Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Claudia Steiner am 09. Januar 2014
9416 Leser · 223 Stimmen (-3 / +220) · 2 Kommentare

Bildung und Kultur

Legasthenie-Therapie

Sehr geehrter Herr Ude,

mein Sohn hat Legasthenie. Der Antrag für die Kostenübernahme der Legasthenie-Therapie beim Jugendamt dauert jedes Mal mehrere Monate, manchmal bis zu einem halben Jahr. Für Kinder, die auf eine regelmäßige Therapie angewiesen sind, um Fortschritte zu erzielen, und auch für die Therapeuten ist dies ein unzumutbarer Zustand. Besonders kontraproduktiv sind Therapieunterbrechungen auch, weil die Kinder die Therapie über das Jugendamt ja nur deshalb erhalten, weil sie vor dem Hintergrund der Teilleistungsstörung seelische Probleme entwickelt haben. Man ist auf das Entgegenkommen der Therapeuten angewiesen, um lange Therapielücken zu vermeiden. Dieses Verfahren geht absolut an den Bedürfnissen der Kinder vorbei.

Statistiken zufolge leiden drei bis fünf Prozent aller Schüler unter Legasthenie. Kinder, die mit dem Lesen und Schreiben Probleme haben, leiden sowieso schon genug unter dieser Situation - warum muss man diesen Kindern und ihren Familien das Leben noch schwerer machen? Wie kann man diesen Ablauf und dieses Verfahren beim Jugendamt verbessern und beschleunigen? Die Kollegen dort sind zwar freundlich und bemüht, aber offenbar völlig überlastet.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Steiner

+217

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Antwort
von Christian Ude am 27. März 2014
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Steiner,

selbstverständlich ist auch dem Stadtjugendamt München sehr an einer guten und wirksamen Hilfe zum Wohl betroffener Kinder und Jugendlicher gelegen. Wo Verbesserungsbedarf erkennbar wird, greifen wir das auf, um unsere Verwaltungspraxis stetig zu optimieren.

Mit Blick auf die angestrebte zeitnahe Fortsetzung begonnener Behandlungen erwägt das Sozialreferat deshalb verstärkt, bereits bei Erstbewilligung die Anzahl der Behandlungseinheiten zu erhöhen, wenn dies im Einzelfall fachlich begründet ist.

Zum Abschluss des Jahres 2013 wurde zudem der bisher zentral im Stadtjugendamt München organisierte Fachdienst für Eingliederungshilfen mit den psychologischen Fachdiensten der Sozialbürgerhäuser fusioniert. Durch die Fusion dieser psychologischen Aufgabenbereiche werden positive Synergieeffekte erwartet, wie z.B. optimierte Verfahrensabläufe, mehr Transparenz bzgl. Zuständigkeiten, mehr persönliche Kontinuität in der Fallbearbeitung, stärkere sozialräumliche Vernetzung und Kooperation. Der Psychologische Fachdienst wird weiterhin den Prozess der Inklusion unterstützen, bei dem unter anderem die Jugendhilfe- und Sozialhilfeträger zusammen mit dem Schulwesen intensiv daran arbeiten, ein inklusives Schulsystem zu entwickeln.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Maria Käser
    am 12. Januar 2014
    1.

    Mir stellt sich hier die Frage, warum diese Therapie nicht von der Krankenkasse bezahlt wird?

  2. Autor Claudia Steiner
    am 19. Januar 2014
    2.

    Liebe Frau Käser,

    das liegt daran, dass Legasthenie nicht als Krankheit gilt. Eine genauere Erklärung finden Sie z.B. unter diesem Link:
    http://bvl-legasthenie.de/sites/bvl-legasthenie.de/files/...

    Beste Grüße

    Claudia Steiner

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