Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Sabine Kirschnek am 09. Mai 2011
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Gesellschaft und Soziales

Interimslösung für Mittagsbetreuung bzw. Hort an der Boschetsrieder Schule!

Sehr geehrter Herr Ude,

auch wir benötigen dringend einen Hortplatz oder einen Platz bei der Mittagsbetreuung für unsere Tochter, die dieses Jahr in der Boschetsrieder Schule in Obersendling eingeschult wird.

Beim städtischen Integrationshort in der Malmedystraße und beim Hort der AWO in der Neunkirchner Straße haben wir eine Absage erhalten. Beim Hort in der Boschetsrieder Schule hat man ohnehin nur dann eine Chance, wenn beide Elternteile (zumindest annähernd) Vollzeit arbeiten.

Dennoch brauchen auch wir dringend eine Betreuung für unsere Tochter nach Schulschluss für einige Stunden, damit ich meine Teilzeittätigkeit weiterhin ausüben kann. Wie viele andere benötigen auch wir zumindest ein halbes zweites Einkommen, um uns das Leben hier leisten zu können, und um nicht spätestens im Rentenalter zum Sozialfall zu werden…!

Die Mittagsbetreuung wäre für uns - trotz der vielen Wochen Ferien!!! - eine akzeptable Notlösung, über die ich unter diesen Umständen sogar sehr glücklich wäre! Doch leider sind dreimal mehr Bewerber als Plätze vorhanden und wir hatten bei der Auslosung kein Glück!

Immer wieder haben Sie – mit berechtigtem Stolz! - darauf hingewiesen, wie viele Krippen- und Kindergartenplätze in den letzten Jahren neu geschaffen wurden. Die Geburtenzahlen in München sind derzeit so hoch, wie seit 40 Jahren nicht! Jeder kann sich ausrechnen: Wenn die vielen in den letzten Jahren geborenen Kinder, die von den vielen neuen Krippen- und Kindergartenplätzen profitieren (die ja trotzdem noch immer nicht reichen!), in einigen Jahren in die Schule kommen, wird die Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung nochmals drastisch zunehmen! Die Mütter, die heute mit viel Aufwand und Mühe, und oft mit viel Glück ihre Kleinkinder und Kindergartenkinder unterbringen konnten, werden doch dann nicht ihre Arbeit reduzieren oder aufgeben wollen!!!

Ihrem häufigen Verweis auf die Verpflichtungen der Landesregierung stimme ich zu!!! Ein längeres Schreiben als dieses geht von mir ans Kultusministerium. Aber für eine schnelle Lösung innerhalb der nächsten Monate können wir nicht auf den Freistaat zählen – es wird doch noch Jahre dauern, bis dort die Zeichen der Zeit erkannt werden! Wir müssen uns an die Stadt wenden!

Ich weiß, dass das Problem der Boschetsrieder Schule der Stadtverwaltung gut bekannt ist. Ich meine aber, für dieses Problem muss sich eine Zwischenlösung finden lassen! Auf dem Schulhof ist genug Platz, um Mietcontainer aufzustellen. Meines Wissens wird dieser Vorschlag auch von der Schulleitung unterstützt. Mir ist bekannt, dass es Container-Vermieter gibt, die komplette Raumlösungen für Kindertageseinrichtungen aller Art auf Zeit vermieten, und dies mehrstöckig, um die Aufstellfläche gering zu halten.

Je mehr schnelle, kreative, flexible Interimslösungen HEUTE geschaffen werden, umso flexibler kann doch in den nächsten Jahren auf den rasant wachsenden Bedarf reagiert werden - auch dann, falls wider Erwarten die Erweiterung zu Ganztagsschulen zügig erfolgen sollte!

Gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, Gewerbeflächen in Schulnähe als Betreuungsräume anzumieten? Welche Vorschriften müssen dabei beachtet werden?

Wäre es nicht überhaupt der kostengünstigste Weg, die ursprünglich geplanten Umbaumaßnahmen für eine Erweiterung der Mittagsbetreuung jetzt sofort zügig auszuführen und später – wenn irgendwann die Erweiterung zur Ganztagsschule möglich ist – die dann erforderlichen Baumaßnahmen entsprechend anzupassen?

Nun abschließend meine dringende, ganz konkrete Bitte:
Bitte machen Sie es anders als der Freistaat! Bitte helfen Sie uns und all den anderen betroffenen Eltern durch Unterstützung bei der Einrichtung einer weiteren Betreuungsgruppe an der Boschetsrieder Schule – sei es eine weitere Hortgruppe, sei es die Erweiterung der Mittagsbetreuung. Sei es durch Aufstellen von Containern, sei es durch Nutzung von Gewerbeflächen in der Umgebung, sei es durch Ausführung des bereits geplanten Umbaus!

Und bitte helfen Sie auch in den anderen betroffenen Sprengeln durch Bereitstellen von flexiblen Interims-Lösungen, insbesondere mit Mietcontainern!

Mit herzlichem Dank für Ihre Aufmerksamkeit und großer Hoffnung auf Ihre Hilfe!

Sabine Kirschnek

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Antwort
von Christian Ude am 28. Dezember 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Kirschnek,

obwohl die Stadt sehr viel Geld in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert, ist es leider so, dass die Anzahl der Plätze in München immer noch nicht ausreicht, um alle Münchner Grundschulkinder mit einem Platz im gewünschten Betreuungsangebot zu versorgen. Für die Sorgen der Eltern, die eine Betreuungsmöglichkeit für ihr Kind suchen, habe ich großes Verständnis.

Die Mittagsbetreuung ist eine Einrichtung der Schule, die von Eltern auf privatrechtlicher Basis organisiert wird. Die fachliche Aufsicht über die Mittagsbetreuungen an staatlichen Grundschulen übt das Staatliche Schulamt aus. Für die Bereitstellung der notwendigen Räume ist die jeweilige Schulleitung verantwortlich. Dabei können auch Klassenzimmer zur Doppelnutzung zur Verfügung gestellt werden, wenn die Raumsituation und der Bedarf an Betreuungsplätzen dies erfordern. An vielen Münchner Grundschulen ist dies gängige Praxis. Da es sich bei der Mittagsbetreuung ausschließlich um ein privat organisiertes Betreuungsangebot handelt, bitte ich um Verständnis, dass seitens der Landeshauptstadt München keine externen Räume angemietet oder Container errichtet werden können.
Der Mittagsbetreuung an der Grundschule Boschetsrieder Straße steht das komplette Souterrain des Schulgebäudes mit mehr als 200 m² zur Verfügung, außerdem können Klassenzimmern sowie die Turnhalle genutzt werden. Das ist weit mehr als in einer dreizügigen Grundschule üblicherweise durch die Mittagsbetreuung genutzt werden kann. Nach meinen Informationen werden in diesem Schuljahr in der Mittagsbetreuung an der Grundschule Boschetsrieder Straße mehr Kinder betreut als im letzten Jahr. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Zum Sprengel der Grundschule gehören zwei städtische Horte, einer an der Boschetsrieder Straße 35 und einer an der Malmedystr. 6. Über Horte im weiteren Umkreis informiert Sie die zuständige Stadtquartiersleitung, Frau Simon (Telefon 089- 74 50 05 37). Als direkte Vorgesetzte mehrerer benachbarter städtischer Kindertagesstätten haben Stadtquartiersleitungen in der Regel einen guten Überblick über die Vormerksituation „ihrer“ Einrichtungen.

Die Stadt bemüht sich nach Kräften, für alle auf den Vormerklisten stehenden Kinder nach Möglichkeit eine Betreuungslösung zu finden. In jedem Schuljahr werden die Brennpunktstandorte genau betrachtet und für jede einzelne Einrichtung untersucht, ob Interims-Lösungen wie z.B. die vorübergehende Umwandlung von Kindergarten- in Hortgruppen möglich sind. Allen Eltern, die ihr Kind angemeldet, jedoch zunächst keinen Platz erhalten haben, wird empfohlen, mit dem jeweiligen Hort in Kontakt zu bleiben. Die Erfahrung zeigt, dass auch im Nachrückverfahren oft noch Plätze vergeben werden können.

Eine mögliche Alternative sind auch private Eltern-Kind-Initiativen und die Tagesbetreuungsbörse des Sozialreferats. Letztere erreichen Sie über die E-Mail Adresse kindertagesbetreuung.soz@muenchen.de.

Außerdem laufen derzeit Planungen, an der Grundschule an der Boschetsrieder Straße einen Ganztagszug einzurichten. Die Stadt unterstützt die Schule dabei intensiv. Derzeit bieten nur 28 von 130 Münchner Grundschulen Ganztagsklassen an. Der Ausbau des Ganztagsschulangebots an den Münchner Grundschulen ist deshalb eine wichtige Forderung, denn Ganztagsschulen entlasten die Familien und bieten allen Kindern bestmögliche Bildungschancen.

Ich hoffe, dass Sie inzwischen einen Betreuungsplatz für Ihre Tochter erhalten haben. Alles Gute für Ihre Familie und für Ihre Tochter eine schöne Schulzeit!

Mit freundlichen Grüßen