Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Andreas Kurz am 02. Februar 2012
4153 Leser · 93 Stimmen (-7 / +86) · 2 Kommentare

Bildung und Kultur

Kostenfreiheit des Schulwegs

Sehr geehrter Herr Ude,

ich würde Ihnen gern eine Frage stellen, bezüglich der Entscheidung, die Kostenfreiheit für den Schulweg erst ab einer Entfernung von 3 km zuzugestehen.

Was mich besonders intressieren würde wäre, wer diese Entscheidung getroffen hat, und ob diejenigen Personen es für sich selbst als zumutbar ansehen, täglich zweimal, bei jedem Wetter, eine Entfernung von knapp 3 km zurückzulegen, und das mit Gepäck von hochgerechnet ca. 12 kg. (Die Schultasche meines 10 jährigen Sohnes wiegt im Schnitt locker 6 kg, ohne Sportbeutel und Musikinstrument.)

Ich würde die Enscheidungsträger bitten, sich dieser "sportlichen Betätigung" doch mal einige Monate lang auszusetzen.

Es wird viel davon gesprochen, Familien zu unterstützen, aber auf die Idee, jedem Schüler die kostenlose Nutzung der MVG zuzugestehen, kommt anscheinend niemand.
Bitte rechnen Sie sich mal aus, welche Kosten für eine Familie mit 2 Kindern beispielsweise während einer zwölfjährigen Gymnasiallaufbahn anfallen. Dies ist ein Betrag der bei einer Familie mit Durchschnitteinkommen durchaus ins Gewicht fällt. Sie kommen auf eine Summe von ca. 7500 Euro, bei einer Entfernung von nur einem "MVG-Ring".
Diese addiert sich natürlich zu den Kopiergeldern, Arbeitsheften, Schullandheimaufenthalten, Klassenfahrten, u.s.w..

Ich mute meinen Söhnen natürlich weder zu, hinter der Tram herzulaufen, noch einfach schwarz zu fahren.

Warum die Stadt nicht die Chance ergreift, Familien mit einfachen, unbürokratischen Mitteln, die noch nicht einmal reale Kosten verursachen würden, zu unterstützen, kann ich als Vater, Bürger und Steuerzahler beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Ich freue mich über Ihre Antwort und verbleibe mit

freundlichen Grüßen
Andreas Kurz

+79

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Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Christoph Müller
    am 02. Februar 2012
    1.

    Herr Kurz, warum ziehen Sie nicht einfach in die Nähe der Schule, paar hundert Meter, oder weiter weg... Die Regelung ist nun mal so: Versuchung ist grösser, den MVV nicht zu benutzen, während die Stadt die Fahrgelder vom Fenster rausschmeisst! Das will auch keiner...
    Gruss
    Christoph

  2. Autor Maria Käser
    am 02. Februar 2012
    2.

    Sollten wir für Familien nicht gleich alles kostenlos anbieten?
    Wissen Sie eigentlich, welchen Schulweg manche Kinder auf dem Land bei jedem Wetter zurück legen müssen, ob zu Fuß oder mit dem Rad? Es liegt wohl in der Natur des Menschen, immer mehr zu fordern und immer alles möglichst noch bequemer zu haben; meint eine Mutter von 3 Kindern!

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