Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Stefan O. Thiem am 29. Dezember 2011
10590 Leser · 149 Stimmen (-3 / +146) · 8 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Lilalu e.V.

Sehr geehrter Herr Ude,

ich habe von Frau Seliger, der Projektleiterin von Lilau e.V., sowohl telefonisch als auch per Email erfahren, dass die Fortführung von Lilalu konkret gefährdet ist. Gründe hierfür sind auskunftsgemäß vor allen Dingen ausbleibende Spendengelder, unerwartete Zahlungsverpflichtungen (Ersatz Rasen für Sportverein in Laim) und wegfallende Sponsoren.

Meine Tochter und ich, wir haben selber den Wert dieser Initiative erfahren dürfen - meine Tocher konnte sich mit anderen Kindern unter einer professionellen Anleitung in artistischen Bereichen ausprobieren und ich konnte während dieser Zeit arbeiten. Mein Eindruck war, dass die Betreuung der Kinder hervorragend ist.

Ich selber bin glücklicherweise in der finanziellen Situation, den Beitrag zur Ferienbetreuung selbst aufbringen zu können, ich weiss jedoch von anderen "ärmeren" Eltern, dass sie finanziell unterstützt werden. Auch dies ist eine wertvolle Funktion von Lilalu in unserer Gesellschaft.

Nun zu meiner Frage: sehen Sie denn eine Möglichkeit, dass die Stadt München oder vielleicht das Stiftungsbüro der Stadt München Lilalu e.V. über diesen finanziellen Engpass hinweghelfen?

ich selber stehe in keiner Verbindung zu Lilalu und bin auch sonst kein grosser Lobbyist - ich schreibe Ihnen in meiner "Funktion" als Vater einer Tochter und in Sorge, dass für die Münchner Kinder etwas Wertvolles verloren gehen könnte.

Mir ist die finanzielle Knappheit der öffentlichen Kassen durchaus bewusst, ich selber habe auch schon meinen Beitrag zum Erhalt von Lilau e.V. geleistet (Spende), aber angesichts der wichtigen Funktion der Ferienbetreuung für die Eltern und vor allen Dingen für die Kinder, muss es doch möglich sein, eine derartige Institution zu erhalten.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Thiem

+143

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Antwort
von Christian Ude am 08. März 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Thiem,

wie Ihnen durch die zahlreichen Pressemeldungen der vergangenen Wochen bekannt sein wird, musste der Träger LILALU e.V. Anfang des Jahres 2012 beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden. Eine vorläufige Insolvenzverwaltung wurde durch Beschluss des Amtsgerichts München angeordnet.

Das Ferienprogramm des Trägers LILALU e.V. wurde seit 2009 durch die Landeshauptstadt München/Stadtjugendamt bezuschusst. Die Gründe für die Insolvenz resultieren aus der Geschäftstätigkeit des Trägers und liegen damit nicht im Einflussbereich der Landeshauptstadt München.

Die für das Jahr 2012 vorgesehenen Zuwendungen für das Ferienprogramm des Trägers LILALU e.V. müssen jedoch aus haushaltsrechtlichen Gründen und aufgrund der finanziellen Situation des Trägers bis zur Klärung der Sachlage eingestellt werden.

Sobald der vorläufige Insolvenzverwalter die von uns geforderten Unterlagen vorlegt, kann eine Entscheidung getroffen werden, inwieweit die Fördervoraussetzung der Landeshauptstadt München zur Gewährung von Zuwendungen für das Ferienprogramm weiterhin noch gegeben ist.

Es ist mir ein besonderes Anliegen, gerade auch in den Ferienzeiten die Münchner Familien zu entlasten und damit einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leisten sowie für die Münchner Kinder und Jugendlichen attraktive und abwechslungsreiche Ferien- und Freizeitaktionen anzubieten

Neben LILALU e.V. gibt es in München aber noch weitere Träger der Jugendhilfe, die von der Stadt gefördert werden und in allen Schulferien ein buntes Spektrum an qualitativen und professionellen Ferienmaßnahmen anbieten. Die Teilnahmepreise sind grundsätzlich moderat gestaltet und für Familien mit geringem Einkommen gibt es zudem die Möglichkeit von Ermäßigungen.

Die Träger der Jugendhilfe sind bestrebt, die Angebote so zu gestalten, dass die Teilnahme allen interessierten Münchner Kindern und Jugendlichen möglich ist.

Eine guten Überblick über dieses vielfältige Angebote der unterschiedlichen Anbieter von Ferienmaßnahmen bietet die Feriendatenbank unter www.ferien-muenchen.de. Mittels verschiedener Such- und Profilkriterien (Alter, Thema, Veranstalter, Dauer der Angebote, usw.) ist es möglich, schnell und umfassend die Angebotspalette und freie Plätze aktuell und jederzeit zu recherchieren.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (8)Schließen

  1. Autor Susanne Heinzmann
    am 29. Dezember 2011
    1.

    Sehr geehrter Herr Ude!

    für mich und viele andere betroffene Eltern wäre es eine Katastrophe, sollte es Lilalu nächstes Jahr nicht mehr geben.

    Wie wäre es denn schlicht und ergreifend, wenn die Stadt München einmal völlig unbürokratisch und vor Allem schnell helfen würde, anstatt Lilalu bereits zu beerdigen und zu überlegen, wem man denn nächstes Jahr die Fördergelder zuschustern könne.

    Wir sprechen von einem Verein, dessen Schirmherr Sie, unser geschätzter Bürgermeister Ude sind. Wo ist denn Ihr "Rettungs"schirm?

    Wir sprechen hier von nahezu 6000 Betreuungsplätzen in mittlerweile nahezu allen Ferienwochen - lediglich die letzte Sommerferienwoche war in 2011 nicht abgedeckt.

    Wir sprechen von 1000 oder sogar mehr Betreuungsplätzen, die bedürftigen Kindern zur Verfügung gestellt werden.

    Wollen Sie mir verraten, wer so etwas stemmen will? Lilalu ist in langen Jahren in diese Aufgabe hinein gewachsen. Das Personal ist pädagogisch ausgebildet und die Workshopleiter sind qualifiziert.

    Ganz ehrlich - was soll ich denn mit den Ferienangeboten der Stadt München?
    Kann ich mein Kind, wenn es nötig wäre in allen Ferienwochen unproblematisch unterbringen? - Nein!
    Will ich mein Kind für Wochen mit Fremden irgendwohin schicken? - Nein!
    Nützen mir Sportangebote, die gerade Mal 3 Stunden am Tag angeboten werden? - Nein!
    Will ich meine Kind mit gelangweilten Betreuern auf die seit Jahren gleichen Tagestouren schicken, die es schon beim ersten Mal langweilig fand? - Nein!

    Wir berufstätigen Eltern benötigen eine zuverlässige Betreuung in allen Ferienwochen, die von frühmorgens bis zum späten Nachmittag buchbar ist, die den Kindern neue Welten eröffnet, das Sozialverhalten schult und auch noch Spass macht. Mit einem Wort Lilalu.

    Stadt München, komm endlich in die Gänge und tut das Richtige: rettet Lilalu!

    Zornige Grüße

    Birgit Susanne Heinzmann

  2. Autor Christoph Müller
    am 30. Dezember 2011
    2.

    Sehr geehrter Herr Ude,
    diese Einrichtung muss doch nicht pleite gehen, oder? In München haben wir den reichsten (besten) Fußball-Verein, auch FC Bayern genannt... Warum können da nicht mal dessen Funktionäre oder Spieler die Schirmherrschaft übernehmen, um diese am Laufen zu halten... Sie als OB haben doch den besten Draht zu Höneß! Einfach mal nachfragen... Natürlich sind auch andere Millionäre der Stadt sehr willkommen, diese Einrichtung zu unterstützen...

    Einstweilen und gesundes Neues...

    Christoph Müller

  3. Autor Susanne Salomon
    am 30. Dezember 2011
    3.

    Auch ich habe den verzweifelten Aufruf von Frau Seliger erhalten, und habe gespendet. Möchte Sie aber dringend bitte das möglichste zu tun um Lilalu zu retten. Meine Tochter war diese Jahr während der Ferien dort betreut und ohne diese Betreuung hätte unsere Familie keinen einzigen gemeinsamen Urlaubstag gehabt, da wir die Betreuung unserer beiden Kinder garnicht anders hätten organisieren können (2 Kinder in 2 Einrichtungen macht 60 Schließtag pro Jahr, bei in Summe 56 Urlaubstagen muß man da nicht viel rechnen). Die Betreuung bei Lilalu war absolut perfekt, die Kinder sehr glücklich und in dieser kurzen Zeit lernen sie nicht nur etwas sprotliches, sonder vor allem Soziale Kompetenz. Ich weiß um die Betreuungssituation in München und frage mich, wie die Ferienbetreuung der Kinder ohne Lilalu weitergehen soll? Bitte helfen Sie!

  4. Autor Helmut Schlecht
    am 03. Januar 2012
    4.

    LILALU muss weiter unterstützt werden

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

    als Freunde von Eltern, die ihre Kinder bei LILALU angemeldet habe, konnte ich die letzten Jahre erleben, wie wichtig solche Ferienprogramme sind , die sich um künstlerische Erziehung kümmern und wo die Kinder auch viele neue Freunde finden.

    LILALU ist unverzichtbar für unsere Stadt.

    Wichtig für alle , die arbeiten müssen und die nicht wissen wohin in den 14 Ferienwochen

    Bitte setzen Sie sich doch als Schirmherr ein, dass LILALU weiterbesteht. Es gibt soviele Projekte, die wir in München als Familien nicht so dringend brauchen wie LILALU!!!!!

    Sehr geeehrter Herr Ude verzichten Sie darauf weitere Einsparungen zugunsten der Haushaltssanierung auf Kosten der Sozial schwächeren in München zu machen!!!

    M.f.G

    Helmut Schlecht

    PS: Durch Vermietungen von z.B. ungenützten Garagen der STadt könnte so maches Geld zusätzlich eingenommen werden - Siehe Vergabestelle 1

  5. Autor S. Kreisel
    am 04. Januar 2012
    5.

    Lieber Herr Ude,

    ich wünsche Ihnen ein wunderbares, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!

    Leider fängt für LILALU das Jahr nicht besonders erfreulich an und dem Jugendhilfeverein droht nun auch noch kurzfristig die Insolvenz. Dieses wunderbare und fantastische Ferienprogramm für Kinder ist in Gefahr.

    Bitte unterstützen Sie LILALU kurzfristig und bringen Sie dadurch tausende von Kinderaugen wieder zum strahlen.
    Kinder, die während der Workshop-Woche und nach der Galashow stolz und überglücklich sind.
    LILALU mit seiner einzigartigen Atmosphäre darf den Kindern nicht genommen werden.
    Bitte helfen auch Sie, Herr Ude.
    Wir schätzen Ihr bisheriges Engagement für München und deren Mitbewohnern sehr. Danke.

    Auch meine Tochter nimmt regelmäßig am LILALU-Programm mit Begeisterung und Freude teil.

    Bayerisches Fernsehen 03.01.2012
    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendunge...

    Vielen Dank und schöne Grüße
    Sabine Kreisel

  6. Autor Felix Stachelhase
    am 07. Januar 2012
    6.

    Lieber Christian Ude,

    bleiben Sie dabei, dass es kein Geld mehr für dieses Angebot gibt. Fakt ist, dass sich Lilalu nicht tragen kann und die jetzige Finanzklemme chronischer Natur ist. Es mag sein, dass dieses Angebot gut angenommen wurde - aber nicht für jede finanzielle Fehlentwicklung muss der Staat / Stadt aufkommen.

    Vielleicht ist nicht immer alles, was scheinbar umsonst ist richtig. Vielleicht sollte man sich einfach mal auch daran orientieren, dass alles auch einen Preis hat - und bedürftige Familien unbürokratisch dann gezielt unterstützt werden, als nach dem Rasenmäherprinzip. Denn Fakt ist auch, dass Frau Seeliger vor allem ihre Privatprojekte verwirklicht hat.

  7. Autor Dr. Matthias Meyn
    am 12. Januar 2012
    7.

    Sehr geehrter Herr Ude,
    dass LILALU aus dem jugendkulturellen und freizeitpädagogischen Angebotsprofil der Stadt München eigentlich nicht mehr weg zu denken ist, wissen Sie als Oberbürgermeister vermutlich selbst am besten. LILALU hat allerdings im Unterschied zu vielen lokal oder regional bedeutsamen Projekten längst eine bundesweite Ausstrahlung gewonnen und ist auf dem Sektor der Jugendkultur und Freizeitpädagogik nachgerade zu einem "Aushängeschild" der Stadt München geworden. Es sollte Sie daher nicht wundern, wenn ich Ihnen aus Dortmund schreibe und Sie eindringlich frage, was Sie als Oberbürgermeister der Stadt München konkret unternehmen wollen, um die Weiterarbeit von LILALU sicher zu stellen.

    Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe

    Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

    Dr. Matthias Meyn

  8. Autor Werner Bertolan
    am 13. Januar 2012
    8.

    zu den Aussagen meiner "Vor-Schreiber" möchte ich noch ergänzen:

    Ich habe in den letzten Jahren einige Male in den Sommerferien bei Lilalu mitgearbeitet - meist ehrenamtlich, so wie viele andere Erwachsene auch. Als Koordinator der Workshop-Abläufe hatte ich mit allen Workhops zu tun und war sozusagen immer nah an den Kindern dran.

    Wie erleben sie - um die es doch hier geht! - Lilalu?
    Mit großer Begeisterung, Engagement, Spass, gegenseitigem Helfen, Lampenfieber vor der Vorstellung,
    Stolz auf das Gelernte, auf die Kostüme, auf ihre Rolle, mit Freude über Erfolgserlebnisse, über den Applaus, der alleine schon einmalig für viele ist.

    Glauben Sie mir: die Kinder lieben Lilalu!
    Es ist für sie etwas Einmaliges und sehr sehr wichtig!
    (Viele von ihnen würden sicherlich sofort ihr Taschengeld opfern, um dabei sein zu können.)

    Welches andere Ferien-Angebot der Stadt liefert all das?
    Über Wochen? Ganztags? Für so viele Kinder? Und ihre Eltern? Mit so einem Zugewinn an Gelerntem, Selbstbewußtsein und Sozialverhalten?
    Ist das nicht eine ganze Menge wert? Auch Geld.

    Meine eigene Tochter war während meiner Lilalu-Arbeitszeiten auch immer dabei, und für sie war Lilalu immer ein Highlight des Jahres! Mit wochenlanger Vorfreude, mit täglicher Begeisterung während der Workshops, mit Ehrgeiz und Stolz bei der Vorstellung im großen Zirkuszelt. Wenn danach andere Kinder vom Urlaub mit den Eltern in Italien oder Griechenland erzählten, sprach meine Tochter über ihre Lilalu-Woche.
    Und raten Sie mal, wo die Augen der Kinder mehr strahlten?

    Daher appeliere ich an Sie:
    Bitte setzen sie sich dafür ein, dass Lilalu weitermachen kann.
    Es ist ein wirklich einmaliges Angebot für Kinder, mit einem hohen pädagogischen Wert. So ein Projekt darf einfach nicht sterben! Bitte tun sie es für die Münchner Kinder.

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