Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor frau forster am 14. April 2009
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Bildung und Kultur

Kinderbetreuung in Untergiesing

Sehr geehrter Herr Ude,

Warum werden für die Kinder Münchens nicht genügend Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt ?

Laut neuesten Gesetzen sollen z.B. Mütter schnellstmöglich wieder zum Arbeiten gehen, jedoch gibt es in München nicht genügend Krippenplätze ( Versorgungsgrad für ganz München liegt momentan bei 19 %), zudem gibt es nicht genügend Hortplätze zu Schulbeginn ( momentaner Versorgungsgrad für die Stadt München liegt bei 35 %; in Untergiesing / Harlaching sogar nur bei 26 % !!).

Was wollen Sie für die Kinder Münchens tun - vor allem in Anbetracht der steigenden Kinderzahl ab 2007 ( "Elterngeld-Kinder ") ?

Was sollen Ihrer Meinung nach die Eltern tun ? Beide arbeiten, zahlen Steuern und teures Geld für die Kinderbetreuung - sofern denn Plätze zur Verfügung stehen oder die Arbeit aufgeben, Arbeitslosengeld beziehen und den sozialen Abstieg riskieren, weil sie die Kinder betreuen müssen ?

Ich selbst soll mein Kind in der Agilolfinger Schule (Untergiesing )einschulen, bekomme jedoch keinen Hortplatz ( auf der Warteliste sind ca. 30 Kinder ) - wie soll ich Beruf und Familie in Einklang bringen, wenn die Versorgungslage in Untergiesing so verheerend ist ?

Über Ihre Lösungsvorschläge bin ich und bestimmt auch viele Münchener sehr gespannt !

Mit freundlichen Grüßen

Jasmine Forster

+53

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Antwort
von Christian Ude am 08. Mai 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Forster,

ich kann Ihre Ungeduld und Ihren Unmut sehr gut verstehen. Die Stadt tut allerdings bereits alles in ihrer Macht stehende, um so schnell wie möglich so viele Betreuungsplätze wie möglich bereit stellen zu können.

Leider ist die Situation im Hort-Bereich besonders schwierig. Die Nachfrage nach Hortplätzen ist in den letzen Jahren sprunghaft angestiegen. Um darauf entsprechend reagieren zu können, brauchen wir vor allem auch Platz, um Horträume in oder zumindest ganz in der Nähe einer Schule einrichten zu können – und dieser Platz ist oft nicht vorhanden. Dennoch haben wir allein in den letzten fünf Jahren rund 2.350 neue Hort- und Tagesheimplätze geschaffen. Von den 13.674 Plätzen, die derzeit zur Verfügung stehen, sind 11.510 - also die allermeisten - in städtischer Trägerschaft. Bis 2012 sind 3.200 weitere Hort- und Tagesheimplätze geplant. Die Mittel hierfür hat der Stadtrat bereits beschlossen. Daneben gibt es an allen Münchner Grundschulen, die von Eltern organisierte Mittagsbetreuung, die wir von Seiten der Stadt ebenfalls unterstützen.
Allerdings ist auch der Freistaat gefordert, die Eltern stärker als bisher zu unterstützen und mehr Ganztagszüge an Grundschulen einzurichten.

In Ihrem konkreten Fall ist es richtig, dass es derzeit ca. 30 Vormerkungen auf der Warteliste der Einrichtung am Agilolfingerplatz 1 gibt. Erfahrungsgemäß schmilzt diese Zahl aber noch ab. Außerdem prüft das Schulreferat gerade, ob es möglich ist, für das nächste Schuljahr kurzfristig eine zusätzliche Gruppe einzurichten.

Auch im Bereich der Kinderkrippen gibt die Landeshauptstadt München dem Ausbau der Betreuungsplätze höchste Priorität. Schließlich erlebt München im Moment, wie Sie selbst ja richtig schreiben, einen wahren Babyboom. Momentan liegt der Versorgungsgrad der 0-3jährigen in München, wenn man Tagespflege und Eltern-Kind-Initiativen mitrechnet, bei 27,1 Prozent, der Versorgungsgrad in Kinderkrippen und vergleichbaren Einrichtungen liegt bei 20,3 Prozent. Allein im Jahr 2008 wurden insgesamt 1.702 neue Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren geschaffen.

In diesem Jahr wird das Platzangebot für die unter Dreijährigen um insgesamt 644 Plätze in Kinderkrippen, Eltern-Kind-Initiativen und Großtagespflegen erweitert. Dazu kommen 168 Krippenplätze in Kooperationseinrichtungen, 600 Kindergarten- und 225 Hortplätze. Das ergibt allein für 2009 insgesamt 1.637 neue Betreuungsplätze für Münchner Kinder.

Wie Sie sehen, arbeitet die Stadt kontinuierlich an einem möglichst zügigen Ausbau von Hort- und Kinderkrippenplätzen.