Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Uwe Protsch am 17. Mai 2010
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Bildung und Kultur

Museumseintritt

Sehr geehrter Herr Ude,

meine Familie und ich (2 Erwachsene und 2 Kinder) waren vom 13.05. bis zum 16.05. in München, übrigens nicht zum ersten Mal. Als wir mit unseren Kindern das Deutsche Museum besuchen wollten, mussten wir uns in einer Schlange anstellen, um eine halbe Stunde später ein Familienticket für 17 Euro zu erwerben. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass die Teilnehmer des Ökumenischen Kirchentages freien Eintritt hatten und auch nicht in der Schlange warten mussten. Gleiche Bedingungen galten auch, wie ich später feststellte, für die Alte Pinakothek.

Wir waren einen halben Tag im Deutschen Museum, und es wimmelte dort von Kirchentagsteilnehmern. Ich will jetzt keine Betrachtungen darüber anstellen, warum Kirchentagsteilnehmer in einem Zeitraum, zu dem zahlreiche Kirchentagsveranstaltungen stattfanden, das Deutsche Museum besuchten. Selbstverständlich habe ich nichts dagegen, wenn ein Kirchentagsteilnehmer zwischen zwei Veranstaltungen auch mal ein Museum aufsucht. Allerdings weiß ich nicht, warum er dann dafür keinen Eintritt bezahlen muss.

Ich bin durchaus bereit, 17 Euro für ein Familienticket zu bezahlten, obwohl ich finanziell nicht so gut gestellt bin, dass mir diese Summe nichts ausmacht. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass meine Lebensgefährtin und ich für jeden Euro, den wir in München ausgegeben haben, hart arbeiten mussten. Natürlich erhalten wir Kindergeld; andererseits zahlen wir aber auch Steuern.

Es wäre auch völlig in Ordnung, wenn jemand umsonst ein Museum besuchen kann, weil er arm ist. Das begrüße ich ausdrücklich, denn ich bin froh und dankbar, dass meine Lebensgefährtin und ich Arbeit haben und unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Allerdings finde ich es nicht gerecht, wenn jemand nur deshalb umsonst ins Museum kann, weil er Teilnehmer einer Großveranstaltung ist. Dafür gibt es keinen sachlichen Grund; und es läuft letztendlich darauf hinaus, dass ich mit meinem Eintrittsgeld den Eintritt eines Anderen subventioniere.

Wenn man schon meint, bestimmte Gruppen nicht angemessen an den Kosten für den Betrieb der Museen beteiligen zu müssen, dann rege ich an, den Eintritt für Familien zu senken. Schließlich haben wir mit unseren Kindern das Deutsche Museum auch und vor allem deswegen besucht, um deren Horizont zu erweitern. Ob dies auch für die anwesenden Kirchentagsteilnehmer galt, von denen kaum jemand den Eindruck erweckte, sich für die Ausstellungsobjekte groß zu interessieren, weiß ich nicht.

Gerne würde ich München wieder einmal besuchen; allerdings möchte ich vorher wissen, wie Sie sich eine gerechte Regelung der Eintrittspreise vorstellen. In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Ihr

Uwe Protsch

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