Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor S. Schmidt-Rudloff am 27. April 2010
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Mobilität und Verkehr

Mehr Mobilität für unsere kleinsten Münchner - mit dem Turtlebus unterwegs

Sehr geehrter Herr Ude,

im Interesse unserer kleinsten Münchner wende ich mich hilfesuchend an Sie.

Gerade in der nun beginnenden warmen Jahreszeit unternehmen unserer Kinder mit der Kita Ausflüge zu den schönen Plätzen der Landeshauptstadt. Da die Krippenkinder meist noch nicht so weite Strecken laufen können, hat sich unsereKita einen Turtlebus gekauft, in dem 6 Kinder gleichzeitig sicher transportiert werden können. Bei der Beförderung in den öffentlichen Verkehrsmitteln hat es allerdings in der Vergangeheit immer wieder Probleme gegeben. Selbst wenn ausreichend Platz vorhanden war, hing es vom Wohlwollen des Trambahnfahrers etc. ab, ob der Turtlebus mitfahren durfte oder nicht. Ärgerlich gerade dann, wenn die Kita-Gruppe am anderen Ende von München steht und plötzlich nicht mit den öffentlichen Verkehrmitteln zurück zur Kita fahren kann.

Auf Bitte der Kita-Mitarbeiter sowie der Eltern hatte ich mich als Elternbeiratsvorsitzende hilfesuchend an die MVG gewandt. Die hat daraufhin im Dezember 2009 ihre Beförderungsbedingungen so geändert, dass nun der Transport eines Turtlebusses generell untersagt ist. Und das in München, der Stadt, die sich wie kaum eine andere in Deutschland die Familien- und Kinderfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Wie kommen Kita-Gruppen aus dem Stadtzentrum z.B. zum Zoo? Zum Englischen Garten? In den Hirschgarten? Zum Winterspielplatz am Sendlinger Tor? Für die Kleinsten ist ein solcher Ausflug mit der Kita-Gruppe derzeit völlig ausgeschlossen.

Die Eltern und Kita-Mitarbeiter finden, dass das doch nicht sein kann. Deshalb wende ich mich als Elternbeiratsvorsitzende an Sie, sehr geehrter Herr Ude, mit der Bitte um Unterstützung. Dieses Thema ist sicherlich von weit grösserem Interesse als es auf den ersten Blick scheint, denn davon ist nicht nur unsere Lita betroffen, sondern jede andere in München ebenso. Mir ist auch bewusst, dass Sie nicht die Beförderungsbedingungen der MVG ändern können. Aber ich - wie alle anderen Eltern - hoffe, dass Sie uns auf irgendeine Weise unterstützen können. Vielleicht können Sie auf die MVG einwirken, damit die Beförderungsbedingungen in diesem Punkt den Bedürfnissen der Münchner Bevölkerung angepasst werden.

Damit Sie besser wissen, wovon ich hier rede, anbei einige Daten zum Turtelbus:

-Größe Turtle Kinderbus:
L 175 cm x B 75 cm. Damit ist er nicht viel größer als ein gängiger Drillingswagen (Peg Perego: Tiefe 169,5 cm x Breite 60 cm), der ja auch in den öffentl. Verkehrsmitteln erlaubt ist.
Auch die zum Kinderwagen umgebauten Fahrradanhänger (Länge 156 x Breite 88cm) trifft man häufig in der U-Bahn an.

-Sicherheit:
Alle Sitze sind festmontiert und mit 5-Punkt-Festhaltegurten ausgestattet. Die Hinterräder haben Reifenbremsen und eine automatische Parkbremse. Somit ist auch aus Gründen der Sicherheit nichts gegen den Transport einzuwenden.

-Bild:
Damit Sie sich auch ein Bild anschauen können, der Link zum Hersteller: http://www.a-winther.com/pages/turtle_kiddy_bus/turtle_ki...

In Erwartung Ihrer Anwort verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

Dr. Sabrina Schmidt-Rudloff
Vorsitzende des Elternbeirats der Kita "Josefinum"

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Antwort
von Christian Ude am 27. Mai 2010
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt-Rudloff,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass auch der Oberbürgermeister nicht in das operative Geschäft von Verkehrsunternehmen eingreifen kann.

Die MVG hat zu Ihrer Anfrage wie folgt Stellung genommen:

„Erfreulicherweise wird das ÖPNV-Angebot der Münchner Verkehrsgesellschaft von den Fahrgästen sehr gut angenommen und die Fahrzeuge sind während der gesamten Betriebszeit gut ausgelastet. Turtlebusse oder andere große und sperrige Gegenstände können im Betrieb, so z.B. beim notwendigen schnellen Fahrgastwechsel, eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen und reduzieren auch das Platzangebot für die anderen Fahrgäste in erheblichem Maße.

Aus diesem Grund wurden zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember die MVV-Beförderungsbedingungen in einigen Teilen ergänzt (hier der § 11, Beförderung von Sachen; Anhang 4). Seit dem 13.12 2009 sind Leiterwagen, Segways, Scooter und ähnliche Sachen, deren Platzbedarf größer ist als 80 cm x 90 cm (Grundfläche) und deren Gewicht 25 kg überschreitet, in jedem Fall von der Beförderung in U-Bahn, Bus und Tram ausgeschlossen. Ausgenommen davon sind S-Bahnen, weil dort andere Platzverhältnisse bestehen. Dieser Änderung der Beförderungsbestimmungen gingen über einen längeren Zeitraum Beobachtungen und eingehende Situationsanalysen voraus.“

Mit freundlichen Grüßen