Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Robert Federle am 19. Juni 2013
4188 Leser · 143 Stimmen (-66 / +77) · 2 Kommentare

Sonstige

Ihr Interview in der Mittelbayerischen Zeitung vom 18.06.2013

Sehr geehrter Herr Ude,

in dem oben genannten Interview äußern Sie sich wie folgt:

"Ich kann eine Gefährlichkeit nicht vollkommen ausschließen. Herr Mollath hat ja unstrittig Autoreifen zerstochen."

Im Urteil von 2006 steht:

"Die Videoaufnahmen und die im Hause des Angeklagten aufgefundene Kleidung...sind zwar kein eindeutiger Beweis für die Täterschaft des Angeklagten, weisen aber zusätzlich zu den obigen Feststellungen darauf hin."

Auch die weiteren Ausführungen belegen eben nicht zweifelsfrei, daß die Taten von Herrn Mollath begangen worden sind. Es wurden offenbar noch nicht einmal Ermittlungen durchgeführt, ob die Taten nicht vielleicht sogar von seiner Ex-Frau angestiftet wurden, um ihm neben der angeblichen Körperverletzung noch eine weitere Tat anzuhängen. So ist dann auch seine Ex-Frau die einzige Person, die Mollath auf dem Video anhand des "Bewegungsablaufs" erkannt haben will. Im Zweifel für den Angeklagten galt aber nicht für Gustl Mollath.

Wie kommen Sie also dazu zu behaupten, daß diese Taten von Herrn Mollath unstrittig begangen worden sind? Ganz im Gegenteil muß man hier feststellen, daß Herr Mollath eigentlich aus Mangel an Beweisen hätte freigesprochen werden müssen, da man ihm die Täterschaft nie nachweisen konnte. Man hat keine Tatwerkzeuge bei ihm gefunden, kein Zeuge hat ihn je an einem Tatort gesehen und auch sonst ist die Beweislage mehr als dürftig, da die Geschädigten alle auch in Verbindung zu seiner Ex-Frau standen, die durch Zeugenaussage belegt damit gedroht hatte, ihm etwas anzuhängen, wenn er nicht still hält.

Wieso also legen Sie sich auf eine Schuld des Herrn Mollath fest, wenn noch nicht einmal das Gericht dies unstrittig tat, zumal der vorsitzende Richter auch noch befangen war durch seine Zusammenarbeit mit dem Bruder der Ex-Frau von Mollath, durch das Ignorieren von Mollaths Verteidigungsschrift und seiner Einflußnahme auf die Steuerfahndung? Ich muß mich doch sehr wundern, daß Sie hier ein geradezu vernichtendes Urteil über einen Menschen fällen, ohne sich vorher korrekt zu informieren.

Meinen Sie etwa, durch so ein Verhalten wären Sie eine wählbare Alternative zu den CSU-Amigos?

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Federle

+11

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  1. Autor Maria Käser
    am 19. Juni 2013
    1.

    Es ist erschreckend, geradezu skandalös, wenn ein politischer Vertreter eines Rechtsstaates, zerstochene Autoreifen für einen ausreichenden Grund hält, jemanden 7 Jahre in der geschlossenen Psychatrie zu verwahren bzw. weg zu sperren. Auch sollte Hr. Ude zwischenzeitlich mitbekommen haben, daß dieser ganze Fall "Mollath" juristisch und rechtsstaatlich zum Himmel stinkt! Wenn diese Aussage so getroffen wurde, wie in obigem Beitrag zitiert, dann ist das einfach unsäglich und untragbar!

  2. Autor Robert Federle
    am 20. Juni 2013
    2.

    Da tun Sie dem Herrn Ude unrecht. Er hat sich nicht dahingehend geäußert, daß er dies für einen ausreichenden Grund hält. Aber er hat sich darauf festgelegt, daß die Autoreifen von Mollath "unstrittig" zerstochen worden sind und das ist gerade für einen früheren Rechtsanwalt doch eine mehr als nur gewagte Aussage, da die hierfür nötige Klarheit noch nicht einmal dem skandalösen Urteil selbst zu entnehmen ist und so eine Äußerung nur dem Ansehen von Herrn Mollath schadet. Ich würde es begrüßen, wenn Herr Ude Klarheit schaffen würde, indem er seine Feststellung korrigiert.

    Hier ist der Artikel zu finden, auf den ich mich beziehe:

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/politik/artike...

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