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Autor G. Prof Kauermann am 14. Februar 2011
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Bildung und Kultur

Kinderbetreuung - Vergleich Bielefeld und München

Sehr geehrter Herr Ude,

zum September folge ich einem Ruf auf eine Professur an die LMU und unsere Familie zieht von Bielefeld nach München. Im Moment sind wir auf der Suche nach freien Plätzen für eine Kinderbetreuung (Hort 1 Platz, Kindergarten 1 Platz) und stellen mit Erschrecken fest, wie zurückgeblieben die Münchener Verhältnisse im Vergleich zu den Gegebenheiten in Bielefeld sind. Bei der angemeldeten Schule in München stehen für 260 Schüler 40 Hortplätze zur Verfügung, also gerade einmal für 15% der Schüler. In Bielefeld herrscht eine Quote an der in Frage kommenden Schule eine Quote von über 50%. Hort in München bedeutet wohl eher Aufbewahrungsanstalt, in Bielefeld setzt sich hingegen der gebundene Ganztag durch. Mittagsbetreuung, als alternative zum Hort, ist von Eltern zu organisieren. In Bielefeld ist Mittagstisch Grundbestandteil der Schule.

Sicher, Bielefeld und München sind nicht vergleichbar. Aber in Bezug auf Kinderbetreuung begeben wir uns mit dem Wechsel nach München auf eine Zeitreise in längst überholte Rahmenbedingungen. Wie beide Elternteile (Wissenschaftler) unter diesen Bedingungen arbeiten sollen und können bleibt abzuwarten.

Ich empfehle Ihnen einfach mal über den Tellerrand hinweg zu schauen und festzustellen, dass München in Bezug auf Kinderbetreuung hinterwäldlerisch ist, was mit dem Selbstbild der Stadt schwer zu vereinen ist, oder? Ihr Meinungsbild diesbezüglich hätte ich gerne gelesen.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Goeran Kauermann

+77

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Andrea Vildósola
    am 15. April 2011
    1.

    Auch wenn ich inhaltlich dem Beitrag weitgehend zustimme, möchte ich daraufhinweisen, dass vielleicht der Unterton nicht ganz angemessen ist. Es ist aus meiner Sicht nicht alles ein Defizit der Stadt München, sondern durchaus ein bayerisches und nicht zuletzt auch ein gesamtgesellschaftliches Problem. Solange in einer Region wie dieser weiterhin die Ein-Ernährer-Familie propagiert wird und die Haushalte mit Kindern nur einen untergeordneten Anteil der Gesellschaft bilden, ist es nicht verwunderlich, dass Kinderbetreuung nur als Randproblem gesehen wird.
    Dass kleinere Kommunen unter Umständen etwas besser dastehen, liegt einfach daran, dass dort spezielle Engagements (z.B. große Uni in Relation zur Einwohnerzahl) mehr bewirken können, als in einer Großstadt, in der viel mehr Themen gleichermaßen und z.T. auch für die Randbezirke mit übernommen werden müssen (z.B. S-Bahn, Oper,...).
    MfG,
    A. Vildósola E.

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