Ausfälle kommen leider viel zu häufig vor!
    Die darauffolgende Kuschelparty in den Wagons kann einem wortwörtlich den Atem rauben und wenn man dann auch noch ständig später ankommt, als man geplant hatte, vergeht einem die Lust auf das U-Bahn fahren.
    Ich bin Studentin und muss daher "nur" den Ausbildungstarif 2 bezahlen, aber selbst das erscheint mir oft viel zu teuer für diesen schlechten Service. Ich finde es auch traurig, dass man hier in München die Fahrkarte immer noch zusätzlich kaufen muss, während das woanders schon längst in den Studiengebühren mit drinsteckt.

    Es wäre wirklich schön, wenn sich hier etwas ändern würde!

    Viele Grüße
    Jasmin Seidl

  3. Autor Michael Lehr
    am 04. Juni 2012
    3.

    Dafür haben die zahlenden Gäste Anspruch, sich permanent kontrollieren zu lassen, ob Sie auch brav ihren Obolus entrichtet haben.

    Wer hat eigentlich diese unselig unpraktischen neuen Fahrwagen ausgesucht? Holzklasse wie im 18. Jahrhundert!
    Dauernde kostenfreie Kontaktanbahnung mit den "noch unbekannten" Sitznachbarn möglich. Tja, so etwas kann einem im 7er Dienst-BMW natürlich nicht passieren - Schade eigentlich

    Keine Abfalleimer mehr. Abfall einfach im Wagen fallen lassen?

    Freie Telefonie für alle - mich interessiert ja unheimlich, welch interessante Themen die Mitbürger an Ihre Freundeskreise loswerden wollen.

    Vielleicht kann man ja noch einen Facebook-Zugang in jedem Abteil einrichten.

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