Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Ursula Melte am 03. September 2013
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Gesellschaft und Soziales

Mütterrente

Sehr geehrte Herr Ude,

da ich in 8 Jahren mein Rentenalter erreichen werde, interessiert mich Ihre Einstellung und Ihr Engagement bezüglich der sogenannten Mütterrente. Ich habe 3 Kinder (innerhalb von 3 Jahren) und war lange Zeit Hausfrau. Es gab damals noch keine Kitaeinrichtung, sodass ich auch keine Chance hatte, meinen Beruf weiter auszuüben. Heutzutage werden den Müttern pro Kind 3 Jahre Rente angerechnet und sie haben zudem durch einen gesetzlich zustehenden Kitaplatz die Möglichkeit, ihren Beruf weiterhin auszuüben und somit weiterhin in die Rentenkasse einzuzahlen. Dieses finde ich aus meiner Sicht uns "älteren" Frauen gegenüber ungerecht. Auch sehe ich die Gefahr einer Altersarmut hier größer als zukünftig bei den "jungen" Frauen. Meine momentan berechnete Rente beträgt ca. 500 €. Ich bin sicher, das ist kein Einzelfall.

Mit freundlichen Grüßen

U. Melte

+93

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Antwort
von Christian Ude am 28. November 2013
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Melte,

leider haben Sie mit Ihrer Einschätzung Recht: Frauen, die ihre Erwerbs- tätigkeit aufgrund von Erziehungszeiten unterbrochen haben, bekommen im Alter häufig nur eine niedrige Rente. Die durchschnittliche Rente von Frauen in Westdeutschland betrug 2012 lediglich 520 Euro.

Derzeit werden Frauen, die ab 1992 Kinder geboren haben, drei Rentenpunkte pro Kind auf ihrem Rentenkonto gut geschrieben. Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben erhalten dagegen nur einen Rentenpunkt. Die „Mütter- rente“ sieht vor, Müttern, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, einen oder zwei zusätzliche Rentenpunkte anzurechnen. Damit wäre zwar ein Beitrag zur Beseitigung der Ungleichbehandlung geleistet, diese Erhöhung würde aber bei Weitem nicht ausreichen, um die drohende Altersarmut von Frauen zu vermeiden. Ein Rentenpunkt entspricht aktuell monatlich brutto 28,14 Euro mehr Rente.

Die Stadt München setzt sich für die Erhöhung der Grundsicherung im Alter und die Wiedereinführung von einmaligen Bedarfen ein, um Anschaffungen wie beispielsweise einen neuen Kühlschrank oder Herd sowie medizinische Leistungen (z.B. Hörgeräte, Rollator, nicht verschreibungspflichtige Medikamente) von der Grundsicherung bezahlen zu können.

Die Landeshauptstadt München hat den Regelsatz für Grundsicherung im Alter freiwillig um 20 Euro erhöht und bietet darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Vermeidung und Linderung von Altersarmut wie beispielsweise Zuschüsse für Fahrtkosten oder kostenlose Treffpunkt- und Beratungsangebote.

Gerne informieren und beraten wir Sie in einem unserer Sozialbürgerhäuser persönlich über die Unterstützungsmöglichkeiten. Die Adresse des für Sie zuständigen Sozialbürgerhauses finden Sie unter www.muenchen.de, Stichwort „Sozialbürgerhaus“.

Um das Übel Alters- und Frauenarmut wirklich an der Wurzel packen zu können, sind vor allem Investitionen des Gesetzgebers in Beschäftigung und Qualifzierung und in Kinderbetreuung notwendig sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen, die ein angemessenes Einkommen ermöglichen. Deshalb fordert die Stadt vom Gesetzgeber auch die Einführung von Mindestlöhnen und die Einschränkung von Leih- und Zeitarbeit sowie von befristeten Beschäftigungsverhältnissen.

Mehr Information zum Thema Altersarmut finden Sie im Münchner Armutsbericht 2011 unter www.muenchen.de, Stichwort „Münchner Armutsbericht 2011“.

Mit freundlichen Grüßen


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  1. Autor Peter Illig
    am 27. Oktober 2013
    1.

    Sehr geehrte Frau Melte,

    ich befürchte, dass Herr Ude hier kaum etwas ändern kann weil er als Bürgermeister hier nicht zuständig ist. Haben Sie Ihre Frage schon mal an das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales gerichtet? Mit welchem Ergebnis?

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