Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor Marly Jedelhauser am 25. Januar 2010
4612 Leser · 47 Stimmen (-6 / +41) · 0 Kommentare

Bildung und Kultur

Kunst machen kostet?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Kennen Sie die Künstlerwohnateliers am Edinburghplatz?
Freundlicherweise werden die Ateliers von der Stadt soweit unterstützt,dass man dort wohnen und arbeiten kann.ABER,Sie wissen bestimmt,dass die Herstellung von Kunstgegenständen nicht nur Materialkosten beinhaltet,sondern dass man ganz schön werben muss,um für die Dinge, die man macht ,Aufmerksamkeit zu gewinnen.Ausstellungen im Kulturzentrum der Messestadt werden fast nie von Käufern besucht,die Galerie Ketterer die nun in der Nachbarschaft ist ,lehnt "Unbekannte"ab.
Ein KunstBETRIEB ist in der Messestadt einseitig auf die Unterstützung der Stadt angewiesen und dazu gehörte eine finanzielle Unterstützung zur Materialbeschaffung und Ausstellungsgestaltung,zur Repräsentation.
Man kann noch so gut sein und viele Ideen haben,ohne Kapital hat man keine Chance.Ob man Malerei betreibt oder Film und Foto,das Material ist teuer.
Es ist sehr kontraproduktiv ,wenn man als Künstler zwar hier sitzen darf, aber nicht arbeiten kann,weil man kein Material kaufen kann.
Konzepte,briefings etc.werden immer mehr zum willkürlich vergebenem Allgemeingut bzw.der Geld hat,kann sich die Ideen nehmen,kostenfrei und produzieren.....ich freue mich auch gerne ,wenn ich meine Ideen verwirklicht sehe,nur manchmal möchte man wenigstens als Kulturschaffende soviel materielle Möglichkeit bekommen,dass man weiterarbeiten kann...Finden Sie nicht auch,dass da am Konzept der Unterstützung von Künstlern oder der Vergabe,also dem System was nicht effektiv ist?Die Stadt kann doch an unserer Arbeit mehr teilhaben oder verdienen,wenn die Basis,dazu gehört nun mal nicht nur die Räumlichkeit ,sondern auch das Material, ausreichend ist.Man kann nicht auf jede Idee ein Patent erwerben,aber den kapitalkräftigen Gruppen wird der Ideendiebstahl sehr leicht gemacht,weil man sogar zum Klagen Geld benötigt...und sobald eine grosse Marke hinter einer Sache steht,ist das wie das Weihwasser der Kirche.
SIE könnten das ändern.
Wir nicht.
Könnten Sie einen Fond der Stadt München für Kunstschaffende einrichten,aus dem wir unser Material beziehen können und in das wir bei Verkäufen wieder einzahlen?Unabhängig von regelmässigen Umsätzen etc.weil wir diese sowieso nicht haben.Ich bin deshalb z.B. aus der KSK rausgeflogen,ich war zu wenig lukrativ für sie.
Könnten Künstler nicht eine "Patenschaft"für ein od.mehrere Kinder übernehmen denen sie regelmässig z.B. Malunterricht geben ,und auf diesem Weg etwas zur Bildung direkt beitragen.Das Geben und nehmen wenn im Fluss ist,ist das Leben einfacher.Ist das nicht vordringliche Aufgabe der Politik?
Es wäre zu grossem Vorteil für eine Bevölkerung die in grauen,eckigen Betonbauten gettoisiert lebt,wenn sie von Stolpersteinen der aufdringlichen Konsum-und Profitinteressen befreit und hin zu Bildungswerten und kultivierten Umgangsformen ,die nicht von Fanatismus und fragwürdigen Feindlichkeiten gehalten werden,bewegt würden...eigentlich ist es deprimierend wie rückläufig gerade in Frauenfragen-und Anliegen inzwischen wieder gedacht wird.Auch von Frauen!Bitte lassen Sie nicht zu,dass alle Fortschritte die Frauen erreichten,dafür kämpften,eingeebnet werden.Wir haben immer noch keine gleiche Honorierung,Bezahlung für unsere Arbeit im Vergleich zu den Männern.Frauen wird es heute unmöglich gemacht eine freie Existenz MIT Kindern unabhängig aufzubauen,wenn sie KEIN Kapital haben ,KEINE Erben sind.
Das ist tiefes "Mittelalter".
Wir werden uns so als Menschen nicht weiter entwickeln können.

Mit freundlichen Grüssen!
Marly Jedelhauser

+35

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.