Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor M. Reitberger am 06. Mai 2010
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Bildung und Kultur

Messestadtkinder können kein Gymnasium wählen.

Sehr geehrter Herr Ude,

mein Sohn hat den Notendurchschnitt für den Besuch eines Gymnasiums erreicht (1,6), nun habe ich die Odyssee an Elterninformationsabenden der Münchner Gymnasien hinter mich gebracht. Unser absoluter Favorit ist das städt. Werner von Siemens Gymnasium, denn dort wird sogar die Förderung von Hochbegabung angeboten. Selbstverständlich habe ich, und natürlich mein Sohn, auch eine Ausweichmöglichkeit (Heinrich-Heine-Gym.). Aber eine wirkliche Alternative ist dies eigentlich nicht.
Nun ist uns an fast allen Schulen mitgeteilt worden, dass unsere Chancen, auf eine Aufnahme gleich null sind, aufgrund der Entfernung! Man wisse zwar um die Problematik in der Messestadt, könne aber hier nichts machen, nicht einmal ein sehr guter Notenschnitt würde etwas daran ändern.
Zwar steht meinem Sohn ein Platz auf einem Gymnasium zu, aber es wird sich wohl darauf hinauslaufen, dass es eine Schule wird, die noch Kapazitäten frei hat. Es kann doch nicht sein, dass mein Sohn auf eine Schule kommt, auf der nur Plätze frei sind, weil schlicht und ergreifend keiner sein Kind dort hinschicken möchte! Ich finde dies sehr diskriminierend den Kindern gegenüber, schließlich sind die Kinder aus der Messestadt keine Kinder zweiter Wahl! (Denn sonst würden sie wohl kaum das Zeug für ein Gymnasium haben!)
Die bereits seit langen in Planung befindliche Schule in Trudering ist erst in 2013 fertig, wenn überhaut jemals mit dem Bauvorhaben begonnen wird. Warum werden unsere Kinder hier so benachteiligt?
Ich habe schon die ersten Eltern wieder aus der Messestadt umziehen gesehen, selbst im Bekanntenkreis ziehen die Leute aus, weil keine ausreichende Schulversorgung vorhanden ist.
Ich kann auch nicht verstehen, weshalb ein riesiger Komplex von Berufsschule gebaut wurde, obwohl die frühere Berufsschule am Giesinger Bahnhof in einem akzeptablen Zustand war/ ist. Anstatt den Kindern eine Realschule / Gymnasium in diesem Gebäude, wenigstens vorrübergehend bis Trudering fertiggestellt ist, einzurichten.
Da drängt sich mir der Gedanke auf, dass von vornherein davon ausgegangen ist, dass die Menschen die hier wohnen, es sowieso zu nichts bringen werden!
Wie kann man hier Abhilfe schaffen?
Es ist für die Entwicklung des jeweiligen Kindes sehr wichtig, eine schulische Einrichtung zu finden, die den Bedürfnissen und den Fähigkeiten/ Begabungen entsprechen.
Diese Entscheidungsfreiheit wird uns aber genommen, nur weil wir in der Messestadt leben.
Für eine Stellungnahme wäre mein Sohn und ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Familie Reitberger

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