Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Rosemarie Weigt am 01. Juli 2013
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Gesellschaft und Soziales

keine_Todesopfer_für_Asylpolitik

Sehr geehrter Herr Ude und Stadtverwaltung,

wie sicher viele Mitbürger verfolge ich mit grosser Sorge die Entwicklung des Hungerstreiks in München. Zweifellos eine äußerst schwierige Situation, die die bayerische und deutsche Asylpolitik unter Druck setzt, noch dazu im Wahlkampf. Dennoch darf die Wirkung solcher Konflikte und die Ausübung der Gastfreundschaft des (noch) Wohlstandsstaats Deutschland nach außen hin nicht unterschätzt werden! Ich appelliere daher dringend an Sie, insbesondere auch zum Wohle des Zusammenlebens aller Gesellschaftsmitglieder, die Einzelschicksale in diesem Falle besonders zu prüfen und unter keinen Umständen Todesopfer für die derzeitige deutsche Asylpolitik in Kauf zu nehmen. Meine Befürchtung ist, dass dies nur weitere und schärfere Konflikte provozieren würde, und keinesfalls friedensstiftend wirken kann. (Im alltäglichen Leben kann man leider heute schon auf Deutschlands Bahnhöfen studieren, wie die Gesellschaft immer mehr auseinanderdriftet.) Ich bin sicher, dass ein offenerer und freundlicherer Umgang mit Menschen auf der Flucht stehts ein besserer Ausgangspunkt für gesellschaftliches Miteinander ist als eine Pauschalverdächtigung, Asylsuchende würden sich einen Vorteil erschleichen wollen. Wir kennen die persönlichen Hintergründe unserer Mitmenschen meist nicht, aber es geht uns so gut, dass wir es uns leisten können anderen Menschen zu helfen, und dieses Zeichen nach außen hin kann Deutschland nur gut tun.

Ich bitte daher auch um Verständnis für die wachsende Sorge der Bürger.

Mit freundlichen Grüßen,
Rosemarie Weigt

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