Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor P. Ochsenbauer am 18. Oktober 2013
3727 Leser · 18 Stimmen (-0 / +18) · 0 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Mit 50 Jahren: Alt und abgeschrieben?

Sehr geehrter Herr Ude,

Ich möchte Ihnen gerne folgende Fragen stellen:

Wieso findet man im Internet fast nur Qualifizierungsmaßnahmen und Wiedereingliederungsprogramme für Jugendliche und kaum welche für die Generation um die "50"?

Gibt es außerhalb des Rentenversicherungsträgers keine andere Möglichkeit, dass ich mich z.B. als Fahrradmonteur, oder Eltektrofachkraft qualifizieren könnte? (z.B. Teilqualifizierung, Praktikumsplatz, etc.)

Wie passt das zusammen, dass man die gesetzliche Rente nun ab 67 Jahren erhalten soll, jedoch kaum ein Betrieb ältere Arbeitnehmer einstellen möchte? Bzw. keine Arbeitsstellen für 50-jährige vorhanden sind?

In körperlich anstrengenden Berufen mit manuellen Tätigkeiten, welche körperlichen Verschleiß verursachen, ginge man also davon aus, dass man mit 66 Jahren noch Gerüste aufbaut, 80 kg schwere Pflegefälle hebt, 12-stündige Wechselschichten im Bewachungsgewerbe schiebt, etc.?

Die Quintessenz ist doch:
"Dass man älteren Bewerbern keine Chance mehr geben möchte, weil sie ein zu hoher Kostenfaktor seien." Man hat selbst Probleme damit, für die bereits beschäftigten Arbeitnehmer einen bundesweiten Mindestlohn von 8,50 € durchzubringen, weil man dem Arbeitnehmer misstraue.

Es ist doch nachweislich real und möglich - auch ohne Stellenabbau - dass eine Arbeitskraft mindestens 8,50 € bekäme. Dabei macht der Unternehmer nachweislich immer noch Gewinn.

Und generell stelle ich fest:
Man bekommt über die Presse Meldungen, wie "fast Vollbeschäftigung erreicht", "Wir sind wirtschaftsstark, etc." zu hören.

Jedoch kämpfen viele in meinem Alter mit einer Art "Alters-Diskriminierung", da ich bereits ca. 90 Bewerbungen (innerhalb eines kurzen Zeitraumes) geschrieben habe, jedoch immer nur Absagen erhalte.

Auf Nachfrage sagte man mir, ich sei "überqualifiziert" oder man habe sich für einen anderen Bewerber entschieden, welcher/e den Anforderungen des Stellenprofils besser entspräche. Man solle dies jedoch nicht als persönliche Wertung aufnehmen, etc.

Ich möchte keinen Generationenkonflikt heraufbeschwören, jedoch denke ich, dass der Grund für die vorrangige Förderung von Jugendlichen, lediglich der ist, dass man nicht will, dass die Jungen, lebenslange Sozialfälle werden und dem Staat zu lange auf der Tasche lägen.

Das ist auch verständlich und es ist auch sehr gut, dass man sich um die Jugend kümmert, doch man darf dabei vor Allem die mittlere Generation um die 50 nicht vergessen,

welche nicht nur mit der präkeren Arbeitsmarktsituation zu tun hat, sondern sich zudem um die Jugend in der eigenen Famile und meist auch noch (wie in meinem Fall) um die Pflegefälle der Großelterngeneration kümmert.

Wenn man die Situation genauer betrachtet, muss man sich über die zunehmende Altersarmut nicht wundern, denn die Ursachen sind bekannt.

Wenn dann unsere Generation in Altersarmut abgeschrieben sei, stünde dann der Pflegenotstand, als nachfolgendes Dilemma vor der Türe?

Meines Erachtens bahnt sich hier eine Art "Teufelskreis" an, der die Qualität sozialen Sprengstoffes beinhaltet.

Man darf nicht die Generationen gegeneinander ausspielen, --> weder die Jungen gegen die Alten, noch die Alten gegen die Jungen !

sondern es müsste ein Miteinander geben. Nur in diesem Kontext wären Lösungsansätze möglich.

Man könnte jedoch der Zunamhe von Pflegefällen

(welche ursächlich meines Erachtens mitunter in der vorausgehenden Arbeitslosigkeit begründet wäre),

dadurch begegnen, indem man ältere Bürger "aktiv" in das Erwerbsleben integriert und im Erwerbsleben behält.

Bei Umkehrung der Alterspyramide und der Zunahme an älteren Menschen müsste man da nicht schon auch von politischer Seite her, jetzt endlich, vermehrten Handlungsbedarf sehen?

Mit freundlichsten Grüßen
Peter Ochsenbauer

+18

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.