Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor Frank Keller am 01. Februar 2011
9562 Leser · 85 Stimmen (-2 / +83) · 0 Kommentare

Umwelt und Gesundheit

Minimierung des Bahnlärms Lichtenfelser- / Leienfelsstraße in Mü-Aubing

Sehr geehrter Herr Ude,

ich möcht mich mit folgendem Anliegen und damit verbundener Fragestellung an Sie wenden:

Wann wird endlich ein Schallschutz an der o.g. Bahnstrecke installiert?

Folgender Hintergrund:

Der Bahnlärm an der o.g. Strecke in Mü-Aubing hat in letzter Zeit enorm zugenommen. Ich als Anwohner direkt an der Strecke merke das enorm. Nachbarn bestätigen mir das, die sind ebenfalls enorm betroffen. Die Nachtruhe wird dermassen oft unterbrochen, das es keine Freude mehr ist, dort zu wohnen. Auch tagsüber sprengt es inzwischen den Rahmen des Hinnehmbaren.

Hervorgerufen wird das von der gestiegenen Anzahl der durchfahrenden Züge (Güterzüge, Personenzüge, Züge im teilweise 2 min Rhytmus, usw.), als auch von der Lautstärke (über 80 dB(A) gemessen) durch unter anderem ausgefahrene Gleise, schwere Dieselloks, Hupen beim Vorbeifahren, usw..

Früher hat man eine S-Bahn nur vorbeizischen hören, heute übertönt ein vorbeifahrender Zug locker eine im Betrieb befindliche Kreissage !!!, nur damit Sie sich den Lärmwert in etwa vorstellen können, von dem ich spreche, also locker über 80 dB(A).

Deswegen wäre es gut, wenn Sie sich dafür bei der Bahn einsetzen würden, das dem Abhilfe geschafft wird mit allen möglichen Mittel und hoffentlich bald. Es gibt Lärmschutzverordnungen, die auch für die Bahn gelten. Diese müssen rasch hier umgesetzt werden.
Daher wäre es gut, wenn möglichst rasch SCHALLSCHUTZWÄNDE aufgestellt werden.

Ich habe das Thema schon mehrfach in der Bezirksausschusssitzung in Aubing angebracht und ich habe auch bei der öffentlichen Sitzung am Dienstag, 29.06.10. darüber öffentlich vorgetragen.

Als sinnvoll erachte ich es ebenfalls, dass eine Ortsbesichtigung bei mir in der Lichtenfelser Str. mit allen Beteiligten stattfindet, damit sich alle Beteiligten ein Bild von der Lärmsituation vor Ort machen können. Sonst kann man sich das einfach nicht vorstellen. Dazu solten auch Vertreter der Bahn gehören, die aber auch entscheidungsbefugt sind.

Ich hoffe Sie können mich und alle anderen Betroffenen hier unterstützen, damit diese Grundstücke an der Bahn wieder lebens- und liebenswert werden.

Ich habe zwischenzeitlich eine Unterschrifteninitiative ins Leben gerufen bei der ich eine großen Zuspruch erhalten habe. Ebenso kommt aus den Begleitschreiben einiger Betroffener eindeutig heraus, dass der Lärmpegel nicht mehr hinnehmbar ist. Diese kann ich Ihnen gerne zukommen lassen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Frank Keller

+81

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 26. Mai 2011
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Keller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Problematik der Lärmbelastung an Schienenwegen ist seit vielen Jahren Gegenstand zahlreicher Bürgerbeschwerden, Stadtratsanträge und Bürgerversammlungsempfehlungen, in denen dringend Lärmschutz an bestehenden Schienenwegen innerhalb des Stadtgebietes, insbesondere auch an der Bahnstrecke Pasing – Geltendorf – Lindau, gefordert wird. Leider ist die Landeshauptstadt München aber nicht der richtige Ansprechpartner – zuständig ist in diesen Fällen der Bund.

Die Bundesregierung hat u.a. auf Initiative der Landeshauptstadt München 1998 ein Sonderprogramm zur Minderung der Verkehrslärmbelastung (Lärmsanierung) an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahn des Bundes verabschiedet. Durchgeführt wird die Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes von der DB Projektbau GmbH. Im Rahmen dieser Lärmsanierung dürfen Lärmminderungsmaßnahmen jedoch nur dann realisiert werden werden, wenn kein weiterer Anspruch auf Lärmvorsorge durch andere (zukünftige) Maßnahmen zu erwarten ist. Dies trifft in Ihrem Fall zu. Die Bahnstrecke Pasing – Geltendorf – Lindau soll bis Buchenau 4-gleisig ausgebaut werden. Da es sich dabei um eine wesentliche Änderung nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) handelt, sind in diesem Fall Schallschutzmaßnahmen zur Lärmvorsorge im Rahmen des Planfeststellungsverfahren vorgeschrieben. Hierbei werden die zu erwartenden Lärmimmissionen neu berechnet und die entsprechenden Schallschutzmaßnahmen angeordnet. Vorab besteht deshalb kein Anspruch auf Lärmsanierungsmaßnahmen in diesem Bereich.

Nach meinem Kenntnisstand treibt die DB Netz AG derzeit die Planungen zum 4-gleisigen Ausbau der Bahnstrecke voran. Eine Vorplanung – die Entwurfs- und Genehmigungsplanung liegt vor. Ein genauer Realisierungstermin kann jedoch derzeit nicht benannt werden.

Ich bedauere es, Ihnen keine erfreulichere Antwort geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen