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Autor T. Scheiderbauer am 14. April 2009
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Mobilität und Verkehr

LKW FAHRVERBOT

sehr geehrter herr bürgermeister

trotz der tatsache, dass ich kein münchner bürger und nicht einmal bayer bin, habe ich ein anliegen, mit dem ich mich direkt an sie wenden will.

ich möchte mich zuerst kurz vorstellen. mein name ist scheiderbauer thomas. bin 37 jahre alt und komme aus vorarlberg. beruflich fahre ich woche für woche mit meinem 40 tonnen lkw kreuz und queer durch europa. unter anderem muß ich deshalb auch oft durch münchen... oder besser gesagt, seit einer weile darum herum fahren.

und genau da liegt nun das problem, dass ich hier ansprechen will.
münchen ist eine wunderschöne stadt. meiner meinung nach die schönste stadt deutschlands. und damit meine ich jetzt nicht nur das oktoberfest sondern in erster linie die offenheit und freundlichkeit, die einem in ihrer stadt immer wieder entgegengebracht wird.
ich bin mir darüber bewusst, wie sehr ihre bürger unter dem immer stärker zunehmenden verkehr leiden. zum einen wegen der lärmbelästigung. zum anderen weil ein lkw nun mal mehr platz braucht und in stoßzeiten der kleinste fahrfehler zu einem verkehrskollaps führen kann.
ich habe also vollstes verständniss dafür, dass sie den schwerverkehr auf die A99 umleiten wollen.
sie tun das unter dem deckmantel des umweltschutzes und das ist einfach nicht nachvollziehbar.
mein lkw (euro 5) ist wirklich sehr sauber. sauberer als so mancher PKW der durch ihre stadt fährt. sauberer als die meisten ostblock reisebuse, die einem am inneren ring immer mit einem höllen tempo überholen.
fahre ich auf der A99 um münchen herum, brauche ich 40 minuten länger. zur rushhoure verdoppelt sich die zeit.
der dieselverbrauch vervierfacht sich bei diesem umweg. somit auch die umweltbelastung! abgase, die zwar nicht direkt in ihrer stadt freigesetzt werden aber doch unmittelbar daneben.

dazu kommt noch das problem mit dem zeitverlust. ich selber habe das glück einen cheff zu haben, der selber jahrelang gefahren ist und der nicht sofort mit der kündigung droht, wenn ich einmal nicht in den erlaubten 9 stunden fahrzeit von vorarlberg nach wien komme. ich kenne aber genug kollegen, die nun wegen dem durchfahrtsgebot ständig zwischen jobverlust und hohen geldstrafen entscheiden müssen. strecken, bei denen man früher auch mal irgendwo einen aussertourlichen kaffe trinken gehen konnte, sind heute nicht mehr in der zeit zu schaffen, die einem vom gesetz her vorgeschrieben wird.
dieser stress, der durch fahrverbote, überholverbote, staus und schikanöse polizeikontrollen (hauptsächlich auf der A99, farhtrichtung stuttgart), macht aus vielen lkw fahrern, die sonst die ruhe in person sind, unberechenbare straßenrowdis.

ich bitte sie, herr bürgermeister.... denken sie darüber nach, ob das durchfahrtsverbot für die stadt münchen nicht etwas gelockert werden könnte.
zum beispiel ein fahrverbot von 7.00 bis 10.00 uhr und dann wieder von 16.00 bis 19.00 uhr.
vielleicht könnten sie das thema in der nächsten stadtrats sitzung ansprechen.
sie würden damit helfen, die strassen wieder etwas sicherer zu machen und würden verhindern, dass sinnlos geld in diesel investiert werden muss, nur um unnötig einen umweg zu fahren.

für rückfragen stehe ich ihnen jederzeit schriftlich zur verfügung.

hochachtungsvoll
Scheiderbauer Thomas

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