Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Markus Hahnel am 14. März 2013
5349 Leser · 139 Stimmen (-14 / +125) · 2 Kommentare

Planen und Bauen

Mietwohnungsbau über gemeinnützige Fonds - ohne Bankster dafür für knapp 5 Euro Monatsmiete pro QM

Sehr geehrter Herr Ude,

als in München geborener Bürger, mit Studium und gutem Job werde ich mir - wie viele Tausende Mitbürger auch - meine Stadt spätestens als Rentner nicht mehr leisten können.
Stadtviertel über Stadtviertel wird gentrifiziert. Die örtlichen Immo-Raffkes überbieten sich mit Sevens, -höfen,-quartiers, -palais. Hauptsache Superlativ, immer exklusiver und teurer.

Vielleicht bekomme ich dort sogar nen Aushilfsjob als Concierge/Doorman, Botoxkurier oder Dogsitter: So kann ich mein Einkommen aufbessern und dann nach Wolnzach oder weiter in mein 1-Zi-Wohnklo entpendeln und muß nicht mehr mit meinem Normalo-Anblick die tolle Stadt beleidigen.

Mein Vorwurf:
Sozialer Wohnungsbau existiert praktisch nicht mehr, Sozialbindung enfällt nach und nach. Und die Stadtpolitik gefällt sich in Zuzugs-Allmachtsphantasien. Beispiele wie die Messestadt Riem funktionieren nicht und werden lediglich zu sozialen Problembezirken: Neuperlach II, Hasenbergl II.

Welche einfachen und schnell umsetzbaren Alternativen (neudeutsch: Best Practices) gibt es?
Keine 150 km von München entfernt liegt die Stadt Salzburg. Dort schafft es die Stadt/Bundesland fast im Zentrum liegende, ansprechende, in zeitgemäßem Wohnstandard errichtete Mietwohnungen für sage und schreibe unter 5 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter zu bauen und anzubieten.

Wie geht das: Es funktioniert ohne Banken - mittels sog. revolvierender & gemeinnütziger Fonds.

Preiswertes und lebenswertes Wohnen für alle -
statt Gier und Rendite für wenige!

Es geht hier nicht um Klassenkampf und Sozialneid, aber ich zahle in München meine Steuern; ich habe kein Starnberg- optimiertes Null-Steuer-Modell dank Anlage V&V und schwinge mich dann kurz zu den Opernfestspielen auf meinen pro Karte mit gut 100,- Euro Steuergeld subventionierten roten Samtsessel! Wir Münchner müssen mehr und mehr feststellen, daß wir in unserer eigenen Stadt außen vor bleiben. Jeder Euro mehr für Miete heißt ein Euro weniger für die örtliche Wirtschaft, die Kultur usw.

Wann legen Sie die erste Milliarde in solchen revolvierenden Wohnungsbaufonds an??
Mit der Stadtsparkasse München hätten Sie einen kompetenten Partner, der das im Auftrag des Münchner Gemeinwesens verwalten könnte!
(Ich wäre der erste der sein Geld von den Banken abzieht und hier investiert.)

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Hahnel, München

Mehr Info:
http://www.taz.de/Sozialer-Wohnungsbau/!105262/

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Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Maria Käser
    am 17. März 2013
    1.

    Grundsätzlich ist dieser Vorschlag, Gelder mittels eines Fonds zu generieren nicht schlecht; aber es ändert nicht's an der Tatsache, daß in zentraler Lage in München einfach keine Flächen mehr vorhanden sind, die bebaut werden können bzw. sollen, es sei denn, man zerstört noch mehr Lebensqualität und lebt künftig wie in Legebatterien. Mehr Menschen in München bedeutet auch, daß München an den Rändern wächst, denn in der Stadt sind die qm-Preise so derartig gestigen, daß es für den "normalen" Wohnungsbau einfach nicht mehr finanzierbar ist. Denn auch Gelder aus einem Fonds sollten ja sinnvoll und verhältnismäßig ausgegeben werden!?

  2. Autor Kristina Müller
    am 30. März 2013
    2.

    Suchen Sie sich fünf Straßen in München und Sie werden feststellen es gibt noch Möglichkeiten:
    leere Bürogebäude, Brachflächen, ...
    Selbst in Schwabing

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