Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Marion Seidel am 26. April 2010
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Planen und Bauen

Mangelhafter Schallschutz beim NEUBAU von München Modell Häusern?!?!

Sehr geehrter Herr Ude,

nach langer erfolgloser Suche schien endlich unser Traum von den finanzierbaren eigenen vier Wänden zum Greifen nahe – wenn sich nicht nach gründlicher Lektüre der Baubeschreibung und Gesprächen mit Experten herausgestellt hätte, dass die Stadt München einem Unternehmen den Zuschlag für den Bau eines München Modells gegeben hat, das nur den absoluten Mindestschallschutz (von 57dB) in Form von EINER Haustrennwand plant, was heute „nicht mehr dem Stand der Technik“ entspricht. Selbst der BGH urteilte schon vor 3 Jahren, dass die DIN 4109 – welche bei diesem Projekt Anwendung findet – veraltet sei und heute bei Neubauten die bestmögliche Schalldämmung (zweischalig mit Fuge, mind. 63dB, besser 68dB) zu erwarten sei. Da besteht die Stadt München einerseits auf dem Ökologischen Kriterienkatalog für Gebäude, die auf ihren Grundstücken errichtet werden, um u.a. „gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen“ und dann wird man vom vermeidbaren Lärm aus dem Nachbarhaus krank, weil sich offensichtlich keiner der Verantwortlichen (Bauträger und Architekt einerseits und genehmigende Behörde bei der Stadt andererseits) um die heute übliche Schallisolierung schert!!
Gibt eine plausible Erklärung dafür, dass man diese unzeitgemäße, aber billige, Lösung wählt und auf Kosten der nichts ahnenden Käufer am normalen Komfort spart?? Macht es Sinn, dass wider besseren Wissens nach veraltetem Standard gebaut wird, wo man heute um die krank machende Auswirkung von Lärm und dessen einfache Vermeidung weiß? Muss ich jedes Wort aus dem Nachbarhaus mitanhören, nur weil der Bauträger findet, dass der Mindestschallschutz für uns schon tauglich sei?? Viele Familien, die gutgläubig darauf vertrauen, dass die Stadt ihnen keine schlechte Qualität anpreist, werden sich über Jahrzehnte hoch verschulden und sind für 15 Jahre an das München Modell gebunden, ohne es verkaufen zu können, wenn sich herausstellt, dass ihr neues Eigenheim fast so hellhörig wie ein Plattenbau ist.

Die Beantwortung meiner Anfrage eilt, da der Baubeginn noch nicht erfolgt ist, aber demnächst bevorsteht!! Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass diesem Wahnsinn noch Einhalt geboten werden kann und doch noch eine wunderbare Anlage für Familien in München-Allach entsteht!

Mit freundlichen Grüßen

M. Seidel

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Antwort
von Christian Ude am 12. Oktober 2010
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Seidel,

zunächst muss ich darauf hinweisen, dass die Landeshauptstadt München hier nicht als Vertragspartnerin oder sonstige Beteiligte im Bau- und Kaufvertrag betroffen ist. Die von Ihnen zitierte Baubeschreibung ist uns daher im Detail nicht bekannt.

Die Anforderungen an den Vorbeugenden Schallschutz im Wohnungsbau (DIN 4109) sind seit einigen Jahren Gegenstand verschiedener Gerichtsverfahren. Mehrheitlich geht die Rechtsprechung wohl davon aus, dass insbesondere für die von Ihnen angesprochenen Haustrennwände von Reihen- und Doppelhäusern höhere Anforderungen an den Schallschutz als anerkannte Regel der Technik anzunehmen sind. Dabei werden aber durchaus unterschiedliche Schallschutz(mindest-)werte unterstellt. Deshalb müssen Detailfragen zur Qualität des Schallschutzes unmittelbar mit dem Ersteller bzw. Verkäufer der Häuser geklärt und bei Bedarf vertraglich geregelt werden.

Das Planungsreferat wird seine Merkblätter und Beratungsunterlagen für den geförderten Wohnungsbau um einen ausdrücklichen Hinweis auf die verschiedenen Auslegungen der Mindestanforderungen zum Schallschutz im Wohnungsbau ergänzen.

Rechtlich gibt es für die Landeshauptstadt München keine Möglichkeit, hier unmittelbar auf einen besseren Schallschutz hinzuwirken. Insbesondere ist der Schallschutz nicht Prüfgegenstand eines vereinfachten Baugenehmigungsverfahrens.

Die für Vorhaben im geförderten Wohnungsbau verbindlichen Wohnraumförder-bestimmungen des Bayerischen Staatsministerium des Inneren enthalten keine zusätzlichen Anforderungen an den Schallschutz geförderter Wohnungen. Damit entfällt auch die Möglichkeit, eine entsprechende Nebenbestimmung in die Förderbescheide aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen