Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Sabine Kremer am 11. April 2013
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Mobilität und Verkehr

MVG - Mehrsprachiger Aushang für ausländische Mitbürger und Gäste

Sehr geehrter Herr Ude,

wir beschäftigen in unserem Unternehmen ausländische Mitarbeiter, die uns vom Mutterkonzern für 3 - 6 Jahre jeweils zugeteilt werden.
Diese Kollegen kommen mit ihren Familien nach München und freuen sich auf ihre Zeit in der "Weltstadt mit Herz".

Die Frau eines ausländischen Kollegen hat nun kurz nach ihrer Ankunft in München bereits bei der ersten Fahrt in der U-Bahn unangenehme Erfahrungen mit der MVG gemacht: Da an den Haltestellen die Instruktionen ausschließlich in Deutsch aushängen und sie bislang nur ihre Muttersprache und kein kommunikationsfähiges Englisch spricht, hat sie den falschen Fahrschein gelöst und wurde prompt erwischt.
Die Folge ist nun ein Bussgeld in Höhe von € 40.

Da wir dieser Familie ein möglichst positives Bild von München vermitteln wollen, habe wir uns firmenseitig an die MVG gewandt und die Situation erläutert und darum gebeten, die Strafe auszusetzen oder zumindest zu mindern; es liegt hier ja kein Vorsatz vor, sondern lediglich mangelnde Kenntnis über ein - auch für deutsche Mitbürger - bedienerunfreundliches System.

Die MVG hat mit einem allgemeinen Schreiben auf unsere Bitte geantwortet und auf ihre diversen Paragraphen zum Beförderungsentgelt hingewiesen. Gleichzeitig wurde auf die Einhaltung der Zahlung des erhöhten Entgeltes hingewiesen und mit der "Betreibung des Einleitungsverfahrens" gedroht.

Sicherlich gilt die Zahlung des korrekten Fahrgeldes für alle gleich. Allerdings wäre gerade in diesem Fall etwas Fingerspitzengefühl, etwas "Herz" angebracht gewesen.

Die Familie wird die Strafe sicherlich begleichen. Allerdings ist der erste Zauber von München bereits verflogen.
Zu der finanziellen Bestrafung kommt hier noch die Scham über die Tatsache, etwas falsch gemacht zu haben. Unsere Kollegen entstammen einem Kulturkreis, der immer bemüht ist, keinem zur Last zu fallen und keine Fehler zu machen.
In ihrer Heimat werden solche Vergehen unkompliziert gelöst, indem das zu wenig gezahlte Fahrgeld einfach beim Kontrolleur aufgezahlt werden kann und man für die Zukunft auf die korrekte Vorgehensweise hingewiesen wird. Unsere deutschen Kollegen erleben diese Art von Gastfreundschaft , wenn sie zu unserem Mutterkonzern reisen und sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Auch wenn die Informationen über die MVG im Internet mehrsprachig verfügbar sind, so hat noch nicht jeder die Möglichkeit, sich des Internets zu bedienen und muß mit den Gegebenheiten vor Ort zurecht kommen. Um andere Besucher der Stadt München vor dem gleichen Erlebnis zu bewahren, wäre es durchaus angebracht, die Tarifauskunft (Ringe / Zonen etc.) nicht ausschließlich in Deutsch auszuhängen.

Vielleicht können Sie hier Ihren Einfluß geltend machen, um ausländischen Mitbürgern die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln transparenter, einfacher und vor allen Dingen verständlicher zu machen.

Dann kann sich auch unsere Familie unbesorgt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln trauen, die Stadt München zu entdecken.

Wir sind gespannt auf Ihre Antwort aus der "Weltstadt mit Herz".

"Herzliche" Grüße
Sabine Kremer

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