Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor Markus Ring am 21. Juli 2009
7659 Leser · 45 Stimmen (-7 / +38) · 0 Kommentare

Mobilität und Verkehr

Mit dem Rad von der Winzererstraße zum Waldschwaigsee ohne Ampel

Sehr geehrter Herr Ude, liebe Stadt München,

Ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen:

Ist es möglich eine ungenutzte Bahnbrücke über die Triebstraße zu einer Fuß- bzw. Radfahrerbrücke umzubauen?

Ich möchte Ihr Augenmerk auf die ehemalige Transrapidtrasse lenken. Wenn Sie die Landshuter Allee nördlich bis zum Ende am ehemaligen S-Bahnhof "Olympiastadion" der seit 1972 zerfällt, hindurch fahren und an der Einmündung der Moosacher Straße bzw. Triebstraße nach links abbiegen, befinden Sie sich sogleich unter zwei Brücken über die die Gleise der damaligen S-Bahn führen.

Wenn Sie dort nach links zum südlichen Pfeiler dieser Brücken blicken, sehen sie einen Weg, der in den Olympiapark führt. Das ist das nordwestlichste Ende des Olympiaparks, der mit einen wunderschönen Radwegenetz bis zur Winzererstraße und der neuen Wohnanlage an der Ackermannstraße führt.

Zwischen den beiden nördlichen Pfeilern führt ebenfalls ein Rad/Fußweg von der Straße weg. Dieser ist angeschlossen an das Wegenetz, dass mit vielen Brücken und Unterführungen um den Güterbahnhof zum Allacher Forst, zum Feldmochinger See oder gar dem Waldschwaigsee führt. Man kann von dort die Stadt verlassen ohne noch eine verkehrsführende Straße queren zu müssen.

Um diese beiden großen Wegenetze zu verbinden, müsste quasi nur eine dieser ungenutzten Bahnbrücken geteert werden und Schwabing West könnte sozusagen an den Stadtrand rutschen. Solange der Bereich als Transrapidtrasse galt, natürlich undenkbar. Doch nach der Aufgabe dieses Projektes könnte mein Traum wahr werden.

Ich habe deswegen auch schon beim Bezirksausschuss nachgefragt und erfahren, dass ich nicht der erste bin, der auf diese Idee kam. Die Stadt verfolge dieses Projekt seit mehreren Jahren, scheitere jedoch bislang daran, bei der Deutschen Bahn keinen Ansprechpartner zu finden. Man erklärte mir, dass die Bahn die Brücken "entwidmen" müsse und sich niemand bei der Bahn finden liesse, der sich verantwortlich fühlt, weil die Bahn ein so komplexes Unternehmen sei, dass niemand wisse wer für solche Entscheidungen zuständig sei. Entsprechende Nachfragen meinerseits bei der Bahn blieben unbeantwortet.

Vielleicht sind ja nur ein paar Telefonate nötig und es gehen die richtigen Personen bei der Bahn ans Telefon, wenn der Oberbürgermeister der Stadt München anruft. Für nächstes Jahr ist mein erstes Kind geplant und mein Traum wäre, dass die Brücke befahrbar wäre, bis es Radfahren kann.

Mit freundlichen Grüßen und allerbester Hoffnung,

Markus Ring

+31

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 03. September 2009
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Ring,

vielen Dank für Ihre Anregung. Auch aus Sicht der Stadt ist der Umbau einer der beiden bestehenden Eisenbahnbrücken zu einer Fuß- und Radwegbrücke wünschenswert, wie dies auch schon der Bezirksausschuss 11 (Milbertshofen – Am Hart) im November 2006 beantragt hatte.

Wie Sie selbst schreiben, war aufgrund der Planungsunsicherheiten bezüglich des Baus der Magnetschwebebahn bis Juni 2008 keine endgültige Entscheidung über die bestehenden Eisenbahnbrücken möglich. Allerdings hatte die Stadt schon im Rahmen ihrer Stellungnahme zur Magnetschwebebahn die Forderung eingebracht, das Brückenbauwerk zu erhalten und eine Fuß- und Radwegverbindung vorzusehen.

Nachdem das Transrapid-Projekt nun endgültig gescheitert ist, hat die Stadt den Brückenumbau jetzt inhaltlich in die Rahmenplanungen „München 2018“ eingebracht. Ein wesentlicher Aspekt der Rahmenplanung ist die bessere Vernetzung des Olympiaparks mit den umliegenden Quartieren sowie den Grün- und Freiräumen - und unter diesem Aspekt wird auch die Frage des Umbaus der Eisenbahnbrücke zu einer Fuß- und Radwegverbindung zu berücksichtigen sein.

Der Beschluss für die Rahmenplanung „München 2018“ wird voraussichtlich Ende des Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres in den Stadtrat eingebracht werden. Bis dahin muss ich Sie leider noch um etwas Geduld bitten.

Mit freundlichen Grüßen