Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Erich Kirchmayer am 18. Juni 2012
10272 Leser · 219 Stimmen (-56 / +163) · 14 Kommentare

Umwelt und Gesundheit

Müll an der Isar

Sehr geehrter Herr Ude, liebe Stadtregierung,

obwohl beteuert wurde, dass die Stadt Massnahmen gegen den Müll an der Isar ergreift, hat sich nicht viel getan. Insbesondere an Wochenenden sind die Isarauen eine riesige Müllhalde (siehe auch Bilder auf https://www.facebook.com/groups/406846779366728/#!/groups...)

Über die Thalkirchner Brücke kommen am Wochenende viele Besucher des Tierparks und die blicken auf einen Haufen Dreck und erhalten somit ein keineswegs schönes Bild der bayrischen Landeshauptstadt.

Dass die Stadt den Müll in den Grün- und Schotterflächen der Isar beseitigen lässt, ist bekannt. Letztendlich "zuständig" sind aber alle Münchner Steuerzahler, mit deren Geld die beauftragten Firmen bezahlt werden.

Was tut die Stadt, um den Müll im Landschaftschutzgebiet zu VERMEIDEN statt ihn nur teuer zu beseitigen? Wo sind KVR oder Polizei, um den Dreckfinken direkt vor Ort empfindlich auf die Finger zu klopfen?

Ist es Absicht der Stadt, alle Bürger in Regress zu nehmen, um den Dreck einiger "Partyleute" zu beseitigen?

+107

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Antwort
von Christian Ude am 26. September 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Kirchmayer,

damit weiterhin alle Münchnerinnen und Münchner die Isar als einzigartigen, naturnahen Freiraum mitten in der Stadt genießen können, unternimmt die Stadt seit Jahren eine Vielzahl von Anstrengungen.

Der Einsatz für eine saubere Isar beginnt in der Früh mit der täglichen Reinigung und endet in diesem Sommer mehrfach nach Mitternacht mit Schwerpunktaktionen. Bei solchen Aktionen ist unsere Grünanlagenaufsicht gemeinsam mit dem beauftragten privaten Wachdienst und teilweise unterstützt durch die Polizei in den Isarauen unterwegs. Ziel solcher Aktionen ist es vor allem, Fehlverhalten zu ahnden (was meist sehr schwierig ist), Präsenz zu zeigen und unermüdliche Aufklärungsarbeit zu leisten. In diesem Sommer erproben wir zudem Solarleuchten, die einige der 80 Gittermüllboxen nachts besser kenntlich machen, zusätzlich wurden Mülltüten-Spender installiert. An schönen Wochenenden ergänzen wir das Angebot durch zwei Groß-Müllcontainer. Neu ist auch, dass zwei Mitarbeiter des Reinigungs- unternehmens nachmittags „patrouillieren“, um schnell zur Hand zu sein. Den ganzen Sommer über sind an schönen Wochenenden bis zu 20 Mitarbeiter des privaten Wachdienstes unterstützend für die städtische Grün- anlagenaufsicht unterwegs, zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto.

Außerdem engagieren sich auch viele Bürger ehrenamtlich im Rahmen der Aktion „Deine Isar“, die von der Stadt ideell und finanziell unterstützt wird.

Alle diese Maßnahmen und Einsätze für eine saubere Isar tragen dazu bei, das Verständnis für die Müllproblematik bei den Isar-Besuchern zu steigern. Sie sind also auf lange Sicht erfolgreich und helfen so – wie Sie vorschlagen – Müll zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (14)Schließen

  1. Autor Martin Trenner
    am 18. Juni 2012
    1.

    Mit dem Müll ist es ja noch nicht mal getan. Lärmbelästigung, Gewaltpotential, "Komasaufen" von Kindern, Vandalismus... Ich habe 33 Jahre in Thalkirchen gewohnt und kann mit gutem Gewissen sagen, dass der "Wohnwert" dieses wundervollen Stadtviertels im Sommer massiv abnimmt. Nix mehr mit "Dorfcharakter" mitten in der Großstadt. Eher Partymeile im Naturschutzgebiet.

  2. Autor Alexandre H.
    am 18. Juni 2012
    2.

    Ich stimme zu, dass etwa Kontrolle das Problem verbessern könnte.
    Ich muss aber dazu noch vermerken, dass München an deren verschmutzten Gehwege, Wiesen, Grasflächen schon lange leidet.
    Diese Krankheit hat hauptsächlich mit Erziehung zu tun, aber nicht nur darum.
    Leider ist das Angebot an Müllkörbe mangelhaft!!
    Normale Personen tendieren einen Müllkorb zu benutzen, aber sobald sie bei der Suche scheitern, dann geben sie sehr oft doch auf, und lassen es einfach liegen.

    An den Wochenenden, an häufig besuchten Orten, musste das Angebot an Müllsammelstellen aufgestockt werden. Zusätzliche Tonnen hätten an solchen Tagen an strategischen Stellen platziert werden.

  3. Autor Erich Kirchmayer
    am 19. Juni 2012
    3.

    Welche Ansätze verfolgt die Stadt?

    -mehr und größere Müllbehälter
    -vermehrtes Ordnungspersonal
    -klarer Bußgeldkatalog für Verschmutzungen
    -Möglichkeit des wirksamen Platzverweises
    -entsprechende Konsequenzen bei Nichtbeachtung

    Oder soll Alles so bleiben wie bisher und die Müllbeseitigung weiterhin viel Geld kosten und den Bürgern quasi beigebracht werden, dass "Irgendwer" ihren Dreck schon wegräumt und sie nichts dazutun müssen?

  4. Autor Christoph Müller
    am 21. Juni 2012
    4.

    Gräfelfing hats vorgemacht! Zu lesen in dieser Woche in der Presse, wonach Grillsünder von der Polizei dingfest gemacht worden sind... München sollte das auch endlich tun, zumindest an großen Teilen der Isarufer... Oder man könnte den Müll auch einfach mal ne Woche liegen lassen, ich denke, das würde mehr erziehen, als diese Strafen! Jedenfalls soll die Stadt endlich was machen dagegen, sonst verliert sie ihren Titel noch "Weltstadt mit Herz!"

  5. Autor Michael Köhler
    am 12. Juli 2012
    5.

    Ich stimme dem Beitrag voll zu! ES ist unglaublich, wie verwahrlost das Areal inzwischen insbeondere zwischen Flaucher und Maria-Einsiedel Areal ist. Renaturisierung? Nix da! Müll, wildeste Fahradfahrer, die Rücksichtslos auf alles zufahren, was nicht schnell genug wegspringt, abgebrannte Bäume und Büsche, weil man ja im Schatten grillen will..Nachts ist das noch viel härter! Saufgelage bis die Schwarte kracht! Ach ja, die zerschlagenen Bierflaschen am Ufer und im Fluss sind ein Desaster! "Jugend säuft" scheint hier nun Regel zu werden.
    Noch ein Zusatz: das fährt gelegentlich mal ein Security Dienst oder die Poilzei herum.."Nicht ansprechen und fragen..die wollen nur gucken"..
    Arbeit und Stress macht eben müde.....da bleibt man besser im Auto sitzen..Und die Sache mit dem Herz: DAS gab es wahrscheinlich mal in den 70ern..neute sicher weniger..
    München versaut sich die letzten Refugien, die die Stadt zu bieten hat.
    Und keiner tut was..aber alle schauen weg!

  6. Autor Erich Kirchmayer
    am 12. Juli 2012
    6.

    Die stadt sympathisiert offensichtlich mit der privaten Aktion "Deine Isar", die mittels Flyer, Schildern, Fahnen und anderen "Aktionen" die Isarufer sauberhalten möchte. Grundidee gut, aber Wirkung so gut wie Null.

    "Kuschelpolitik" wirkt eben nicht, wenn jemand 2 Promille in der Birne hat.. Selbst wenn man "vorher" noch guten Willens ist, alles was man mitbringt auch wieder ordentlich zu entsorgen - nach einem gemeinsamen Kasten Bier und einigen Flaschen Wodka ist dieser Vorsatz weg. Da ist man eher froh, überhaupt noch selbst nach Hause zu finden.... Kein "normaler Mensch" würde originalverpackes Fleisch und Würstchen sonst am Grillplatz liegen lassen und der neu gekaufte Grill (9,90 bei ALdi&Co) würde auch wiederverwendet werden statt neben der Originalverpackung als Müll zu enden.

  7. Autor Björn Drubel
    am 13. Juli 2012
    7.

    "Kuschelpolitik" trifft es haargenau! Die Dummen bleiben wieder die,die sich anständig verhalten. Mein Hund hat regelmässig Schnittwunden an den Pfoten, ich verlasse wegen Lärm ab ca 17 Uhr am Wochenende dann die schöne Flaucher . Die Leute vom Sicherheitsdienst laufen auch nur rum und schreiten nicht ein! Hier wird zuviel Toleranz geübt...hart durchgreifen durch die Polizei..dann bekommt man das Problem auch in den Griff..in Singapur gibt es solche Probleme wie an der Flaucher in München einfach nicht! Mir scheint,die Stadt schaut etwas hilflos zu..

  8. Autor Sabine Kiermaier
    am 14. Juli 2012
    8.

    Als Jugendliche haben wir auch an der Isar Feste gefeiert, es war selbstverständlich, dass wir den Müll komplett wieder mitgenommen haben. Das hat sich wohl geändert, was sicher auch daran liegt, dass bei den Massenaufläufen, die jetzt bei schönem Wetter an der Isar stattfinden, jeder denkt, dass das bißchen zusätzlicher eigener Dreck sowieso nicht auffällt. Entweder wir finden uns damit ab, dass die Isar nur noch Partymeile ist, oder es wird wirklich etwas unternommen. Das heißt aber durchgreifen, auch wenn das dem seit einigen Jahren gepflegten "Image" von der Party- und Einkaufstadt München nicht ganz zupass kommt. Für die Münchner wäre es sehr schön, wenn man die Isar auch wieder als Naherholungsgebiet ohne Party nutzen könnte!

  9. Autor Elvira Wagner
    am 06. August 2012
    9.

    Allem was hier geschrieben wurde, kann auch ich zustimmen. Ich sammle oft schon selbst in meinem QUARTIER die Hinterlassenschaften der zweibeinigen Dreckspatzen ein und suche immer noch nach geeigneten Mülleimern, die nicht von den gierig-schlauen Krähen regelmäßig wieder entleert werden. Sysiphus läßt grüßen.

  10. Autor Erich Kirchmayer
    Kommentar zu Kommentar 9 am 07. August 2012
    10.

    Das Hauptproblem ist, dass wir in Bayern zwar ein Naturschutzgesetz haben, das aber hier in München in vielen Bereichen nicht überwacht wird bzw. Handlungen dagegen verfolgt werden. Stattdessen resigniert die Stadt und räumt den Müll irgendwann halt einfach weg. Die Verursacher freut das, denn sie brauchen sich um nix zu kümmern - "Full-Service" eben, der Einiges an Steuergeldern kostet. Daraus ergibt sich aber auch kein Lerneffekt, d.h. die Schmutzfinken machen munter so weiter, denn sie haben ja nix zu befürchten und am nächsten Tag sind die Plätze wieder (weitgehend) sauber für die nächste Party.

    Der Müll zieht aber auch Gäste an, die man nicht gerne haben will: Krähen, Möwen, Tauben., Mäuse und Ratten. Die fressen sich satt an den Resten der Griller und Partyleute. Auf meiner Facebookseite https://www.facebook.com/media/set/?set=oa.40684864603320... habe ich dokumentiert, dasss sogar originalverpacktes Fleisch und Wurst als Müll herumliegen. Ein Leckerbissen für alle tierischen Abfallsammler.

    Ein erster und m.E. sehr wirkungsvoller Schritt wäre, Glasflaschen (und Trinkgläser) im Landschaftsschutzgebiet Isarauen zu verbieten und dieses Verbot auch konsequent zu überwachen. Wodka gibt es nicht im Tetrapack oder PET-Flaschen und lieber habe ich ein paar "harmlose" Bierdosen herumliegen statt haufenweise Glasscherben, die sich noch jahrelang zwischen den Steinen verstecken und die auch von einer sehr eifrigen Putzkolonne nicht entfernt werden können.

    Niemand will den Leuten das Feiern und Grillen an der Isar verbieten. Die Isar und deren Freizeitflächen gehören zu München wie die Frauenkirche und der Viktualienmarkt. Ich hab nur keinen Bock, mir meine Freizeit, die Erholung (und auch Feiern) im Grünen durch assoziales Pack vermiesen zu lassen und zuzusehen, wie die Stadtregierung auch nur zusieht, wie die ehemals schöne und lebenswerte Stadt München zum Dreckloch verkommt.

  11. Autor Björn Drubel
    am 15. August 2012
    11.

    Als Mitglied des Isartalvereins ist beim Anblick nach einem schönen Wochenende oder Feiertag ist mir schon manchmal fast zum Heulen. Aber, ich habe mich folgendermassen arrangiert: Lasst den Feierwütigen auch diese Zeit,. es gibt Zeiten, an denen man fast alleine an einer sauberen und ruhigen Isar verbringen kann. Und zum Thema Müll und Glas: Ich bücke mich und nehme einfach auch mal Müll,Flaschen und Glassplitter zu den Müllcontainern. Wenn jeder, der sich über die Dreckspatzen, die es auch mit noch soviel Kontrollen und Sanktionen immer geben wird, aufregt, immer wieder auch mal deren Müll einfach beseitigt, dann ist wirklich schon viel getan. Man verfolgt damit ja ein Eigeninteresse und daher fällt es auch gar nicht schwer. Also: Auch mal Müll aufsammeln, auch wenn man ihn nicht verursacht hat und sich immer korrekt verhält. Wir müssen lernen etwas mehr eigenverantwortlich zu handeln,selber in die Hand zu nehmen und ncht immer auf Stadt und Regierung hoffen. Damit meine ich aber nicht Selbstjustiz! ;-) Einfach nur gutes Vorbild sein..und jede beseitigte Flasche oder Splitter vermeiden ja Verletzungen an Mensch und Tier.

  12. Autor Erich Kirchmayer
    Kommentar zu Kommentar 11 am 15. August 2012
    12.

    Dass Leute fremden Müll wegräumen ist sehr lobens- und nachahmenswert. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Saubären dadurch erst recht in ihrem Tun bestärkt werden - immer wenn sie kommen, ist ja alles wieder sauber.

    Meiner Ansicht nach helfen hier nur Konsequenzen, die weh tun - also z.B. Geldbussen oder ein Platzverweis bzw. "Hausverbot". Leider ist nur ein Teil der Leute empfänglich für Flyer, Fahnen, Plakate und "hinterherputzen" etc.

    Schön und hilfreich wäre auch ein absolutes Glas(flaschen)verbot in allen(!!) städt. Grünanlagen und Flächen (auch Gehwege!), aber das passt wohl nicht zur grünen Mehrweg-Idee. (obwohl, auf der Wiesn soll´s sowas ja dieses Jahr geben?)

  13. Autor Michael Köhler
    am 22. August 2012
    13.

    Die Geschichte mit der Selbstdiziplin..also Bitte. Glauben Sie / wir an diese These? Ich nicht mehr. Das habe ich auch eine Weile versucht. Ich nehme meinen kompletten Müll (und das sind nur vereinzelte Zigarettenkippen) immer mit, schon um die Wasservögel zu schützen. Wir liegen da, genießen die Ruhe, gehen mal in die Isar, sonst nichts. Diese Einstellung haben aber immer weniger Menschen, weil sie das "Durchsetzen eigener Interessen an denen, die sich sowieso nicht wehren" für den richtigen Weg halten, ihr Selbstwertgefühl in dieser Welt ohne Regeln zu stärken. "Erziehung ist gelebte Konsequenz" sagt die Psychologie dazu. Sind wir denn noch konsequent in der Erziehung? Dürfen wir doch gar nicht mehr sein! Ich muss ja schon aufpassen, wenn ich einfach grob-fahrlässige Fahradfahrer auf ihr Verhalten anspreche. Da bin ich schon massiv bedroht worden und müsste auch noch "die rechte Wange hinhalten", damit ich mich dann wehren kann.
    Sorry..ich war auch kein Kind von Traurigkeit in den 70ern..und ich bin wahrlich kein ewig gestriger. Aber es gab immer noch Regeln die geholfen haben, das Ganze im Rahmen zu halten. Ach ja: Und es gab Kontrolle, die auch konsequent war.
    Es geht nicht um die Einschränkung von Freiheiten oder Überwachung! Hier geht es um den Schutz von Mehrheiten, die einfach nur das bisschen Natur auch so genießen wollen!

  14. Autor Erich Kirchmayer
    Kommentar zu Kommentar 13 am 22. August 2012
    14.

    Ich glaube, dass einige Leute garnicht vorhaben, ihren Müll liegenzulassen. Mit steigendem Alkoholpegel (die vielen Wodka/Bierflaschen zeigen es) gerät so mancher guter Vorsatz aber dann leicht in Vergessenheit. Selbst wenn man dann noch stark betrunken in der Dunkelheit irgendwelche Scherben wegzuräumen will - das wäre selbst für nüchterne Leute ein echte Aufgabe....

    Wenn Spass/Party/Alkohol die Sicht auf das vernünftige Benehmen vernebelt, dann helfen auch keine schönen Sprüche, Flyer etc. mehr. Dann hilft nur noch "amtliches" Durchgreifen. Wer nach einer Partynacht am Flaucher etc. in der Polizeizelle statt zuhause im Bett aufwacht, dem könnte vielleicht der Gedanke kommen, dass er letzte Nacht etwas falschgemacht hat. Dito, wenn ihm "hinterher" ein Bussgeldbescheid, Rechnung für Reinigungskosten etc. ins Haus flattert.

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