Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Sebastian Stange am 18. April 2013
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Umwelt und Gesundheit

Imkerei

Sehr geehrter Herr Ude,

leider verlagert sich die Imkerei aufgrund der zunehmenen Agrar-Monokulturen, Massentierhaltung mit einhergehendem vielfachen Abmähen der Wiesen vor der Blütezeit sowie extensivem Einsatz von Pestiziden vom Land in Richtung Stadt.
Daher sind viele Imker zwangsweise auf der Suche nach geeigneten Stellplätzen für Ihre - noch - lebenden Bienenvölker und ich denke insbesondere die Friedhöfe (wie bspw. alter Südfriedhof) würde ausreichend Platz für die Bienen bieten ohne eine Beeinträchtigung der Besucher darzustellen.

Ich bin mit einigen Demeter Imkern in Verbindung und wir möchten analog einiger Bewegungen im Ausland die Bienen noch stärker in das Bewusstsein unserer Bevölkerung bringen. Anhand des Mikrokosmos Bienenvolk zeigt sich all unser menschliches Wirken im Makrokosmus.

Insbesondere für Kindergärten und Schulen böte sich hier eine geeignete Plattform früh mit der Natur in Verbindung zu kommen und somit die nachwachsende Generation über das enge Zusammenwirken von Mensch und Natur zu sensibilisieren.

Es wäre schön wenn Sie uns in der Suche nach geeigneten Stellplätzen in Schulen, Kindergärten, Friedhöfen, Kirchendächern oder letztlich auf dem Münchener Rathaus unterstützen.

Das erste Glas "selbst" produzierten Honigs ist der süsse Danke Ihrer Bemühungen.

In der Hoffnung auf Unterstützung grüsst Sie

Ihr

Sebastian Stange

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Antwort
von Christian Ude am 22. Juli 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Stange,

ich begrüße Ihr Engagement für Bienen und Imkerei sehr und darf Ihnen mitteilen, dass sich die Stadt bereits seit längerem mit diesem Thema befasst.

Das Kommunalreferat als innerstädtischer Immobiliendienstleister prüft bei konkreten Anfragen, ob der vorgeschlagene Standort aus des städtischen Immobilienbestandes grundsätzlich geeignet ist. An einigen geeigneten Betriebshöfen wurden bereits Bienenstöcke aufgestellt, an fünf Standorten konnten 6 Imker mit rund 44 Bienenstöcken dauerhaft untergebracht werden.

Darüber hinaus sind Bienenzuchtstandorte auch auf den städtischen Gutsbetrieben der Stadt München gang und gäbe. Bereits seit 1986 werden regelmäßig Verträge mit Imkern abgeschlossen. Anfragen stehen die Stadtgüter München (SgM) immer offen gegenüber. Auf den Gütern Karlshof, Buchhof oder Riem hat man zum Beispiel sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Bereitstellung erfolgt sogar kostenlos. Für Fragen können Sie sich direkt an die Stadtgüter München wenden E-Mail:

sgm.kom@muenchen.de

oder Internet:

http://www.stadtgueter-muenchen.de/

Ein weiteres Beispiel für das Aufstellen von Bienenkästen sind die städtischen Schulgebäude. Aus Sicht des Referats für Bildung und Sport ist dies auch unter pädagogischen Aspekten zu befürworten. Voraussetzung ist, dass das Gelände groß genug und geeignet ist.

In den letzten Jahren haben mehrere Lehrkräfte die Bienenzucht an Münchner Schulen unter Mithilfe von Imkern begonnen, zum Beispiel die Mittelschule an der Franz-Nißl-Straße oder die Mittelschule an der Bernaysstraße. An der Bernaysstraße gibt es sogar eine Schülerfirma, die nicht nur den Honig, sondern auch aus Wachs gefertigte Produkte, wie z.B. Kerzen, verkauft. Am Städtischen Adolf-Weber-Gymnasium wird die Bienenzucht schon seit ca. 20 Jahren erfolgreich betrieben.

Das Interesse der Schulen am Aufstellen vom Bienenkästen ist in den letzten Jahren gewachsen. Das Pädagogische Institut des Referats für Bildung und Sport steht den Schulen beratend zum Thema Umweltbildung zur Seite. In den Infoveranstaltungen des Pädagogischen Instituts zur Schulgartenbetreuungen ist das Thema Imkerei ein Schwerpunkt.

Das Aufstellen der Bienenkästen sollte pädagogisch begleitet werden und ausreichend Informationen vom Imker an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden. Zum Beispiel auch, wie bei einer Allergie zu verfahren ist und erste Hilfe geleistet werden kann.
Durch das Aufstellen von Bienenkästen im Randbereich des Schulgeländes ist die Gefahr, gestochen zu werden, allerdings kaum erhöht.

Die Städtischen Friedhöfe München bieten Hobbyimkern außerdem die Möglichkeit, ihre Bienenstöcke in abgelegeneren Friedhofsbereichen z. B. auf dem Waldfriedhof, dem Neuen Südfriedhof oder den noch nicht belegten Friedhofsteilen des Neuen Riemer Friedhofes aufzustellen.

Mit freundlichen Grüßen