Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Priscilla Bucher am 31. Januar 2012
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Gesellschaft und Soziales

Kein Zugang über das Amt für Migration und Wohnen für öffentlich geförderte Wohnungen

Sehr geehrter Herr Ude,

unsere vierköpfige Familie versucht bereits seit 2009 Zugang zu einer öffentlich geförderten Wohnung zu erhalten. Eine gute Sache mit der Institution GEWOFAG. Vielen Dank dafür.

Leider wurde das ganze System nun geändert. Wie sie wissen, darf nun das Amt für Migration und Wohnen das Einkommen und die Wohnsituation prüfen und stuft je nach Dringlichkeit und Raumbedarf ein. Nach der Einstufung darf sich die Familie dann wieder an die GEWOFAG wenden. Gute Idee - leider schwer umsetzbar, wenn man den Termin telefonisch vereinbaren muss, die ganze Abteilung jedoch unter gravierendem Personalmangel leidet, werden Anrufe nicht entgegengenommen. (gemäss Sprachnachricht. Überzeugen Sie sich selbst und rufen Sie die Nummer 233 40 121 an.)

Jetzt fragen Sie sich wohl, warum wir den Antrag nicht einfach downloaden und per Post schicken. Diesen Weg hatten wir Anfang 2010 eingeschlagen, als wir auch die Anträge für das München Modell (haben die Bestätigung für 1!!! Jahr, gibt bisher nichts - also dürfen wir den ganzen Antrag noch einmal machen).
Eine Einstufung für geförderte Wohnungen ausserhalb des MünchenModels haben wir nicht erhalten. Nun wurde der Antrag vor dem Systemwechsel geschickt. Kann es sein, dass das Amt für Migration und Wohnen, nun da ein neues System eingetreten ist, einfach alle "alten" sprich vor dem Systemwechsel eingereichten Anträge, als "passé" einstuft?
Familie weiss es nicht. Unsere Familie weiss nur, dass der Platz für vier Personen auf 64 m2 auf 2,5 Zimmer verteilt - nun ja knapp wird und das Einkommen für eine MünchenWohnung nicht reicht. Da wird die Familie nicht einmal mehr zum Besichtigungstermin eingeladen.
Mein Anliegen nun, könnte bevor ein Systemwechsel eintritt, mehr Personal eingestellt werden? Die Angestellten so geschult werden, dass keine Anträge "vom Laster fallen"? Damit nach Systemwechsel, die noch immer Wohnunssuchenden Familien automatisch ein Bestätigungsformular für die GEWOFAG erhält.
Oder ist das ganze Amt für Migration und Wohnen ein Fake, damit wir monatelang versuchen telefonisch einen Termin zu vereinbaren- aber eigentlich gibt es keine Telefonanschlüsse, sondern nur eine Sprachnachricht, die irgendetwas von gravierendem Personalmangel erzählt. Denn eigentlich sieht die Mietzukunft der Mittelschichtsfamilien in München düster aus.

Oder kennen sie ein Schlupfloch, welches wir nicht kennen? Haben Sie eine Idee wie wir das ganze anpacken können um noch dieses Jahr umziehen zu können. Dann würden wir uns sehr über ihre Hilfe freuen.

Freundliche Grüsse

Familie Bucher

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Antwort
von Christian Ude am 11. Mai 2012
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Bucher,

das Amt für Wohnen und Migration vermittelt öffentlich geförderte Wohnungen. Die derzeitige Wohnsituation sowie Einkommen und sonstige Kriterien der einzelnen Antragstellerinnen und Antragsteller werden im Amt für Wohnen und Migration geprüft und entsprechend der Dringlichkeit des Antrags bewertet. Dies war schon immer so, dahingehend hat sich nichts geändert.

Tatsächlich war die Vergabe von geförderten Wohnungen zeitweise nicht möglich, da bei der Einführung des neuen EDV-Verfahrens am 05.12.2011 technische Probleme aufgetreten sind. Es wurde deshalb lediglich die Vergabe der Wohnungen für einige Monate an die GWG und GEWOFAG abgegeben, um sicherzustellen, dass die Wohnungsvergabe trotz der Schwierigkeiten möglichst wie gewohnt weitergeführt werden kann. Derzeit kommt es nur noch zu wenigen Problemen und Verzögerungen. Auch die nach der EDV-Umstellung zunächst aufgetretenen Probleme mit der telefonischen Erreichbarkeit des Bereichs Registrierung und Vergabe konnten bereits im Februar durch eine Telefon-Ringschaltung behoben werden.

Trotz aller Schwierigkeiten können Sie sicher sein, dass jeder schriftlich eingegangene Antrag auch bearbeitet wird. Allerdings liegt uns von Ihnen bis heute kein Antrag auf eine geförderte Wohnung vor. Ihr Wohnberechtigungsschein für eine Wohnung im „München-Modell Miete“ ist am 29.02.2012 abgelaufen.

Für die Wohnungen im „München-Modell Miete“ wird im Amt für Wohnen und Migration lediglich die Berechtigung geprüft und auf Antrag ein Wohnberechtigungsschein ausgestellt. Mit diesem Schein kann man sich bei den jeweiligen Vermieterinnen bzw. Vermietern solcher Wohnungen bewerben bzw. vorstellen. Die Vergabe der Wohnungen im München-Modell Miete erfolgt dann entweder durch Wohnungsbaugesellschaften oder private Vermieterinnen und Vermieter selbst. Aktuelle Angebote finden Sie im Internet unter muenchen.de/muenchen-modell oder als Mietangebote in den Tageszeitungen und Stadtteilanzeigern.

Ich kann Ihnen versichern, dass die Landeshauptstadt München ihr Möglichstes tut, um das Angebot von Wohnraum für alle Münchner Bevölkerungsgruppen, insbesondere aber für Wohnungssuchende mit geringem Einkommen, laufend zu erweitern.

So hat die Stadt mit „Wohnen in München“ das größte kommunale Wohnungsbauprogramm Deutschlands aufgelegt, in dessen Rahmen zwischen 1990 und 2010 über 115.000 neue Wohnungen gebaut und Baurecht für weitere 55.000 Wohnungen geschaffen wurde. In der aktuellen Fortschreibung des Programms wurden die für den Zeitraum 2012 bis 2016 zur Verfügung gestellten Mittel sogar auf 800 Millionen Euro aufgestockt.

Ziel ist es, jährlich 7.000 neue Wohnungen zu bauen, davon 1.800 im geförderten Wohnungsbau. Außerdem werden die Einkommensgrenzen für das „München-Model“ angehoben, um insbesondere die Chancen von Familien mit mittlerem Einkommen auf eine geförderte Wohnung zu erhöhen.

Mit freundlichen Grüßen