Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Pascal Spitalny am 15. Januar 2013
6011 Leser · 156 Stimmen (-10 / +146) · 1 Kommentar

Gesellschaft und Soziales

Job-Diskrimminierung bei Menschen mit Handicap

Sehr geehrter Herr Ude,

ich bitte Sie um eine Antwort/Idee zu dem folgenden Sachverhalt.

Meine Freundin (20 Jahre) hat ein sehr schweres Handicap, sie ist Farbenblind und noch dazu sieht sie nur 15 %. (70 % Schwerstbehinderung) Sie steckt das an sich locker weg. Es gibt da nur folgendes Problem:

Sie hat keine berufliche Zukunft, nach Ihrem Abschluss mit der Mittleren Reife versuchte Sie in mehreren Ausbildungen Fuß zu fassen. Nach gefühlten 100 Absagen, kam eine Ausbildung im IT Bereich die sie leider nach einem Jahr aufgeben musste, da in der Schule keine Rücksicht genommen wurde und vieles über Projektoren veranschaulicht wurde. (Sie hat noch dazu eine sehr starke Lichtempfindlichkeit)

Jetzt ist sie zur Zeit auf eine italienisch/englisch Sprachschule aber auch nicht sonderlich glücklich, dort wird sie regelmäßig gemobbt.

Wir suchen gerade eine passende Ausbildung und sie ließ sich auch vom Arbeitsamt beraten, die Sachbearbeiterin aber hatte als einzigste Idee meine Freundin außerhalb von Bayern in eine "Behinderten"beheimatung zu stecken damit sie aus den Statistiken verschwindet.

Meine Freundin liebt es zu malen, schreibt Bücher und ist ungemein kreativ. Sie ist miserabel in Mathemathik, aber dafür hat sie eine sehr gute Menschenkenntnis, hat das Herz am rechten Fleck und wenn Sie wüsste das ich mich an Sie wende. Würde Sie sagen: "Dass ich nicht Ihre Zeit stehlen soll, da Sie sicher wichtigeres zu tun haben.

Ich würde mich nicht an Sie wenden, wenn wir eine Lösung für dieses Problem hätten.

Ich bedanke mich schon mal herzlichst fürs Lesen.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Spitalny

+136

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Antwort
von Christian Ude am 18. April 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Spitalny,

leider ist Ihrem Schreiben nicht zu entnehmen, ob Ihre Freundin im Stadtgebiet München oder in einem der umliegenden Landkreise lebt und wie sie derzeit ihren Lebensunterhalt bestreitet. Nähere Angaben hierzu sind immer deshalb wichtig, um Zuständigkeiten abzuklären und, dann auf die jeweilige Lebenssituation abgestellt, Anlaufstellen benennen zu können. Bitte haben Sie deshalb Verständnis dafür, wenn ich Ihnen deshalb in diesem Fall – losgelöst vom konkreten Sachverhalt Ihrer Freundin – lediglich allgemeine Auskünfte erteilen kann.

Grundsätzlich ist für Fragen rund um Arbeit oder Ausbildung erster Ansprechpartner die Bundesagentur für Arbeit. Ihre Freundin sollte, auch wenn eine bereits stattgefundene Beratung nicht zu ihrer Zufriedenheit verlaufen ist, in jedem Fall nochmals einen Beratungstermin bei der Bundesagentur für Arbeit vereinbaren. Das Jobcenter München könnte hier nur dann tätig werden, wenn Ihre Freundin Arbeitslosengeld 2 beziehen sollte oder ein Antrag auf diese Leistung demnächst von ihr gestellt werden müsste. Nachdem aus Ihrem Schreiben die Adresse Ihrer Freundin nicht hervorgeht, kann ich Ihnen das für diesen Fall konkret zuständige Sozialbürgerhaus leider nicht benennen. Sie können dies aber unter folgender Internetadresse leicht selbst ermitteln: http://www.muenchen.de/dienstleistungsfinder/muenchen/106...

Als Ansprechpartner kommt für Ihre Freundin auch der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München in Betracht. Er ist Ansprechpartner für alle Münchner Bürgerinnen und Bürger mit einer Behinderung und für deren Angehörige. Der Behindertenbeauftragte ist behilflich, die Integration und selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit Behinderungen zu fördern.
Die Kontaktdaten des Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt München sind:


Herr Oswald Utz
Burgstraße 4
80331 München
Tel.: 089 233-24452
Fax: 089 233-21266
E-Mail: behindertenbeauftragter.soz@muenchen.de

Eine weitere Möglichkeit besteht für Ihre Freundin darin, sich an den Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) zu wenden. Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der über 80.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Auch hier erhalten Sie nachfolgend die Kontaktdaten:
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. Landesgeschäftsstelle
Telefon: 089/55988-0
Fax: 089/55988-266
Internet: http://www.bbsb.org
E-Mail: info@bbsb.org

Ich wünsche Ihrer Freundin viel Erfolg bei ihrer Suche nach einem für sie passenden und interessanten Ausbildungsplatz.

Mit freundlichen Grüßen


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  1. Autor Pascal Spitalny
    am 15. Januar 2013
    1.

    Nachtrag: 80 % Schwerbehindert und 12 % Sehvermögen.
    Danke für die Zustimmungen :)

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