Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Maria Käser am 08. November 2012
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Gesellschaft und Soziales

Lockerung des Tanzverbotes an den "stillen Feiertagen"

Werter Herr Ude,
mit großem Unmut habe ich vernommen, daß die Politik wieder einmal vor der Kommerz- und Eventgier einen Kniefall gemacht hat. Warum in Gottes Namen, wurde das Tanzverbot gelockert?
Ist es einer Gesellschaft, auch der Jungen, nicht mehr zuzumuten, an 6 Tagen im Jahr, auf Kommerz-, Event- und Fun zu verzichten? Ja es geht nur um 2 Stunden pro stillen Feiertag, aber in ein paar Jahren reden wir wieder über ein paar Stunden mehr. Es ist ein eindeutiges Signal, sich immer mehr von den christlichen Werten zu verabschieden. Warum werden konsequenterweise die Feiertage nicht ganz abgeschafft? Ach so, den Feiertag, um nicht arbeiten zu müssen oder in die Schule gehen zu müssen will man schon behalten, aber die Gründe, warum es diese Feiertage überhaupt gibt, interessieren niemanden mehr. Was für eine traurige Gesellschaft, die sich immer nur das vermeintlich Positive rauspickt. Es wird debattiert und von einigen gefordert, daß auch die muslimischen Bürger ihre Feiertage begehen können, gleichzeitig werden die christlichen Feiertage ausgehöhlt. Was soll man nur davon halten?

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Antwort
von Christian Ude am 21. Februar 2013
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Käser,

vielen Dank für Ihre Anfrage - zuständig für die Änderung des Feier- tagsgesetzes ist allerdings der Freistaat und nicht die Stadt München.

Die bayerische Staatsregierung schlägt eine Lockerung des „Tanzverbotes“ an Stillen Tagen dergestalt vor, dass der Beginn des Schutzes um zwei Stunden von Mitternacht auf 2 Uhr nachts verschoben wird (ausgenommen Karfreitag bzw. Karsamstag). Sowohl die Katholische Kirche als auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern wurden an der Entscheidungsfindung beteiligt. Beschließen muss diese Änderung der bayerische Landtag.

Das Ausgehverhalten vor allem junger Leute hat sich deutlich verändert, der Tag endet nicht mehr um Mitternacht, sondern subjektiv mit dem (oft sehr viel späteren) Nach-Hause-Kommen.

Aus Sicht der Stadt wird eine entsprechende Lockerung als verträglich angesehen, da der Stille Tag ja erst mit dem Aufstehen auch als solcher empfunden wird und daher eine Störung der Allgemeinheit nicht zu befürchten ist.

Mit freundlichen Grüßen