Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor C. Betzler am 02. April 2012
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Gesellschaft und Soziales

Hortplätze

Sehr geehrter Herr Ude,

ich würde Ihnen gerne folgende Frage stellen:

Laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung kamen 2007 im Jahr der Einführung des Elterngeldes ca. 20 % mehr Kinder in München zur Welt als 2006.

Mein Kind ist 2006 geboren, ich habe ihn sowohl bei den beiden Horten meiner Sprengelschule Agilolfinger Grundschule angemeldet, als auch beim Tagesheim in der Hochstrasse und als Versuch noch bei dem Hort der Maria-Hilf-Platz-Grundschule und Kolumbusplatz.

Leider habe ich von allen Anmeldungen eine Absage erhalten, zwar habe ich meine Bedarf weiter gemeldet, aber
habe wenig Hoffnung, da ich von all meinen Bekannten mit Kinder gleichen Alters auch erfahren habe, das diese ebenfalls keine Zusage erhalten haben. Sogar bei der Mittagsbetreuung gibt es keine Plätze. Und nicht mal Alleinerziehende haben einen Platz im Hort erhalten.

Nun wollten wir zusammen mit der Elterninitative, die mein Sohn derzeit besucht , einen Hort in der Au gründen.

Wir hatten uns auch für einige Objekte beworben, aber die Zusage haben andere Mieter erhalten. Leider gibt es auch sehr sehr wenige Räume auf dem freien Markt, die die Voraussetzungen für einen Hort erfüllen.

Der Bedarf an Betreuungspätzen in der Au ist jetzt schon sehr hoch und wird sicherlich durch den Wohnungsbau auf dem Ex-Paulanergelände gesteigert werden. Zudem kommen nächstes Jahr wie o.g. noch mehr Kinder in die Grundschule.

Nun zu meinen Fragen:

-Wie sieht der Ausbau der Hortplätze konkret in der Au und
Untergiesing aus?

- Kann uns die Stadt München bei der Suche nach Räumen
für die Erweitung der Elterninitative Krümelklub e.V um einen Hort behilflich sein?

- Macht es Sinn und ist es hilfreich , die Bayerische Landesregierung auf das Betreuungsproblem aufmerksam zu machen?

Ich möchte mein Kind nicht alleine mit dem Schlüssel nach Hause schicken.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Christiane Betzler

+163

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Antwort
von Christian Ude am 26. November 2012
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Betzler,

die Versorgungsquote der 6- bis 10-Jährigen in Ganztagsschulen, Horten, Tagesheimen, Mittagsbetreuung und Eltern-Kind-Initiativen liegt im Stadtbezirk Au – Haidhausen mit 71 Prozent sogar etwas über dem stadtweiten Durch- schnitt von 69 Prozent aller Münchner Grundschulkinder. Im Sprengel der Grundschule Agilolfinger Platz sind im Schuljahr 2012/13 zusätzliche Plätze durch das neue Hortangebot der Naturindianer hinzugekommen.

Von den Erweiterungsplänen Ihrer Eltern-Kind-Initiative Krümelclub e.V. um einen Hort war der zuständigen Fachabteilung Koordination und Steuerung Freie Träger im Referat für Bildung und Sport bis Schuljahresbeginn leider nichts bekannt.

Grundsätzlich können sich Eltern-Kind-Initiativen von der Fachabteilung beraten lassen und Maßnahmen zur Schaffung neuer Plätze werden finanziell unterstützt. Sofern gewünscht, kann die Fachabteilung auch bei der Sozial- planung der Landeshauptstadt München eine Anfrage hinsichtlich geeigneter Räumlichkeiten stellen. Hierfür benötigt sie genaue Informationen über das geplante Vorhaben (z.B. Kinderzahl, gewünschte Größe der Immobilie etc.). Ich bitte Sie, mit der Fachabteilung direkt Kontakt aufzunehmen. Sie erreichen sie unter der E-Mail-Adresse eki.kita.rbs@muenchen.de.

Darüber hinaus können sich Eltern-Kind-Initiativen auch selbst an das Kom- munalreferat, Liegenschaftsverwaltung wenden. Dort gibt es ein Büro für sogenannte Zwischennutzungen, wo evtl. ein geeignetes Objekt vorhanden ist oder gesucht werden könnte. Das Büro ist unter der Telefonnummer 0 89/2 33-2 22 07 bzw. der E-Mail-Adresse im-l.kom@muenchen.de zu erreichen.

Die Stadt ist bestrebt, allen Kindern, die einen Betreuungsplatz benötigen, einen solchen auch zur Verfügung zu stellen. Allerdings ist die Nachfrage nach Ganztagsplätzen für Grundschulkinder in den letzten Jahren überproportional angestiegen. Die Stadt hat darauf reagiert und im städtischen Mehrjahres- investitionsprogramm 2011-2015 rund 304 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung vorgesehen. Dadurch entstehen in den nächsten drei Jahren im Bereich Hort und Tagesheime rund neue 3.250 Plätze.

Die Landeshauptstadt München baut aber nicht nur ihre eigenen Angebote weiter aus, sondern fördert auch die Angebote anderer Träger und privater Eltern-Kind-Initiativen. Aber natürlich ist auch der für die Schulen zuständige Freistaat – wie Sie ja bereits vermutet haben – gefordert, sich der Nachfrage zu stellen und mehr Ganztagsklassen einzurichten – zumal die Stadt auch den Ausbau von gebundenen Ganztagsangeboten an den staatlichen Grundschulen unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Paula Villa
    am 17. Mai 2012
    1.

    Hallo
    Sehr richtig! Uns geht es in Haidhausen derzeit nicht anders. KATASTROPHE! Wir tun uns gerade zusammen, um eine Eltern-Kind-Inititative zur Mittagsbetreuung zu organisieren. Und werden evtl. auch an den Kosten für Räume usw. scheitern. Es gibt ja in München immer jemand mit mehr Geld für Mieten/Investitionen.
    Es ist unglaublich, wie wenig die Stadt hier wirklich tut - jedenfalls in einem für Familien spürbaren Sinne. Eine Schande für eine sozialdemokratisch regierte Stadt, die zudem so reich ist.
    Solidarische Grüße
    P. Villa

  2. Autor Friedrich Bolz
    am 29. Mai 2012
    2.

    Auch ich möchte mich anschließen. Die Situation in Haidhausen, konkret bei der Bazeille-Schule, ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Hier gab es eine gegenüber den Vorjahren stark erhöhte Zahl von Anmeldungen, dem nur 2 freie Plätze (!) in der Mittagsbetreuung gegenüber stehen. Auch der Hort ist völlig überlastet. Die Situation wird zusätzlich angeheizt durch den Umbau, der dieses Jahr begonnen wird und bei dem weite Teile des Schulgebäudes weder vom Hort noch von der Mittagsbetreuung genutzt werden können.
    Bitte handeln Sie!
    Wir, das sind etwa 30 Eltern, brauchen dringend Hilfe, wenn wir nicht unseren Beruf aufgeben sollen.

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