Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Andreas Mayer am 03. September 2010
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Mobilität und Verkehr

München letzte Millionenstadt ohne nächtlichem U-Bahn Verkehr

Sehr geehrter Herr Ude,

seitdem ich in München lebe (mittlwerweile 9 Jahre) empfinde ich den nächtlichen Heimweg als extrem nervenaufreibend und langwierig.
Ich habe mich oft gefragt, warum in München als Millionen- und Weltstadt keine nächtlichen U-Bahnen verkehren.
Dass jetzt auch Wien - als dritte der vier Millionenstädte im deutschsprachigen Raum (neben Berlin, Hamburg und München) - einen nächtlichen U-Bahn Verkehr im 15-Minuten-Takt auf die Beine gestellt hat, sollte spätestens der ausschlaggebende Ansporn sein, auch in Bayern endlich nachzuziehen und den Einwohnern als auch unseren vielen Gästen diesen Service zu bieten.

Ich möchte daher die Frage an Sie richten, ab wann man auch in München nachts problemlos und schnell nach Hause kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Mayer

+72

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Antwort
von Christian Ude am 24. November 2010
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Mayer,

schon jetzt kann man in München nachts mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem und sicher nach Hause kommen. Um der vorhandenen Nachfrage nach nächtlicher Mobilität zu entsprechen, gibt es bereits seit 1994 das Münchner Nachtliniennetz. Es deckt sternförmig von der Innenstadt aus weite Teile der Stadt ab und wird von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betrieben. In den Nächten vor Arbeitstagen fahren vier NachtTramlinien sowie drei NachtBusse im Stundentakt. In den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen fahren diese Linien sogar jede halbe Stunde und werden um weitere Nachtbuslinien ergänzt.

Dass es für den U-Bahn-Betrieb, wie auch bei den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, eine kurze nächtliche Betriebsruhe gibt, hat sowohl wirtschaftliche wie betriebliche Gründe. Zum einen ist das Fahrgastaufkommen in den frühen Morgenstunden so gering, dass ein durchgehender Fahrgastbetrieb wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist. Geringen Fahrgeldeinnahmen stünden außerdem noch erhöhte Kosten beispielsweise für das erforderliche Sicherheitspersonal gegenüber. Die Mehrkosten eines nächtlichen U-Bahn-Betriebes hätten alle Fahrgäste zu tragen, womit sie sicher nicht einverstanden wären.

Zudem ist gerade bei der U-Bahn eine nächtliche Pause zwingend notwendig, um Arbeiten im Netz durchzuführen, die sonst tagsüber den Betriebsablauf empfindlich beeinträchtigen würden oder überhaupt nicht durchgeführt werden könnten. Dazu zählen vor allem die Wartung und Reparatur von Weichen, Stromschienen, Stromversorgungseinrichtungen und Stellwerken, das Wechseln, Verschweißen und Schleifen der Schienen sowie Arbeiten an den Signalen und Gleiskreisen oder spezielle Reinigungsarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen