Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Björn Drubel am 13. Juli 2012
8047 Leser · 175 Stimmen (-25 / +150) · 1 Kommentar

Mobilität und Verkehr

Mehr Stellplätze für Radl

Sehr geehrter Herr Ude,

München - "Die Radlhauptstadt" , aber leider: nicht heute und jetzt! Ein ganz grosses Ärgernis für mich als Jemand,der aus Überzeugung auf das Rad umgestiegen ist und das eigene Auto abgeschafft hat: Es ist fast unmöglich im nahe meiner Wohnung angrenzenden öffentlichen Raum einen adäquaten sicheren Abstellplatz für mein Rad zu finden. In Wohngegenden wie der Au, gibt es nicht nur Parkplatzprobleme für Autos, nein, selbst mit dem Rad bekommt man keinen gscheiden Platz mehr.

Unvorstellbar, aber wahr: Anwohner pöbeln und beschweren sich schon lautstark aus dem fenster heraus, wenn man sein Radl an eine Strassenlaterne oder an Regenfallrohren am Fussweg abstellt und anschliesst .

Wörtlich musste ich mir Folgendes an verschiedenen Stellen in AU/Untergiesing anhören:

"Es klappert beim Abschliessen! Das stört mich!"

"Sie wohnen doch gegenüber, unsere Leute ,die hier wohnen bekommen hier keinen Platz mehr zum Abstellen ihrer Räder"

Soweit ist es schon und da überlege ich mir ernsthaft, ob ich wieder bald auf das Auto umsteige, denn da kann ich das Fenster zumachen und muss mir deratigen Schmarrn nicht anhören.

Mein Vorschlag, wenn man schon eine "Radlhauptstadt" sein möchte: In bestimmten Gegenden und bestimmten Abständen PKW Parkplätze zu sicheren Abstellplätzen (mit gscheiden An-/Abschliessmöglichkeiten,toll wäre auch eine Überdachung!) für Fahrräder umfunktionieren. Ich denke das würde auch die zugestellten Fusswege wieder etwas entlasten. Also hier in der Au wäre sowas bestimmt willkommen. Umweltbewusstein sollte wenigstens so etwas gefördert werden. Soetwas würde nicht nur das Stadtbild verschönern, sondern auch etwas die beherrschende Dominanz von Autoblech hier in den Wohngegenden relativieren. Radln in München ist ja noch unattraktiv genug und da gibt es wirklich noch sehr viel zu tun, damit Radln hier sicher ist und Spass macht. Noch sehe ich, dass München "Autohauptstadt " ist und das der Umstieg auf das Rad noch nicht wirklich attraktiv genug scheint.

Ich werde meinen Vorschlag " Radl-Abstellplätze in Wohngegenden" auch als Antrag beim Bezirksausschuss Au-Haidhausen einreichen.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüssen aus der Au

Björn Drubel

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N A C H T R A G :

Ich möchte noch zu meinem Beitrag oben etwas hinzufügen.

Mann könnte diese (überdachten?) Stellplätze/Parkplätzboxen!? ja auch Videoüberwachen (Internet), dann hat man den Langfingern auch schon wieder etwas an Möglichkeiten genommen.

Zudem wäre es super, wenn diese Abstellplätze über Aufladestationen für EBIKES verfügen würden.

ZUR FINANZIERUNG:
Da soetwas ja auch eine Menge Geld kostet(Bau/Wartung..) schlage ich vor, diese Stellplätze für Radl eventuell über Werbung zu finanzieren(ähnlich der Bushaltestellen von der Firma Decaux).

Oder man gibt den Bau/Instandhaltung komplett an an soiche Firma ab. Die Stadt müsste nur die Flächen zur Verfügung stellen.

Das wäre ein Zeichen, und ein echter Schritt Richtung "Radlhauptstadt"

Mit freundlichen Grüssen

Björn Drubel

+125

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Antwort
von Christian Ude am 05. Oktober 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Drubel,

in der Tat hat der erfreuliche Anstieg des Radverkehrs in den letzten Jahren dazu geführt, dass es inzwischen an manchen Stellen auch Parkplatzprobleme für Fahrräder gibt.

Damit künftig an neuen Gebäuden von Anfang an genügend geeignete Abstellmöglichkeiten mit geplant und hergestellt werden, hat der Münchner Stadtrat eine Fahrradabstellplatzsatzung verabschiedet, die am 1.1.2013 in Kraft tritt. Dadurch werden die Grundstücksbesitzer künftig verpflichtet, analog der schon geltenden Satzung für Kfz-Stellplätze auch eine ausreichende Zahl an Fahrradabstellplätzen auf dem eigenen Grundstück nachzuweisen.

Bei Wohngebäuden im Bestand ist es zunächst die Aufgabe der Eigentümer- innen und Eigentümer, auf privaten Flächen, wie z.B. im Keller, in Hofzufahrten oder im Innenhof, Fahrradabstellmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Hierzu erarbeitet das Referat für Stadtplanung derzeit den Leitfaden "Platz für's Rad" mit Vorschlägen, Beispielen und Tipps, der Anfang Oktober erscheint und dann beispielsweise im PlanTreff in der Blumenstraße 31 oder unter www.muenchen.de/verkehrsplanung erhältlich sein wird.

Um den Radlerinnen und Radlern am Ziel Abstellmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und vor allem auch die Fußwege von abgestellten Rädern zu entlasten, hat die Stadt in Bereichen mit besonderem Abstellbedarf - wie Stadtteilzentren, vor öffentlichen Gebäuden oder Schulen - nach dem "Fahrradstellplatzkonzept" allein seit 2009 rund 2.500 zusätzliche Fahrradabstellplätze geschaffen. Entsprechend dem Grundsatzbeschluss "Radverkehr in München" wird dieses Konzept fortgeschrieben. Wo sonst keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen, werden hierfür auch Kfz-Stellplätze umgewandelt.

Da jedoch vor allem für die Bewohnerinnen und Bewohner und den Wirtschaftsverkehr auch Parkplätze für Kraftfahrzeuge notwendig sind, muss die Möglichkeit der Stellplatzumwandlung in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden. Überdachte Fahrradstellplätze können wegen der deutlich höheren Kosten, der Beeinträchtigung des Stadtbildes und des höheren Aufwands für Reinigung und Unterhalt in der Regel nur an S- und U-Bahnhaltestellen errichtet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Martin Wunderlich
    am 16. Juli 2012
    1.

    +1
    Allgemein ist schwer zu verstehen, warum in beinahe jeder Straße beidseitig Parkplaetze fuer Autos unterhalten werden. Die Abschaffung nur eines Autoparkplatzes boete mindestens 8 Fahrraedern bequem Parkmoeglichkeit. Vor allem auf der Leopold/Ludwigstraße waere dies aeußerst sinnvoll. Hier sollte man die Parkplaetze komplett abschaffen und dafuer die Radlwege verbreitern, sowie Radl-Parkplaetze einrichten.

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