Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Wioletta Fraczek am 14. Februar 2012
8781 Leser · 153 Stimmen (-20 / +133) · 5 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Hundesteuer

Sehr geehrter Herr Ude,

Ich wohne sehr gerne in München, selbst schon wg. der Sauberkeit und Ordnung. Dennoch stellt ich mir immer wieder die Frage, warum wir Hundesteuer bezahlen müssen? Ich als Hundebesitzer entferne immer den Hundekot, mein Hund läuft immer an der Leine ist gechipt, geimpft, alles kostet sehr viel Geld. Warum müssen wir dennoch Hundesteuern zahlen, wenn der Hundekot nicht von der Stadt entfernt wird und für was so viel Hundesteuer 100 Euro? Katzenbesitzer müssen auch keine Steuer bezahlen - selbst wenn noch mehr Dreck durch das Katzenstreu in den Mülltonnen entsteht. Außerdem entferne ich den Hundekot - wie es rechtens ist, jedoch verstehe ich nicht, warum so wenig Mülleimer dafür aufgestellt wird? Bei uns sind sehr wenig Mülleimer und ich laufe mit meinem Stinkemüllbeutel sehr lange an den Leuten vorbei, was mir SEHR unangenehm ist.Ich liebe zwar meinen Hund, habe auch zwei Kinder, trotzdem liebe ich nicht sein Kacka :) Daher frage ich mich: warum die Hundesteuer - wozu wird das Geld benutzt, es ist nicht gerade wenig 100 euro, warum wird das Gesetz nicht erneuert bzw. die Steuer gesenkt, 30 Euro ist verständlich aber mehr? Dadurch dass ich den Hund bei mir halte und er nicht im Tierheim leben muss, spart der Stadt genauso Geld.
Ich bitte um eine Antwort bzw. auch im besten Fall eine Lösung, den ich denke ich spreche für alle Hundebesitzer - das man als Hundebesitzer nicht verstehen kann - was für einen Hintergrund die Hundesteuer hat?
Ich bedanke mich sehr im Voraus für Ihre Mühe und wir hoffe auf eine Lösung.

Liebe Grüße aus dem schönen München

+113

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Antwort
von Christian Ude am 02. Mai 2012
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Fraczek,

die Landeshauptstadt München erhebt wie nahezu alle deutschen Städte und Gemeinden eine Hundesteuer, wobei München zu den deutschen Großstädten mit den günstigsten Hundesteuersätzen gehört.

Die Hundesteuer dient allerdings nicht dazu, die Kosten beispielsweise für Kotbeseitigung oder Hundetütenspender zu begleichen, sondern ist wie die übrigen kommunalen Steuern eine öffentlich-rechtliche Abgabe, die zur Finanzierung sozialer, kultureller, schulischer und wirtschaftlicher Maßnahmen der Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger verwendet wird. Daneben verfolgt die Hundesteuer aber auch den ordnungspolitischen Zweck, die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet auf eine verträgliche Zahl zu begrenzen.

Bei Bedürftigkeit gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf Erlass der Hundesteuer zu stellen.

Das Baureferat hat im Stadtgebiet insgesamt 10.000 Abfallbehälter aufgestellt, die regelmäßig geleert werden. In den 94 Münchner Grünanlagen und Parks wurden bereits im Jahr 2007 über 200 Hundekot-Tütenspender/Hundetoiletten aufgestellt. Mehr als 150 weitere Tütenspender folgten seitdem.

Indem Sie mit Ihrer Hundesteuerzahlung einen Beitrag für das Gemeinwesen der Landeshauptstadt München leisten, tragen Sie dazu bei, dass München weiterhin lebenswert bleibt – und neben allen Bürgerinnen und Bürgern auch Ihnen und Ihrer Familie ein Teil davon auf anderer Ebene wieder zugute kommt.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Martin Krafft
    am 14. Februar 2012
    1.

    Ich bin Ihrer Meinung: entweder sollte die Hundesteuer eingesetzt werden, um mehr Mülltonnen und Robbiedog-Stationen zu installieren, für die Reinigung oder für Impfzuschüsse und dergleichen – oder gesenkt bis fallen gelassen werden.

    Leider aber widerspricht das der gängigen Praxis des Staates und wohl auch der Stadt: ein Grund, den Bürger zur Kasse zu bitten ist besser als kein Grund. Daß ein Hund nicht gleich bedeutete, daß die Eigentümerfamilie sich die Steuer leisten kann, das wird gerne übersehen.

  2. Autor Wioletta Fraczek
    am 15. Februar 2012
    2.

    Ja genau. Vor allem aber (habe es so gehört) war früher die Hundesteuer erfunden worden, da die Hunde Häuser bzw. Gaststätten bewachen sollten, somit war es ein Arbeitstier - deshalb steuern. Nun in den heutigen Zeiten hält keiner mehr einen Hund zum Schutz der Wohnung. Mein Hund hat mehr angst als ich :) - deshalb ist das Gesetz / Steuer veraltet.

  3. Autor Susanne Jürgensen
    am 10. April 2012
    3.

    "Neben dem Einnahmezweck verfolgt die Hundesteuer auch den ordnungspolitischen Zweck, die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet zu begrenzen." (aus: Wikipedia: Hundesteuer)

  4. Autor Wioletta Fraczek
    am 11. April 2012
    4.

    ja dann können wir ja gleich, alle Tiere in Grenzen halten. Erst schaffen wir den Hund (vom Wolf - zum Haustier) an und dann stört dieser ! Nur weil man Steuer zahlt bzw. 100 Euro, heisst das noch lange nicht, dass diese in Grenzen gehalten werden. Außerdem gibt es mehr Katzen als Hunde und die zahlen nichts ! Schaffen wir doch gleich die ganze Umwelt ab - bzw. zahlen Steuer für Bienen, Bäume, weil die ja alle uns stören . Ich frag mich nur: Wer gibt uns "Mensch"das Recht über die Welt zu richten. Wir waren da -und Tiere haben genauso das Recht hier zu sein.

  5. Autor Hannelore Weinich
    am 22. April 2012
    5.

    Ich sehe mir oft die Sendungen an, wo Hunde wie Katzen angeboten werden, die alleine sind, kein Zuhause haben oder einfach weil sie ausgesetzt worden sind.
    Man fragt sich warum? Ich denke, das es sich viele Menschen nicht leisten können, sei es die Hundesteuer, oder die Arztbesuche, einfach alles was dazu gehört. Es gibt viele liebe Menschen, die sich gerne einen Hund oder ähnliches zulege würde, es sich aber nicht leisten können. In den Altenheimen werden Hunde gebracht um die Menschen damit zum lächeln zu bringen, Rentner bräuchten sie, damit sie nicht vereinsamen und und und...aber sie können es sich einfach nicht leisten.
    Auch hierbei sollte vielleicht überlegt werden wie man die Vielzahl der Tiere an liebenswerte Menschen weitergeben könnte mit eventuellen Zuschüssen, damit diese Tiere nicht Jahre in Heimen verbringen müssen.
    Es wäre ein gutes Werk um auch Arme Menschen zu helfen oder Kranke das Leben lebenswerter gestalten zu können.

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