Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor C. Niedermaier am 11. Oktober 2011
9233 Leser · 95 Stimmen (-4 / +91) · 4 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Keine Leinenpflicht im Stadtgebiet?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich lebe gerne in München. Ich finde bislang hat die Stadt ihrem Titel "Weltstadt mit Herz" alle Ehre gemacht.

Leider stoße ich als Mutter von zwei kleinen Kindern in letzter Zeit öfters an die Grenzen meines Nervensystems.

Ich habe dem Internetportal der Landeshauptstadt bereits - mit Erschrecken - entnommen, dass es in München keinen generellen Anleinzwang gibt. Es muss lediglich eine Person beim "Besten Freund des Menschen" sein, die auf ihn einwirken kann.

Die Frage ist, ist es wirklich sinnvoll den Erlass so zu regeln?

Ich habe leider öfters die Erfahrung gemacht, dass gewisse Personen gar nicht auf den Hund einwirken wollen. Selbst auf nette und höfliche Bitte hin wird das Tier nicht kurz festgehalten und läuft weiterhin wild umher oder beschnuppert meine Kinder. Was ich für äußerst bedenklich erachte, gerade da man bei manch großem Hund von der Theorie ausgehen könnte.... "mit einem Haps ist es im Mund".

Nachdem ich selbst Tierbesitzer bin - zugegebenermaßen von Katzen - kann ich die Beweggründe, dass man seinem Tier nicht den Freiheitsdrang nehmen will, durchaus nachvollziehen. Allerdings setze ich voraus, dass das die Sicherheit von Münchner Bürgern dem Wohl der Hunde voranzusetzen ist.

Wäre es nicht möglich das Gesetz insoweit anzupassen, dass Hundebesitzer auf Aufforderung Ihre Tier anleinen müssen, um die Sicherheit im Stadtgebiet zu gewährleisten? Muss erst wieder etwas passieren, damit das Land/Bund reagiert?

Siehe Ihre Antwort aus dem Jahre 2009:
http://direktzu.muenchen.de/ude/messages/sind-hunde-wicht...

Vielen Dank und einen schönen Tag wünscht Ihnen

+87

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Antwort
von Christian Ude am 17. Januar 2012
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Niedermaier,

wie Sie bereits dem Internetauftritt der Landeshauptstadt München entnehmen konnten, gibt es im Stadtgebiet keinen generellen Leinenzwang für Hunde. Der Erlass eines Leinenzwangs für alle Hunde ist rechtlich auch nicht möglich.
Für Kampfhunde, die kein gültiges sog. „Negativzeugnis“ vorweisen können, gilt aber ein genereller Leinenzwang. 


Auch für die städtischen, öffentlichen Grünanlagen ist kein allgemeines Leinengebot festgelegt. Auf Kinderspielplätzen, auf den mit grünen Pollern gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen sowie in Zieranlagen und Biotopen ist aber das Freilaufen lassen bzw. das Mitführen von Hunden untersagt. Außer die Hunde sind auf den Wegen in diesen Bereichen angeleint. In Freibadgeländen ist das Freilaufen lassen bzw. das Mitführen von Hunden mit Ausnahme der hierfür ausgewiesenen Bereiche nicht gestattet. Auf den Wegen zu diesen Bereichen müssen Hunde angeleint werden.

Verstöße gegen diese Regelungen werden vom Baureferat mindestens mit einem Verwarnungsgeld von 25 bis 35 Euro geahndet.

Darüber hinaus hat das Kreisverwaltungsreferat die Möglichkeit, bei aggressiven Hunden, ganz unabhängig von Größe und Rasse, Anordnungen zu treffen. Diese reichen vom Leinen- und/oder Beißkorbzwang, der Anordnung der sicheren Verwahrung bis - als ultima ratio - zur Wegnahme des Hundes, sobald ein Hund sicherheitsrechtlich auffällig wird.
Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass konkrete Vorfälle bei der Polizei angezeigt oder aber direkt der zuständigen Dienststelle (Kreisverwaltungsreferat, HA I / 221, Ruppertstr. 11, 80466 München, E-Mail: ordnung.kvr@muenchen.de) schriftlich mitgeteilt werden.

Haben Sie bereits konkrete negative Erfahrungen mit Hunden gemacht, empfiehlt es sich, die Vorfälle, samt eventuell davongetragener Verletzungen zu dokumentieren und bei den genannten Stellen zu melden. Nur so können nach entsprechender Prüfung des Sachverhaltes weitere Gefahren durch auffällige Hunde künftig vermieden und entsprechende Anordnungen erlassen werden.

Diese Praxis hat sich in der Vergangenheit auch bewährt. Im Stadtgebiet München sind lediglich ein Prozent der gemeldeten Hunde sicherheitsrechtlich auffällig. Im Jahr 2011 wurden dem Kreisverwaltungsreferat rund 330 Vorgänge mit Hunden gemeldet, denen das KVR nachgegangen ist. Dem gegenüber stehen weit mehr als 31.000 in München zur Hundesteuer angemeldete Hunde.

Ich gebe Ihnen aber Recht, dass die von Ihnen beschriebenen Situationen, in denen kein Einfluss auf einen Hund genommen wird und dadurch Angst und Schrecken bei Passanten hervorgerufen werden, oftmals unbefriedigend sind. Umso wichtiger ist es, dass sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger so schnell wie möglich bei dem KVR oder der Polizei melden, damit entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Martina Schulze
    am 18. Oktober 2011
    1.

    Auch als Erwachsene stimme ich dem zu. Als Kind wurde ich einmal von einem Hund angegriffen (auf Aufforderung seines Besitzers!), seitdem habe ich eine unüberwindbare Angst vor Hunden. Es ist schwer zu beschreiben, aber es sind schlimme Panikattacken, die jedesmal ausgelöst werden, wenn ein freilaufender Hund auf mich zuläuft. Oft sind die Besitzer nicht einmal zu sehen. Oder, selbst wenn, kommt der milde-lächelnde Spruch "aber der tut doch nichts, er will doch nur spielen" (während ein Riesenhund an mir hochspringt).
    Ich denke auch, Hundebesitzer sollten Rücksicht auf andere nehmen, und bedenken, dass es viele gibt, die aus diversen Gründen Angst haben. Es geht auch anders - unsere Nachbarin nimmt ihren Hund selbst auf den paar Metern von der Haustür durch den Garten bis zum Auto an die Leine, damit ich angstfrei durch den Vorgarten gehen kann. Leider gibt es aber viele Hundebesitzer, denen dies herzlich egal ist.
    In der Hoffnung auf Besserung, viele Grüße!

  2. Autor Henriette Brandner
    am 25. Oktober 2011
    2.

    Liebe Zweibeiner!
    darf ich mich vorstellen? ich bin ein nun 9einhalb monate altes hovawart-mädchen, schwarzmarken. wiege inzwischen schon beinahe 30 kilo - nein, nein, ich bin nicht zu dick!! trotzdem versteh ich diese zweibeiner nicht mehr: anfangs haben sie sooo lieb gesäuselt, gegurrt, gelockt, mich gestreichelt. Mütter mit kleinen kindern wollten unbedingt, dass ihre kleinen mich an den ohren ziehen (tut fies weh!), wenn ich lernen sollte mein geschäft zu machen, wurde ich kräftig auf den kopf ge"tätschelt", wusste gar nicht, was ich falsch gemacht hatte, kinder nahmen mich in den schwitzkasten und nannten das "lieb sein"... mein hundesteuerzahlender dosenöffner grummelte und knurrte oft, versuchte den gemeinen zweibeinern zu erklären, dass das gar nicht so toll für mich sei. ich fand es oft schon lustig.
    ABER: jetzt bin ich groß, immer noch ein kind im geiste, und hab die netten zweibeiner gern. gern denk ich an die mami, die ihr kleines kind auf den schultern trug, mich anlockte, sich zu mir runterbeugte, ich bekam lecker süße kinderplätzchen (mein frauchen grummelte schon wieder!) - und jetzt macht sie ein mordsgezeter, wenn ich hinlauf. haben sie mich doch immer sooo lieb angelockt. und mein frauchen immer sehr unfreundlich angeknurrt, wenn sie dies nicht wollte. jetzt knurren sie, weil ich das tu, was sie früher wollten. da soll sich ein hund mal auskennen?!

  3. Autor Henriette Brandner
    am 25. Oktober 2011
    3.

    neulich wollte ich so einen zweibeiner freundlich begrüßen, der hatte sowas lustiges in der hand. blitzschnell holte er aus und knallte mir den akkuschrauber in den fang, dass ich vor schreck und schmerz nur so aufjaulte. wenige tage später ließen 2 kinder direkt neben mir einen dicken ast fallen. ich erschrak, was die kleinen lustig fanden und gaaanz laut anfingen zu quietschen. mein frauchen bat die mütter, das abzustellen. ui, die haben ja geknurrt und uns angefallen, das war wirklich sehr beängstigend.
    dabei gehe ich sehr fleißig in die schule, trainiere viel mit kindern artig zu sein, folge ausgezeichnet. muss ich mich wirklich dafür so bös schlagen, erschrecken, anschreien lassen?

  4. Autor Richard Rosenstolz
    am 25. Oktober 2011
    4.

    ... umso besser wenn der "liebe" so ach gequälte Hund an die Leine kommt. So kann er mehr von den so furchtbaren Menschen die ihn als Welpen so niedlich fanden geschützt werden ...!

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