Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Isabel Braun am 16. September 2009
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Bildung und Kultur

Klassenstärken

Sehr geehrter Herr Ude,
im Zuge der vielen Versprechungen die bezüglich der Bildung unserer Kinder gemacht werden, möchte ich Sie bitten, sich zu den Klassenstärken an den städtischen Gymnasien zu äußern.

Das Adolf-Weber-Gymnasium hat dieses Schuljahr aus drei 9.Klassen zwei 10.Klassen gebildet, was dazu geführt hat, dass die Klasse 10b meiner Tochter jetzt 34 Schüler hat. Meine Tochter ist derzeit im Ausland, wenn sie zurückkommt werden es 35 sein.
Dazu hat das Adolf-Weber-Gymnasium auf seine Fahne geschrieben, behinderte Schüler aufzunehmen und bei uns ist von Anfang an ein sehbehinderter Schüler dabei, der natürlich besondere Betreuung braucht. Ich lese in den Zeitungen immer, dass der Schnitt der Klassenstärken an Gymnasien 26,8 beträgt und allerhöchstens - was allerdings schon viel zu viel ist, bei 33.
Wie verhält sich das bei uns?
Dazu kommt wirklich erschwerdend, dass das AWG das einzige Wirtschaftgymnasium in München ist. D.h, selbst wenn wir wechseln wollten, geht das nicht.
Die 10.Klasse ist für viele die entscheidende Klasse, einige werden ihren Abschluss machen, alle müssen sich auf die neue gymnasiale Oberstufe vorbereiten. Und das bei 35 Schülern?
Was bietet die Stadt München uns Eltern als Hilfe an?

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Antwort
von Christian Ude am 17. Dezember 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Braun,

Sie haben Recht, dass diese Klassenstärke schwer akzeptabel ist. Nach den im Schulreferat vorliegenden Unterlagen hatte die Schulleitung des Adolf-Weber-Gymnasiums den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10b zu Beginn des Schuljahrs deshalb die Möglichkeit eröffnet, in die Klasse 10a zu wechseln, die etwas weniger stark ist. Dieses Angebot wurde jedoch von den Jugendlichen nicht wahrgenommen. Die Schülerinnen und Schüler der 10b zogen es vor, im Klassenverband zu bleiben. Ein Erziehungsberechtigter teilte der Schulleitung sogar schriftlich mit, dass die Klassengemeinschaft der 10b bestehen bleiben soll und dass sich die Jugendlichen dort wohl fühlen.

Die Bildung jeder zusätzlichen Klasse, die fairerweise nicht nur am Adolf-Weber-Gymnasium, sondern auch an anderen städtischen Gymnasien mit entsprechend hohen Klassenstärken erfolgen müsste, ist mit einem nahezu unlösbaren Personalproblem verbunden.

Wie Sie sicher der Presse entnommen haben, besteht seit einigen Jahren in fast allen Fächerkombinationen ein Lehrkräftemangel, den wir natürlich auch an unseren städtischen Schulen spüren - zumal der Freistaat Bayern den ersten Zugriff auf die Referendarinnen und Referendare hat. Die sich stetig verschlechternde Bewerberlage, verbunden mit einem kontinuierlich steigenden (Stunden-)Bedarf, hängt u.a. mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums und den steigenden Schülerzahlen zusammen.
Das Schulreferat hat deshalb das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus gebeten, die Personalgewinnung für die städtischen Gymnasien durch regelmäßige Informationen der Studienreferendarinnen und Studienreferendare über die Beschäftigungsmöglichkeiten im kommunalen Schuldienst oder durch die Zulassung von Zweigschulreferendaren an kommunalen Gymnasien zu unterstützen. Leider hat das Kultusministerium auf diese Initiative abschlägig reagiert.

Mit freundlichen Grüßen