Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Tatjana Mocka am 23. Juli 2013
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Gesellschaft und Soziales

Hortplatzvergabe entgegen der Satzung

Sehr geehrter Herr Ude,
mein Mann und ich sind beide bei namenhaften Unternehmen in München in Vollzeit beschäftigt. Daher sind wir dringend auf einen Hortplatz für unseren sechsjährigen Sohn ab kommendem Schuljahr angewiesen.
An unserer Sprengelschule in der Werdenfelsstrasse erhielten wir eine endgültige Ablehnung. Dort wurden für das kommende Schuljahr „ganze“ 7 freie Plätze verlost.
Bei der Vergabe der Hortplätze wurde entgegen der Kindertagesstättensatzung nicht nach dem Arbeitsaufkommen der Eltern differenziert, sondern es wurden alle Anträge von berufstätigen Eltern –unabhängig vom Maß der Arbeitsstunden der Eltern und des individuellen Betreuungsbedarfes für das Kind- in einen "Topf geworfen". So wurde der letzte verfügbare Platz nun an eine Familie vergeben, bei der die Mutter einer Teilzeitbeschäftigung von 20 Stunden/Woche an 4 Tagen nachgeht. Hinzuzufügen ist, dass diese Familie an der Sprengelschule bereits die Zusage für einen Platz in der Nachmittagsbetreuung (Elterninitiative) erhalten hatte.
Mein Mann und ich dagegen sind in Vollzeit (37 bzw. 40 Stunden) beschäftigt, und haben weder im Hort noch in der Nachmittagsbetreuung einen Platz erhalten.
Die Kindertagesstättensatzung der Stadt München schreibt in § 5 I 1 b ganz klar vor, dass Hortplätze nach Dringlichkeiten zu vergeben sind. Als Kriterium wird hier angeführt, dass das Maß der Arbeitsstunden, die innerhalb der Öffnungszeiten des Hortes liegen, entscheidend für die Vergabe sind. Aus unserer Sicht dürfen Teil- und Vollzeitbeschäftigte nicht pauschal gleichgestellt werden. Eine Verlosung darf auch erst dann erfolgen, wenn es mehrere Anmeldungen gibt, bei denen die Dringlichkeit gleich hoch ist. Nach der Satzung haben wir klar eine höhere Dringlichkeit als Teilzeitbeschäftigte mit 20 Stunden/Woche, da wir (mit unseren Kernarbeitszeiten bis mindestens 16 Uhr) eine deutlich höhere Überschneidung mit den Öffnungszeiten des Hortes haben, die auch von der Nachmittagsbetreuung nicht abgedeckt werden könnten.

Wir haben am 08.07.13 die Quartiersleitung über den Sachverhalt informiert mit der Bitte, der Angelegenheit nachzugehen und die Vergabe zu überprüfen. Wir bekamen die mündliche Aussage, dass die Vergabe rechtmäßig sei. Auf unser Schreiben, in dem wir um Überprüfung baten, wurde nicht reagiert. Die Schulleitung hat uns ebenfalls nicht unterstützt.
Wir haben nur durch unser eigenes extrem zeitaufwendiges Bemühen (zahlreiche Anfragen bei Ganztagesschulen, Anrufe/Besuche in Horteinrichtungen in München und Umland) nun einen Hortplatz an einer anderen Schule erhalten. Wir mussten dann aufgrund der Entfernung einen Gastschulantrag in der Schule stellen.
Wir wollen und können nicht akzeptieren, dass unser Sohn als einziges Kind aus dem Schulsprengel eine Gasteinrichtung besuchen soll und aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen wird, obwohl bei uns die offensichtliche höchste Dringlichkeit gegeben ist.
Die Leidtragenden sind die Kinder. Und mir -als Mutter mit akademischer Ausbildung- wird durch diese Erschwernisse eine Teilnahme am Berufsleben erschwert bzw. gänzlich unmöglich gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in Ihrem Interesse liegt.
Sie haben unlängst bei einem Besuch bei meinem Arbeitgeber die Steigerung der Frauenquoten in deutschen Unternehmen gefordert. Bitte schaffen Sie dafür faire Voraussetzungen! Gleichzeitig bitte ich um Überprüfung der Hortplatzvergabe.

Freundliche Grüße

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