Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Doris Marklseder am 29. Oktober 2010
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Planen und Bauen

Hochspannungsleitung Germering versus Lerchen

Sehr geehrter Herr Ude,

ich vertrete eine Reihenhaussiedlung in Germering (in der ich selbst wohne), die sich unmittelbar an der durch Germering laufenden Hochspannungsleitung befindet.

Hinsichtlich dieser Hochspannungsleitung gibt es aufgrund einer geplanten Renovierung seit nunmehr rund drei Jahren die Bestrebung, diese aus dem Stadtbild von Germering zu entfernen. Hierfür gab es seither entsprechende Planungsverfahren für eine Alternativtrasse südlich von Germering, wovon auch Münchner Stadtgebiet betroffen ist.

Vor über einem Jahr gab es an die Bürger die erfreuliche Mitteilung, daß man sich auf eine Alternativtrasse geeinigt hat, mit dem Bau voraussichtlich im Jahr 2011 begonnen wird , dessen Finanzierung auch gesichert ist und somit mit einer Verlegung der Hochspannungsleitung ca. 2012 gerechnet werden kann.

Letzte Woche mußten wir jedoch erfahren, daß die Stadt München mit dieser neuen Trasse nun doch nicht einverstanden sei, da in deren Verlauf auf Münchner Stadtgebiet Lerchen (Vögel, nicht Bäume) angesiedelt werden sollen. Wohlgemerkt: Die Vögel sollen erst angesiedelt werden, sie wohnen dort noch nicht.

Dies sorgt nun für Unruhe bis zu Unverständnis unter den Bürgern.

Es gibt aus Germeringer Sicht bereits einen Vorschlag zu einer weiteren Alternativtrasse, zu der noch das Einverständnis der Stadt München aussteht.

Herr Oberbürgermeister, ich bitte Sie im Namen aller betroffenen Bürger der Stadt Germering höflich um Ihre Mitwirkung, damit die Verlegung der Hochspannungsleitung aus dem Stadtgebiet Germering nicht scheitert.

Sollte die Betreiberin der Hochspannungsleitung gemäß deren Vorgaben die beabsichtigte Renovierung durchführen (was sie in Kürze tun muß), so wird über die nächste Generation hinaus die Chance vertan sein, die Hochspannungsleitung zu verlegen.

Dies sollte man im Hinblick auf die Wohnqualität der Germeringer Bürger berücksichtigen, so wie auch an das Wohlbefinden der Lerchen gedacht wird.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Doris Marklseder
GWG Eigenheimer Germering e.V.

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Antwort
von Christian Ude am 20. Januar 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Marklseder,

zu der von Ihnen gestellten Frage liegt mir ein aktueller Bericht des Referats für Stadtplanung und Bauordnung vor. Ich kann Ihnen folgenden Sachstand erläutern:

Die Landeshauptstadt München hatte bereits mit Schreiben vom 15.11.2007 an den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Germering, Herrn Dr. Peter Braun, darauf hingewiesen, dass von den in Betracht gezogenen Trassen für die Verlegung der Bahnstromleitung die Trasse entlang der Autobahn A 96 / A 99 von der Landeshauptstadt München als die ungünstigste Trasse beurteilt wird.

Aufgrund einer Besprechung im Rathaus der Stadt Germering am 26.07.2010 wurde seitens der Landeshauptstadt München aus artenschutzrechtlichen Gründen und aus landschaftsplanerischer Sicht ein alternativer Trassenverlauf befürwortet. Die Landeshauptstadt München hat daher mit Schreiben vom 30.11.2010 an Herrn Oberbürgermeister Haas die gefundene „blaue Trasse“ und die Inanspruchnahme städtischer Grundstücke grundsätzlich akzeptiert.

Zusätzlich hat sich die Landeshauptstadt München mit Schreiben vom 09.12.2010 bereit erklärt, auch die ursprünglich ins Verfahren gegebene „rote Trasse“ entlang der A 96 / A 99 zu akzeptieren und die hierfür benötigten städtischen Grundstücke zur Verfügung zu stellen, falls es der Stadt Germering nicht gelingen sollte, die notwendige Zustimmung privater Grundstückseigentümer zur Leitungsverlegung gemäß der „blauen Trasse“ zu erhalten. Mittlerweile hat die Stadt Germering mitgeteilt, dass die betreffenden Grundeigentümer diese Zustimmung versagt haben.

Somit wird nunmehr seitens der Stadt Germering und des Eisenbahn-Bundesamtes die „rote Trasse“ entlang der Autobahn A 96 / A 99 weiterverfolgt. Allerdings ist auch diese Trasse noch hinsichtlich ihres Abstands zur Autobahn und der genauen Maststandorte zu optimieren. Erforderliche Ausgleichsflächen müssen im Zuge des weiteren Verfahrens gefunden werden.

Die Landeshauptstadt München hat also keineswegs Widerstand gegen eine Verlagerung der Hochspannungsfreileitung aus den Wohngebieten Germerings geleistet, sondern im Gegenteil dazu beigetragen, eine rasche Verlegung zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen