Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Peter Zwick am 26. August 2013
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Gesellschaft und Soziales

Islamzentrum

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Sie befürworten ein (europäisches) Zentrum für den Islam in München.
Sind Sie wirklich der Meinung, dass diese Kultur zu unserer europäischen / deutschen Kultur passt? Nehmen Sie zur Kenntnis, dass viele Münchner Bürger und Steuerzahler ein derartiges Zentrum nicht wünschen und ist Ihnen bekannt wieviel Leid im Namen des Islam bzw. des Koran in der ganzen Welt verursacht wird? Wissen Sie, wie in islamischen Gesellschaften mit Frauen umgegangen wird? Was denken Sie sich, wenn jedes Jahr mehr voll verschleierte Frauen an Ihrem Münchner Rathaus vorbeilaufen auf Ihrem Shoppingtrail durch die Fussgängerzone während Ihre Männer sich am Anblick der sommerlich gekleideten Frauen unserers Kulturkreises weiden? Ist das nicht grotesk?
Ich denke, dieses Strassenbild ist sehr aussagekräftig und zeigt wie wenig diese beiden Kulturen zusammenpassen. Fahren Sie mal an einem sonnigen Wochenende an den Tegernsee und schauen Sie sich das Szenario an - man kommt sich vor wie im falschen Film.
Warum also dieses Islamzentrum in München oder überhaupt in Deutschland, in Europa? Wieviele christliche Zentren werden in islamischen Ländern erlaubt?
Tragen Sie dazu bei, dass unsere freiheitlichen Werte in unseren demokratischen Gesellschaften erhalten bleiben und halten Sie mittelalterliche Strukturen von hier fern. Das ist Ihre Aufgabe als gewählter Politiker und für unsere Stadt als Oberbürgermeister.
Ich möchte kein solches Islamzentrum in unserer Stadt und viele Mitbürger auch nicht. Also bitte treten Sie dafür ein, dass dieses Projekt hier nicht umgesetzt wird.
Vielen Dank für Ihre Arbeit und für das was Sie schon an Positivem für unsere lebenswerte Stadt getan haben. In diesem speziellen Fall finde ich jedoch, sind Sie auf dem falschen Dampfer.

mfg
Peter Zwick
(ich bin kein Rassist, sondern ehrlicher Steuerzahler und gerne Bürger einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft).

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Antwort
von Christian Ude am 27. März 2014
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Zwick,

in Deutschland ist die Glaubensfreiheit ein hohes Gut. Bei uns hat jede Religionsgemeinschaft das verfassungsmäßig garantierte Recht, ihren Glauben frei von Verfolgung und unter staatlichem Schutz auszuüben. Das beinhaltet auch das Recht, Sakralbauten wie Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu errichten.

Das Münchner Forum für Islam (MFI, vormals: ZIE-M) ist eine von Muslimen und Nichtmuslimen in München und Umgebung ausgehende Initiative, die versucht, die Herausforderungen einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft aufzugreifen und zu einer harmonischen und gelingenden Stadtlandschaft beizutragen.

Das MFI wird getragen von einem 2010 gegründeten gemeinnützigen Verein, dem Muslime und Nichtmuslime unterschiedlichster Herkunftsländer ebenso angehören wie zahlreiche muslimische Dachverbände in München. Der Trägerverein MFI e.V. sieht sich ohne Einschränkung den Werten von Grundgesetz, bayerischer Verfassung sowie politischem und Rechtssystem Deutschlands verpflichtet. Er steht also ein für Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus, Gleichberechtigung und Toleranz.

Ziel des MFI ist die Entwicklung eines Islam mit einem “europäischen Gesicht”, geprägt durch europäische Werte und die Normen unseres Grundgesetzes. Es soll ein Angebot an die bereits hier lebenden Menschen muslimischen Glaubens sein, das ihnen ermöglicht ihre Religion im Einklang mit ihrer Münchner Lebenswirklichkeit leben zu können. Dabei soll das MFI eine Stätte des Gebets, der Kommunikation und der Begegnung sein – sowohl für die Münchnerinnen und Münchner aller Glaubensrichtungen wie auch für die internationalen Gäste unserer Stadt. Es dient also nicht einer sogenannten “Islamisierung” Münchens.

Dies sind die Gründe, warum alle Fraktionen des Münchner Stadtrats diese Initiative befürworten und unterstützen.

Bislang ist den rund 100.000 muslimischen Münchnerinnen und Münchnern das Gebet in der Regel nur in sogenannten Hinterhofmoscheen möglich. Zudem sprechen die dort tätigen Imame oftmals kein oder nur wenig Deutsch, sind – wenn überhaupt – in ihren Herkunftsländern ausgebildet und haben häufig wenig Bezug zur bzw. Verständnis über die deutsche Gesellschaft.

Das MFI böte zum einen einen repräsentativen, öffentlichen, zentralen Ort, an dem Menschen ihren Glauben in angemessener und würdevoller Weise praktizieren können. Zum anderen würde es die Ausbildung deutscher bzw. in Deutschland lebender Imame befördern, die dann auch auf Deutsch predigen.

Bitte machen Sie sich selbst ein Bild von dem geplanten Projekt und informieren Sie sich zum Beispiel auf der Webseite des MFI e.V. Unter http://www.islam-muenchen.de werden Sie feststellen, dass mit dem MFI die Etablierung einer modernen islamischen Glaubenslehre verfolgt wird, die sich ja gerade gegen das richtet, was Sie als “mittelalterliche Strukturen” bezeichnen.

P.S.: Die von Ihnen erwähnten verschleierten Frauen sind in aller Regel Touristinnen, die mit ihren Ausgaben wesentlich zur Sicherung von Arbeitsplätzen im Einzelhandel, in Hotellerie und Gastronomie beitragen.

P.P.S.: Bei der Stadtratswahl am 16. März erhielt die islamfeindliche Gruppierung, die sich gegen das Moschee-Projekt ausspricht, trotz lautstarker und flächendeckender Propaganda in allen Stadtteilen, nicht einmal 1 Prozent der Stimmen.

Mit freundlichen Grüßen