Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Hans Rudolf am 07. November 2011
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Mobilität und Verkehr

Katastrophale Verkehrsführung in Thalkirchen

Sehr geehrter Herr Ude, ich würde Ihnen gerne folgende Fragen stellen:
Der Greiner Berg war nun monatelang gesprerrt und wir mussten grosse Umwege in Kauf nehmen und fanden aus Thalkirchen kaum noch heraus, da gleichzeitig auch der Schmidberg gesprerrt wurde und die Ableitung dann nur noch auf die Grossbaustelle am Ring lief. Auch die Plinganserstr. war zeitweilig auf nur eine Spur in Richtung Boschetsriederstr. verengt. Man fragt sich langsam in München, wer eine solche chaotische Verkehrsplanung verabschiedet!
Mit Schrecken stelle ich jetzt nun fest, wie sehr man durch die Bauarbeiten die Verkehrsführung am Greiner Berg verschlechtert hat:

- Die Fahrbahn wurde durch einen völlig unnötigen zweiten (!) Radweg, der auf die Strasse gezeichnet ist, stark verengt. Nun fahren die Radfahrer quasi auf der Strasse und die Autos auf dem Radweg. Das ist unfallträchtig und wäre nicht nötig gewesen.
Schon früher hat ein schlauer Verkehrsplaner weiter unten am Greiner Berg einen Radweg gegen die Einbahnstrasse (!) zugelassen! Was für ein Unsinn.
Aber das Schlimmste kommt noch:
Biegt man von der Boschetsriederstr. kommend nach links auf die Plinganserstr. ab, wurde nun in etwa 50 m Entfernung von der T-Kreuzung ein gelbes Blinklicht installiert, das die Autofahrer vor den Füssgängern, die plötzlich "grün" haben im Moment des Abbiegens, warnen soll!
Herr Ude, kein Autofahrer, der die Kreuzung nicht kennt, rechnet damit, dass er auf eine Fussgängerampel achten soll, die kein Verkehrszeichen für Autos hat! Das gelbe Blinklicht übersieht man entweder, oder kann damit nichts anfangen. Eine solch dumme Verkehrsführung habe ich noch nirgends sonst gesehen.
Ich bin schon Zeuge eines Fast-Unfalls geworden, wo ein Autofahrer gerade noch bremsen konnte, als ein etwas forscher Radfahrer, auf sein Recht pochend, einfach auf die Strasse gefahren ist.
Früher war dort kein Fussgängerüberweg bzw. es stand dort sogar ein Schild "kein Übergang" – und es gab seit 20 Jahren dort kein Problem – bis diese neue Verkehrsführung eine brandgefährlich Situation geschaffen hat.

- Ich möchte Sie wirklich bitten, diese Kreuzung zu entschärfen und dort keinen Fussgangerübergang zu erlauben. Die Fussgänger und Radfahrer können 50 m weiter vorne an der normalen Ampel ohne Gefährdung für sich und andere die Strasse überqueren.
- Bitte überdenken Sie auch diese fragwürdige doppelte Radweglösung am Greiner Berg nochmals.

- Die kürzlich angebrachte Leitplanke am Schmidberg verengt die Strasse so stark, dass ein 2-spuriges Auffahren kaum noch möglich ist. Der Verkehr wird dadurch stranguliert und es gibt viel längere Staus als früher. Bitte lassen Sie die Leitplanke mindestens einen Meter nach aussen versetzen. Wofür wurde sie eigentlich installiert? Fussgänger dürfen dort garnicht hochgehen und Autos benötigen dort keine Leitplanke!

Besten Dank
Hans Rudolf

+141

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Antwort
von Christian Ude am 16. Februar 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Rudolf,

vielen Dank für Ihre Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrsführung in Thalkirchen.

In dem von Ihnen genannten Bereich wurden im Jahr 2011 tatsächlich zahlreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Diese beinhalteten auch eine Umleitung des Verkehrs auf die Großbaustelle am Mittleren Ring. Ab 2012 nehmen die Beeinträchtigungen für den Verkehr am Mittleren Ring aufgrund der Tunnelbaustelle zu. Daher musste die Vielzahl der Maßnahmen im Thalkirchen konzentriert noch vor Ende 2011 realisiert werden.

Durchgeführt wurden Fahrbahnsanierungen, Straßenumbauten, Spartengrabungen und Hangsicherungsmaßnahmen. Dass dies nicht komplett ohne Beeinträchtigungen in der Verkehrsabwicklung durchzuführen war, war dem Kreisverwaltungsreferat durchaus bewusst. Deshalb wurde selbstverständlich versucht, die Behinderungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Die vorhandenen Lichtzeichenanlagen wurden entsprechend angepasst und der Verkehr mittels Hinweisbeschilderungen auf andere Straßen umgeleitet.

Mit den durchgeführten Straßenumbauten wurde auch eine Optimierung der wichtigen Fahrradhauptroute zwischen der Thalkirchner Brücke und der Boschetsrieder Straße realisiert. Insbesondere wurde im oberen Bereich des Greinerberges zwischen der Einmündung der Zennerstraße und der Plinganserstraße der Zweirichtungsradverkehr ermöglicht und eine neue Querungsmöglichkeit der Plinganserstraße nördlich der Boschetsrieder Straße für Fußgänger und Radfahrerr eingerichtet.
Ohne diesen signalgesicherten neuen Übergang müssten die Radfahrer, kommend vom Greinerberg, erst über den Gehweg an der Ostseite zum südlichen Übergang schieben und anschließend dann noch zwei Fußgängerquerungen benutzen, um die Radverkehrsanlage in der Boschetsrieder Straße zu erreichen. Dieser Umweg ist auch früher nicht in Kauf genommen worden, so dass trotz der früher vorhandenen Beschilderung „Hier kein Übergang“ die Plinganserstraße auf Höhe des neuen Überganges ungesichert überquert wurde. Aufgrund der unterschiedlichen Verkehrsströme dort, war dies immer ein gefährliches Unterfangen.

Diese neue Querungsmöglichkeit wird nur bei Bedarf freigegeben. Eine Grünschaltung für die neue Überquerung erfolgt nur dann, wenn sich Radfahrer oder auch Fußgänger über die sogenannte Anforderungseinrichtung anmelden. Für den linksabbiegenden Verkehr aus der Boschetsrieder Straße in die Plinganserstraße nördlich wurde ein Gelbblinker installiert, der den Vorrang verdeutlicht.

Eine Freigabe der Querung erfolgt gleichzeitig mit Grünbeginn des Verkehrs auf der Boschetsrieder Straße, so dass meist schon die Fußgänger bzw. die Radler die Plinganserstraße überquert haben, wenn der Abbiegeverkehr aus der Boschetsrieder Straße an der Furt angekommen ist. Solche Verkehrsführungen sind in München nicht ungewöhnlich. An Kreuzungen und Einmündungen muss immer der Abbiegeverkehr auf parallele Fußgänger und Radfahrer achten.

Abschließend haben Sie eine vermeintliche „Strangulation“ des Verkehrs durch eine Leitplanke am Schmidberg angesprochen.
Die Leitplanke wurde aufgrund der Fahrbahnsanierung und den Hangsicherungsmaßnahmen angebracht und ist nach Abschluss der Arbeiten auch wieder entfernt worden. Der Ausbau des Schmidbergs lässt durchaus zwei Fahrzeuge nebeneinander zu. Dies wird derzeit jedoch kaum genutzt, da viele Autofahrer in der Mitte der Fahrbahn bei Rotlicht stehen bleiben. Dadurch kann weniger Verkehr während der anschließenden Grünphase in die Plinganser Straße fließen, was letztendlich zu den von Ihnen geschilderten Rückstauungen führt.
Sobald die Witterung es im Frühjahr ermöglicht, werden die noch ausstehenden Markierungsarbeiten, zur Verdeutlichung der Zweispurigkeit, durchgeführt, so dass sich dann auch in diesem Bereich die Verkehrsverhältnisse wieder normalisieren.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Ausführungen die verkehrlichen Maßnahmen transparent und nachvollziehbar dargelegt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


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  1. Autor Hans Rudolf
    am 01. Dezember 2011
    1.

    1) Durch die Erneuerung der Auffahrt am Schmidberg ist das Thema mit der zu eng angebrachten Leitplanke nunmehr erledigt.
    2) Das Problem mit der verengten Einfahrt zum Greinerberg besteht natürlich weiterhin. Beim Einfädeln in die Abfahrt zum Greinerberg müssen die Autos in oft gefährlicher Weise den Radweg schneiden, da die Einfahrt zum Berg deutlich enger ist als früher. Die Radfahrer, die dann mit grosser Geschwindigkeit (oft zu zweit nebeneinander) den Berg (der unten in der schattigen Kurve rutschig sein kann, im Herbst mit Laub sowieso!) hinunterfahren, scheren dann oft auf die Fahrbahn aus, und dabei überfahren sie den ebenfalls rutschigen Markierungsstrich. Man traut sich als Autofahrer, selbst wenn man schneller wäre, diese überhaupt nicht mehr zu überholen. Auf jeden Fall ist die Verkehrslage im Hinblick auf Unfallträchtigkeit deutlich verschlechtert worden.
    Weiter unten am Berg müssen die Autofahrer, weil ihre Spur oft von abladenden LKW´s blockiert wird, oft auf den Radweg wechseln, wo aber sehr schnelle Radfahrer von hinten kommen können.
    Natürlich ist auch das gelbe Blinklicht oben am Berg noch in Betrieb, statt dass dort der Fussgängerüberweg sofort entfernt würde.
    Wenn Sie nichts unternehmen, werden Sie an diesem Berg noch schwere Unfälle erleben.

  2. Autor Hans Rudolf
    am 09. Dezember 2011
    2.

    ...und ich möchte noch eins hinzufügen:
    Durch den neuen Radweg oben an der T-Kreuzung Plinganserstr. / Boschetsriederstr. kann man nicht mehr 2-spurig wie früher nach links abbiegen, da sich die beiden Spuren sofort auf eine Spur verengen. Zudem ist noch eine Bordsteininsel im Weg.
    Die Gefahr ist gross, wenn man die Kreuzung nicht kennt, beim Links-Abbiegen (von der Boschetsriederstr. kommend) auf den Radweg zu geraten oder manche Autofahrer werden sich noch schnell auf die linke Spur (Plinganserstr.) hineindrängen wollen.
    Insgesamt ist dies eine starke Erhöhung der Unfallgefahr und stört den Verkehrsfluss enorm.
    Die Strecke ist so stark befahren, dass man sich eher darum kümmern sollte, den Verkehr nicht noch weiter abzuwürgen.
    Die Staus und die dabei verlorene Zeit an dieser Ampel waren vorher schon gross genug, und jetzt ist es noch schlimmer.
    Ausserdem wird der von Solln kommende Verkehr auf der Plinganserstr durch Radweglösung und Bordsteininsel blockiert, da das Vorbeifahren an den Linksabbiegern (in die Boschetsriederstr) auf der rechten Spur der Plinganserstr. an dieser T- Kreuzung nur noch schlecht möglich ist. Auch dort sind die Staus länger als früher.
    Ich kann nur sagen, dass ich mich ärgere, wenn so viel Geld ausgegeben wird und am Ende eine gefährliche und fragwürdige Streckenführung dabei herauskommt, bei der man die betroffenen Bürger m. E. nicht genügend einbezogen hat.
    So etwas muss man vorher klar publik machen und nicht die Bürger einfach vor vollendete Tatsachen stellen!!

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