Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Alfred Mayer am 19. März 2010
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Mobilität und Verkehr

Hören Sie eigentlich hin, Herr Ude ?

Sehr geehrter Herr Ude
Die Frage ist nicht als Vorwurf gemeint, weil Sie bei der Fülle an Sie herangetragener Fragen unmöglich immer und überall hinhören können und weil dieses Forum von Ihrem guten Willen lebt, sich überhaupt öffentlich von jedermann befragen zu lassen. Nicht jeder hohe Politiker mutet sich das zu.

Zum Beispiel bei dem Problem "2. Stammstrecke", einem Milliardenprojekt, das verkehrspolitisch Weichen für die nächsten hundert Jahre und viel länger stellt, wünscht man sich aber eine feinziselierte Untersuchung und nicht nur letztlich den Hinweis, daß Bundesmittel nur noch heuer fließen. Ich hielte für fatal, wenn ausschlaggebend deshalb nicht ausreichend nachgedacht werden würde. Nicht in Anspruch genommene Bundesmittel sind nicht verloren. Sie kommen anderen und vielleicht nachhaltigeren Projekten zugute.

Die seit heute zur Frage "2. S-Bahn-Tunnel" veröffentlichte Antwort geht fast zu keinem der überaus klugen Argumente des Fragestellers Robert Baer ein.

Stattdessen heben Sie die Bedeutung des "Flughafen-Express" hervor. Ganz so als ob die Zeit der Billigflüge dank Steuerfreiheit des Treibstoffs ewig währen würde. Aber auch jetzt schon ist nicht einzusehen, warum Flüggästen eine Fahrt von 35 oder 40 Minuten zum Fluighafen nicht zugemutet werden kann und und immer noch Wünsche offen sind, wenn sogar zwei S-Bahnlinien zum Flughafen führen. Der Flugverkehr hat ein miserables Schaden/Nutzenverhältnis. Von einer rotgrünen Stadtregierung hätte ich mir eine eher reservierte Haltung zum Flugverkehr erwartet.
Wenn Sie sich auf die Bedeutung des Flughafens für die Wirtschaft berufen, kann ich nur sagen, Sie haben ihn ja und die Wirtschaft hängt bestimmt nicht davon ab, ob man ihn in 40 oder 20 Minuten erreicht.
Und warum braucht München überhaupt weiterer Wirtschaftsförderung ? Sind 200.000 Fernpendler nicht genug, auch für die armen Menschen, die ihre ferne Heimat verlassen müssen, weil es nur in der Region München Arbeit für sie gibt. Den in München lebenden Langzeitarbeitslosen bringt ein weiterer Bau von Gewebegebieten und Bürohäusern herzlich wenig, weil sich die Unternehmen ihre Mitarbeiter bundes- und weltweit aussuchen können.
Den Beifall der Vermieter und Immobiliengesellschaften haben Sie allerdings. Sie können sich über noch höher steigende Mieten freuen. Die Beherrschbarkeit der Feinstaubbelastung scheint diese Interessentengruppe wenig zu interessieren.

Ein Kosten/Nutzenverhältnis von 1,15 für die 2. Stammstrecke st lächerlich gering uind beruht auf Schätzungen. Wie leicht kann sich dieser Wert am Ende mit 1.00 oder noch geringer herausstellen !

Die Südstrecke ist weitgehend vorhanden. Der Grad des Ausbaus kann so austariert werden, daß zusammen mit einer Verlängerung der U5 bis Pasing ein vollwertiger Ersatzverkehr im Falle eines Ausfalls der Stammstrecke möglich wäre.
Daneben halte ich für sehr wahrscheinlich, daß die von Robert Baer vorgebrachten zusätzlichen Vorteile für Bewohner des Osten und Westen, die nicht zur City wollen, berücksichtigt worden sind.

Meine Frage ist also, ob Sie die schmalspaltige 24-zeilige Antwort für Robert Baer bei nochmaliger Betrachtung der sehr plausiblen Vorschläge und Überlegungen und überhaupt der Dimenstion der Fragestellung für angemessen halten oder ob es bei der an vielgehörte Textbausteine erinnernden Antwort bleiben darf.

Mit freundlichen Grüßen
Alfred Mayer

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