Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor Berta Fischer am 15. August 2011
5502 Leser · 138 Stimmen (-42 / +96) · 2 Kommentare

Mobilität und Verkehr

München, die Stadt wo die Ehrlichkeit offiziell betraft wird.

Sehr geehrte Herr Ude,
Ich bin Journalistin komme aus Barcelona und wohne mit meinem Mann und meinen Kindern in München sehr gerne seit fast 10 Jahren.
Ich bin ein ehrlicher und verantwortungsvoller Mensch, deshalb habe ich mich schnell und gut an die bayrische Mentalität angepasst.
Ich kaufe jeden Monat eine ISARcard ab 9h für Innenraum, nur im August weil ich teilweise im Urlaub bin, kaufe ich mir keine. Diese Woche, besuchen meine Kinder den Lilalu Workshop und ich habe mir am Montag am Automat vom Laim Bahnhof eine Wochen-Karte,vom 8.8.-14.8.11 gekauft.
Als ich am Montag nach einer langen Schlange meine Wochenkarte in Laim Bahnhof kaufte, habe ich scheinbar den falschen Knopf gedrückt, und in meine Innenstadtkarte waren nur Ring 1 und 2 dabei... Das habe ich leider nicht gemerkt, als Kommunikations-Expertin, muss Ich Ihnen sagen ihre Automaten sind sehr verwirrend (versuchen Sie selber eine Wochen karte für Ring 2 und 3 zu kaufen...) Am Mittwoch wurde ich im Bus 51 kontrolliert, als ich meine Kinder von der Lilalu abholte und der Bus befand sich in diesem Moment in Ring drei. Ich wurde von beiden Kontrolleuren sehr schlecht behandelt, wie eine Verbrecherin! und das vor meinen zwei siebenjährigen Kindern , weil meine Fahrkarte scheinbar einen Ring zu wenig hatte (was ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht bemerkte). Ich habe Ihnen gesagt, ich hätte am Montag alleine die Fahrkarte aus dem Automat in Laim geholt und eventuell dabei einen Fehler gemacht. Die Kontrollierenden meinten in Laim gäbe keinen Automaten, und ich würde lügen. Ich wurde vor meinen Kindern als Lügnerin bezeichnet!! Danach wurde mein Ausweis verlangt und eine Strafe von 40 Euro mit sichtlicher Genugtuung gestellt. Die Kontrollierenden haben mir gesagt "Sie müssen für ihre Fehler bezahlen". Meine Kinder hatten beide einen gültigen Fahrausweis den Ferienpass und ich habe mich in einer fremden Umgebung scheinbar um einem Ring verwechselt (schließlich hat die Stadt München entschieden, dass Lilalu in Laim stattfinden soll und darum gebeten, dass man mit öffentlichen Verkehrsmittel dorthin kommt.)
Außerdem bin ich mir bis heute nicht sicher, ob ich nicht doch eine gültige Fahrkarte hatte, denn ich hatte nur einen Ring benutzt (den dritten von Laim nach Drygalski-Allee). Dies geht aus der Preistabelle und aus dem Ticket nicht eindeutig hervor. Es ist daher eine Unverschämtheit, mir den Ausweis abzuverlangen, das darf doch eigentlich nur die Polizei, oder? Ich war ja bereit das erhöhte Beförderungsentgelt zu bezahlen und habe ich es auch getan.
Die Stadt München hat mir am Mittwoch 40 € "legal" geklaut! Was mir aber, dabei am meistens weh tut ist, wie ich behandelt wurde und das vor meinen Kindern. Die Kontrolleure haben sich gefreut, mich und meine Ehrlichkeit zu bestrafen und sie haben meinen Kinder gezeigt, dass wir in einer Gesellschaft wohnen, wo die Menschen gar nicht zählen: Man muss perfekt sein und wenn man es nicht ist, muss man dafür bestraft werden.
Wie viele Leute werden täglich in München bestraft, weil sie ihre Monatskarte in einer anderen Tasche gelassen haben?, oder weil Sie die falsche Fahrkarte gekauft haben?, oder weil Sie in eine falsche Richtung fahren??...
Wissen Sie, Herr Bürgermeister, bei uns in Barcelona, muss man die Fahrkarte abstempeln und eine Barriere passieren, um überhaupt in die Station rein zu kommen. Das heißt, man fährt nur schwarz, wenn man es bewusst macht und das wird natürlich bestraft.
Hier in München bestrafen sie uns Menschen, vor allem Familien,weil wir Fehler machen (dabei könnte man Ihnen ein paar Ratschläge geben über nicht perfekte und ungenauen/fehlenden Informationen in ihren Haltestellen und Automaten...) und dabei geben sie den jungen Generationen keine Chance, ehrlich sein zu wollen. SCHADE!

+54

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Wolfgang Doege
    am 04. September 2011
    1.

    Seit 1985 lebe ich in München. Von Anfang an war das Abrechnungssystem des öffentlichen Nahverkehrs für mich ein Reibungspunkt. Hier wird mit Valentinscher Spitzfindigkeit um Gerechtigkeit gerungen, und gerade der Detaillierungsgrad der Regelungen setzt die Benutzer sehr oft ungewollt ins Unrecht. Die Kontrolleure erleben in Ausübung ihres Berufs dann viel Empörung, weil ihre Anklagen und Bestrafungen unverständlich bleiben.

    Wir leben mitten in Europa. Warum gibt es in den europäischen Kommunen keine einheitlichen und verständlichen Tarifsysteme? Welcher auswärtige Dienstreisende hat z.B. Zeit, die unterschiedlichen Systeme zu studieren? Ein gewissenloser Kenner statistischer Berechnungen kommt bald zu dem Schluß, dass es einfacher ist, den bei Schwarzfahrten gesparten Betrag zurückzulegen und für die irgenwann fällige Strafe zu verwenden. Als Freund des öffentlichen Nahverkehrs hoffe ich, dass sich die Tarifsysteme schneller vereinfachen lassen, als sich die statistischen Erkenntnisse herumsprechen.

  2. Autor Marianne Siegmund
    am 05. September 2011
    2.

    Ich lebe seit 1977 in München und habe mich schon sehr oft gewundert, wie man mit den verschiedenen Komponenten des MVV-Systems korrekt umgehen soll, wenn man von seinem gewohnten Ticket einmalig abweichen will. Am einfachsten finde ich da immer noch ein Partner-Tagesticket, wenn man auf der sicheren Seite sein will. Viele Menschen, die es sich leisten können, kaufen auch einen größeren Radius "der Kreise" ein, damit ja nur nichts schief läuft. Da könnte man so manches verbessern!
    ABER zum eigentlichen Thema:
    Dem Umgang mancher Kontrolleure mit Fahrgästen, die tatsächlich einen Fehler gemacht haben.
    Da habe ich schon viel miterlebt. Sicher gibt es mehr nette Kontrolleure als solche, von denen hier explizit berichtet wird. Aber manchmal ist einem als mitfahrender Fahrgast total unangenehm, wie da mit einer Machtvollkommenheit agiert wird, so dass einem nichts anderes einfällt als FREMDSCHÄMEN.
    Wenn man eine Mutter vor ihren Kindern als Lügnerin bezeichnet und ihr den Ausweis abnimmt, dann habe ich dafür keinerlei Verständnis! (Zumal ja die Strafe bezahlt worden wäre, wie ich lesen konnte.)
    Kann es sein, dass bei diesem Vorfall ein bisschen "Ausländerfeindlichkeit" im Spiel war, vielleicht sogar von einer Person, die sich im Leben ein wenig benachteiligt fühlt und da eine Gelegenheit sah, sich an jemanden abreagieren zu können?
    Ich kenne nämlich Frau Fischer, die meine Spanischlehrerin ist, als eine sehr gewissenhafte, ehrliche und zuverlässige Frau, die n i e m a l s betrügen würde!
    Ich finde das, was da beschrieben wurde, schlichtweg einen SKANDAL und erwarte von seiten der Stadt eine angemessene Stellungnahme zu diesem Vorgang.

  3. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.