Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Andreas Hogl am 22. Juli 2010
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Umwelt und Gesundheit

Münchner Freibäder - Minenfelder?

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

meine Frage: müssen die Liegewiesen sämtlicher Münchner Freibäder nach zwei Monaten Badesaison bereits einer Sondermülldeponie gleichen und mit Zigarettenstummeln übersät sein? Ja, ich polemisiere hier jetzt gerade, aber es ist mir ein Greuel zu wissen, dass es mir nicht möglich ist, mein handelsüblich großes Badetuch auf einer Liegewiese zu platzieren, ohne nicht mindestens eine Speichel, Teer und Nikotin getränkte Raucher-Hinterlassenschaft zu bedecken. Wer barfuß durchs Gras läuft, sollte stets zu Boden blicken, wenn er nicht auf einen Zigarettenstummel treten will.
Dieser Zustand ist mir seit mehreren Jahren ein Arg, konkret benenne ich Westbad, Schyrenbad, Bad Maria-Einsiedel, dazu den Lussee (zuständig das LRA München), die anderen Bäder bieten sicherlich kein anderes Bild.
Ich habe zu meiner Frage allerdings auch eine Antwort, vielmehr einen Vorschlag, denn ich hätte nicht gefragt bzw. so geschimpft, wenn ich nicht wüsste, dass es besser geht und ich will auch den Rauchern ihr Laster nicht verbieten.
In Basel in der Schweiz darf auch jeder Raucher auf der Wiese seiner Sucht frönen, aber dort scheint es selbstverständlich, dass man sich hierzu eines dort von den Bad-Betreibern zur Verfügung gestellten Aschenbechers bedient, die Aschenbecher sind "mobil" und bestehen aus einem Erd-Dorn bzw. einer Art Hering, an denen ein Aschenbecher befestigt ist. Diese stehen zur Mitnahme im Eingangsbereich bereit und dort ist das Gras sauber. Jeder, der rauchen will, nimmt sich seinen Aschenbecher und steckt diesen neben sein Handtuch in den Boden.
Gern stelle ich mich auch gleich der "Kostenfrage", Anschaffung, Entsorgung etc.
In Basel sind diese Herings-Aschenbecher mit Werbung bedruckt und in der Anschaffung hierdurch vermutlich annähernd kostenneutral. Die Eintrittspreise in das Basler Freibad sind mit denen in München durchaus vergleichbar.
Alternativ lässt sich sicherlich auch darüber nachdenken, ob ein Verleih-Modell als Profit-Center realisierbar wäre, dann wäre auch die Leerung und Rückgabe der Aschenbecher kein Thema.

Mit besten Grüßen!

Andreas Josef Hogl

+83

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Antwort
von Christian Ude am 12. Oktober 2010
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Hogl

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich muss Ihnen zustimmen: In den 3 bis 4 heißen Wochen dieses Jahres haben die Badegäste leider sehr viel Müll - darunter auch Zigarettenstummel - in den SWM Freibädern zurückgelassen. Die Mitarbeiter der Bäder konnten es leider an den stark frequentierten Sommertagen nicht leisten, jeden Abend die zum Teil sehr ausgedehnten Liegewiesen komplett von Müll und Zigarettenstummeln zu befreien. Daher wurden als erste Maßnahme Plakate aufgestellt, auf denen die Badegäste gebeten wurden, ihren Müll in den dafür vorgesehenen Abfalleimern zu entsorgen. Dies hat zu einer leichten Verbesserung der Situation geführt. Dennoch werden die Bäder das Thema im nächsten Jahr auf jeden Fall im Auge behalten.

Das von Ihnen vorgeschlagene Schweizer Modell, "mobile" Aschenbecher auszugeben, klingt sehr interessant. Die SWM Bäder werden überprüfen, ob sich diese Möglichkeit der Müllentsorgung in den Münchner Freibädern realisieren lässt.

Für den Unterhalt und die Reinigung des gesamten Erholungsgebietes Langwieder Seen, zu dem auch der Lußsee gehört, ist das städtische Baureferat zuständig. Bei dem Erholungsgebiet mit seinen rund 220.000 m² Liegewiesen handelt es sich um frei zugängliche, öffentliche Grünflächen. Die Liegewiesen werden genauso wie die Flächen anderer Grünanlagen und Parks mindestens zwei bis dreimal pro Woche gereinigt. In den 90 am stärksten besuchten Parks und Anlagen, darunter auch am Lußsee, finden im Sommer auch am Wochenende Reinigungen statt. Dabei werden, so gut es geht, auch Zigarettenkippen entfernt.

Anders als in Freibädern gibt es am Lußsee keine kontrollierten Ein- und Ausgänge. Die vorgeschlagenen mobilen Aschenbecher sind für dieses sehr große und offene Areal deshalb nicht geeignet. Allerdings stehen im Erholungsgebiet Langwieder Seen zirka 100 Abfallbehälter bereit, in denen auch (gelöschte) Zigarettenkippen entsorgt werden können.

In den letzten Jahren hat das Baureferat eine Öffentlichkeitskampagne mit dem Namen "Rein. Und Sauber" durchgeführt, bei der auf Plakaten, in der Presse und mit Infomaterial verdeutlicht wurde, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst mit verantwortlich dafür sind, dass unsere Stadt sauber bleibt. Leider gibt es immer noch Menschen, die nicht so rücksichtsvoll sind und trotzdem ihre Kippen und andere Abfälle einfach liegen lassen, obwohl es viele Möglichkeiten zur Entsorgung gibt.

Damit das Baureferat bei Bedarf verschmutzte Bereiche schnell reinigen kann, gibt es das Servicetelefon "Rein. Und Sauber", bei dem man Verschmutzungen melden kann. Das Servicetelefon ist tagsüber unter der Nummer 233 - 96296 erreichbar.

Mit freundlichen Grüßen