Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Karsten Erdmann am 29. August 2012
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Planen und Bauen

Junge Familien KONTRA München!?

Sehr geehrter Herr Ude,
vor einem Jahr bin ich direkt nach meinem Studium berufsbedingt nach München gekommen.
In einer wunderschönen Stadt wie München bei einem der besten Arbeitgeber (BMW) als Entwicklungsingenieur zu arbeiten erfüllt mich ein wenig mit Stolz. Sie haben hier eine saubere Stadt (abgesehen von den schmutzigen Fassaden) in der man auch nach 22 Uhr noch mit Freude durch die Straßen laufen kann.

Auf der Suche nach einer Bleibe für mich und meine junge Familie (Freundin + 2 Kinder) habe ich dann doch einen kleinen Schreck bekommen. Hier bin ich jetzt den Kompromiss eingegangen über die Hälfte meines Einkommens für die monatliche Miete einer 3-Zimmer-Wohnung auszugeben (warm: 1350€ - total irre!!). Aber das trifft alle gleichermaßen in einer Weltstadt wie München, da haben es Weniger-Verdiener sicherlich noch schwerer als ich. (Ein kleiner Vergleich zum Osten: In Dresden habe wir eine 3-Zimmer-Wohnung in deutlich besserer Lage und nicht so runtergekommen für 430€)
Doch nun auf der Suche nach zwei Plätzen in einer Kindertageseinrichtung für meine beiden Jungs musste ich mit Entsetzen feststellen, dass München nicht gerade die familienfreundlichste Stadt ist. Leider ist es mir nicht möglich nach Abzug der Miete noch einen dieser total überteuerten Kindergartenplätze zu bezahlen. Dazu kommt, dass die Wartelisten der städtischen Kindergartenplätze enorm lang sind.

Der daraus resultierende, sehr große Nachteil ist, dass alle Drei zu Hause bleiben müssen und somit nur geringfügig die Chance haben sich sozial und mit gleichaltrigen bzw. mit berufstätigen auszutauschen. Dazu kommt noch das wir ohne Einkünfte meiner Freundin finanziell absolut am Limit leben, was das Familienleben stark negativ beeinflusst, da ich keinem etwas bieten kann – selbst der Ausflug zum Zoo wird so schon zu einem ersparten Kraftakt.

Meine Frage an Sie ist:
Wie sieht die Zukunftsplanung in Bezug auf Wohnraum und Familienpolitik in München aus?
Werden Wohnungen gebaut bzw. wird sich der Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren entspannen, so dass ich mit einer Verringerung der Miete planen kann?
Und was wird aktiv für junge Familien in München getan, gibt es Konzepte wie man eine 4-Köpfige Familie fördert und sozial integriert?

Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen
Karsten Erdmann

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  1. Autor Maria Käser
    am 29. August 2012
    1.

    Es geht mir langsam aber sicher wirklich auf die Nerven, wenn München immer als eine so kinderfeindliche Stadt dargestellt wird! Wenn dem so wäre, würde es nicht soviele Kinder in München geben; München hat ja eine wahren Babyboom. Und lieber zugezogener Dresdner, raten Sie mal, warum in München die Mieten in den letzten Jahren so aus dem Ruder gelaufen sind? Ja, weil immer mehr Menschen nach München gezogen sind, obwohl oder trotzdem es nicht genügend günstigen Wohnraum gibt. Soviele Wohnungen kann die Stadt München gar nicht bauen, damit sich das in näherer Zukunft gravierend auf die Mietpreise auswirkt. Fragen Sie doch mal Ihren Arbeitgeber, warum er keine Betriebswohnungen zur Verfügung stellt. Früher war das ganz normal, daß große Firmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung durch Betriebswohnungen nachgekommen sind. Heute will man immer mehr Arbeitskräfte nach München ziehen, aber für die Infrastruktur soll einzig die Stadt bzw. alle Steuerzahler dafür aufkommen? Diese einseitige Rechnung wird nicht aufgehen. Übrigens, hat BMW keinen Betriebskindergarten?? Und noch eines; wenn Sie auf das Stadtportal von München gehen, dann werden Sie sehen, was und wieviel München für Familien mit Kindern macht und diesen Personenkreis fördert. Wie ich finde, eine ganze Menge!

  2. Autor Chiara Sergiacomi
    am 14. September 2012
    2.

    Ich kann ebenfalls mich nicht so über die Stadt München beklagen.
    Es gibt viele Möglichkeiten, man muss in der Tat nur ein bisschen suchen und dabei selbst aktiv werden, bzw. einfach sich helfen lassen.
    Es gibt sehr viele Organisationen, die im Grunde für die Frühförderung der Kinder zur Verfügung stehen, ein sehr gute Beispiel ist die "Frühe Hilfe" Organisation, die unabhängig vom Gehalt immer gerne Familien mit Kleinkindern berät. Es gibt auch immer Mittwochs ein Treffen in Thalkirchen - einfach hingehen, Spaß haben und vorallem alles mit mehr Positivität anpacken...
    Nicht umsonst sind die Gehälter in Dresden noch niedriger als in Berlin und in München Deutschlandweit auf dem höchsten Niveau...
    Last but not least: Ich hab in der Tat noch nie so viele Aktivitäten für Kinder und Junge Familien beobachten können wie in München (bin selber "Zugezogen" - gut meine Kinder kamen in München zur Welt und es stimmt schon, dass man dadurch schneller Anschluß findet).
    Alles gute für die Zukunft!

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