Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Dr. Carla Hegeler am 12. Juni 2009
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Bildung und Kultur

Kinderkrippenqualität

Sehr geehrter Herr Ude,

die Qualität der Münchner Kinderkrippen ist aus meiner eigenen Erfahrung hervorragend. Die Münchner Kindergärten haben hingegen Aufholbedarf im Hinblick auf die Ressourcenausstattung.

Ich möchte Sie eindringlich bitten, diese Ressourcenerhöhung bei den Kindergärten nicht (!!!) auf Kosten der Kinderkrippen vorzunehmen, da wir unseren Kleinsten in Sachen Ernährung, Hygiene und Bindung einiges schuldig sind!

Den Kindergärten sollten zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Situation hier zu verbessern. Dass ich bei meinem ältesten Sohn billige weiße Semmeln und Tiefkühlkost (inkl. Pommes Frittes) als tägliche Mittagsernährung im Kindergarten akzeptieren muss, ist schon eine bittere Pille. Und wenn ich mir die Kinder im allgemeinen anschaue, dann sollte das Thema Ernährung ganz oben stehen.

Diass ich dieses Konzept inkl. Personalabbau und krippenübergreifendem Springertum bei Krippen akzeptieren soll, kann ich nicht begreifen und halte ich für einen bildungs- und gesundheitspolitischen Fehler, der unsere Kleinsten und auch meinen Kleinsten trifft!

Wenn in ganz Deutschland das Thema frühkindlicher Förderung glücklicherweise als immer wichtiger erkannt wird, dann können wir diesen hohen Münchner Standard doch nicht senken!

Mit freundlichem Gruß, Dr. Carla Hegeler

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Antwort
von Christian Ude am 22. Juli 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Dr. Hegeler,

es freut mich, dass Sie den städtischen Kinderkrippen eine hervorragende Qualität attestieren. Dies ist ein Kompliment an die Fachleute in unserer Stadtverwaltung, das ich gerne weitergebe. Es ist klar, dass für Kinder unter 3 Jahren besondere Anforderungen in der Betreuung, Pflege und Ernährung zu erfüllen sind und Sie können sicher sein, dass diese Anforderungen an den städtischen Krippen auch in Zukunft erfüllt werden.

Aber auch die städtischen Kindergärten und Horte sind sowohl personell als auch räumlich und in Bezug auf die Sach-Ausstattung gut aufgestellt – das bestätigen uns die jährlichen Elternbefragungen in erfreulicher Weise: Bereits seit Jahren liegt die Quote der Zufriedenheit mit der pädagogischen Arbeit an den städtischen Kindertageseinrichtungen bei über 90%. Und nicht nur die Eltern sind zufrieden, auch die Kinder kommen gern in ihren Kindergarten: Nur 1% der Eltern gaben bei der letzten Umfrage an, dass ihr Kind ungern in den Kindergarten geht.

Damit dies auch so bleibt, steht im städtischen Haushalt für den laufenden Betrieb der städtischen Krippen, Kindergärten, Horte und Tagesheime ein Betrag von 231,2 Mio. Euro zur Verfügung. Eine noch höhere Summe, nämlich 262,4 Mio. Euro, wird der Münchner Stadtrat bis zum Jahr 2012 in den weiteren Ausbau des Platzangebots in Kinderbetreuungseinrichtungen investieren.

Die Erziehung zu einem bewussten Ernährungsverhalten ist ein wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Betreuung und Förderung in städtischen Einrichtungen. Die Qualität der Ernährung in städtischen Kindertageseinrichtungen ist in der Regel gut und berücksichtigt sowohl das Alter der Kinder als auch individuelle Bedürfnisse wie z.B. Allergien oder Ernährungsgewohnheiten anderer Kulturen.

So orientiert sich der Speiseplan in den Kooperationseinrichtungen, in denen sowohl Krippen- als auch Kindergartenkinder betreuen werden, an den Empfehlungen der optimierten Mischkost des Forschungsinstituts für Kinderernährung. Diese sehen einen Mix aus 60% Tiefkühlware und 40% frischen Lebensmitteln vor.

Die Auswahl der Lebensmittel erfolgt überwiegend nach regionalen, saisonalen und ökologischen Gesichtspunkten. Es wird sehr bewusst darauf geachtet, dass bei der Zubereitung der Speisen wenig Fett, wenig Zucker und keine Zusatzstoffe verwendet werden. Die Kinder erhalten dreimal täglich eine Mahlzeit. Getränke stehen jederzeit zur Verfügung. Jede Kooperationseinrichtung verfügt über eine ausgebildete hauswirtschaftliche Leiterin, die auf die Einhaltung der Qualitätsstandards achtet.

Übrigens: Der Speiseplan wird in Abstimmung mit der jeweiligen Elternvertretung zusammengestellt, wobei es auch einmal vorkommen kann, dass mit Rücksicht auf die Vorlieben vieler Kinder weiße Semmeln oder Pommes auf dem Menü-Zettel stehen!

Ich hoffe, dass Ihre Kinder weiterhin gerne in ihre Krippe und ihren Kindergarten gehen, sich dort wohlfühlen und eine glückliche Zeit ihrer Kindheit verbringen. Dies ist das Ziel, für das sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen und die dahinter stehende Verwaltung auch in Zukunft mit allen Kräften einsetzen werden.