Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Richard Sterr am 14. Dezember 2010
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Mobilität und Verkehr

MVV-München - Preiserhöhung nicht hinnehmbar

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Leider können Sie pers. auch nichts für unsere nicht funktionierende S-Bahn in München. Habe aber leider schon länger Zeit mit erheblichen Verspätungen zu kämpfen. Mein Arbeitsweg ist z.Z. ca. pro Weg ist 2>3 Std. ( normal ca. 1.00Std)
Ich finde, das ist in dieser Form nicht mehr hinnehmbar. Als zahlender Bürger würde ich mich freuen, wenn sie als Aufsichtratsvorsitzender des MVG der nächsten Preiserhöhung nicht zustimmen, da die Leistung nicht mehr zum Ertrag passt. Sammeln sie bitte diese Einwände aller Bürger, denn ich werde ja nicht der einzige sein , damit genügend Argumente gegen die Bahn für die nächste Tarifrunde vorbringen können.

Es Grüßt sie herzlichst,

ein sehr geplagter MVV-Kunde!

Richard Sterr

+84

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Antwort
von Christian Ude am 02. März 2011
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Sterr,

wie die Busse, Tram- und U-Bahnen der städtischen MVG gehört auch die von der Bahn AG im Auftrag des Freistaats betriebene S-Bahn zum gemeinsamen Münchner Verkehrsverbund MVV, in dem ein Gemeinschaftstarif gilt. Es ist deshalb nicht möglich, z. B. für die S-Bahn allein eine Tariferhöhung abzulehnen. Ich darf Ihnen aber versichern, dass alle Gesellschafter des MVV – Stadt, Freistaat und die acht Verbundlandkreise – sehr genau prüfen, ob und in welcher Höhe eine Anpassung der MVV-Tarife vor allem aufgrund von steigenden Personal- und Energiekosten sowie neuen Sicherheitsvorgaben wirklich unabdingbar ist.

Die S-Bahn ist das verkehrliche Rückgrat der gesamten Region. Seit der Inbetriebnahme 1972 haben sich die Fahrgastzahlen der S-Bahn bis heute mehr als verdreifacht und einen beispiellosen Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr bewirkt. Diese Erfolgsgeschichte kann aber nur mit einem stabilen und pünktlichen S-Bahn-Netz fortgeschrieben werden. Um die Leistungsfähigkeit des S-Bahn-Systems zu erhöhen und die Störanfälligkeit zu reduzieren, muss die S-Bahn-Stammstrecke dringend entlastet werden. Sie ist die meistbefahrene Eisenbahnstrecke in ganz Europa und bis auf das Letzte ausgelastet. Bei einer Störung auf der Stammstrecke wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, die das gesamte S-Bahn-System verspätet. Deshalb unterstützt die Stadt nachdrücklich das Vorhaben von Freistaat und Bahn, mit einem 2. S-Bahn-Tunnel dieses Nadelöhr endlich zu entlasten

Mit freundlichen Grüßen