Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Gerdi Kettner am 04. November 2013
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Mobilität und Verkehr

Hbf. und Stachus S-Bahn

Sehr geehrter Herr Ude,

meine Fragen zur momentanen energetischen Sanierung o.g. S-Bahn-Gleise hat mit Sicherheit nichts mit den immens vielen Fahrgäste zu tun.

Eine zweite Stammstrecke scheiterte ja bei den Kosten. Die Sicherheit und das körperliche Befunden der S-Bahn-Fahrgäste spielen keine Rolle, nehme ich an. Die Flyer, die die DB deshalb verteilt hat, waren sinnlose Geldverschwendung.

Für das hohe Aufkommen von S-Bahn-Fahrgästen waren die Sitzplätze und Standflächen für Menschen bei den Gleisen nie ausreichend. Nun wird zusätzliche Platz zum sicheren Warten weggebaut. Aufzugsschächte, Personalkabinen, Feuerwehrstele, Werbetafeln, Treppenanlagen mit Glaskonstruktionen usw., alles wird den Wartenden weggebaut. Sicher kann man nur noch an 3 Stellen auf die S-Bahn warten, im vorderen, mittleren und hinteren Bereich. Will man die weniger frequentierten S-Bahn-Türen ansteuern, muss man vor der Markierungslinie, also vor dem Sicherheitsstreifen gehen, immer mit dem Blick ob eine S-Bahn gerade einfährt oder nicht.

Ich stelle mir nun diese Warteplätze vor zur Advents-/Weihnachtszeit, bei Fußball- oder Konzertveranstaltungen, eben wo viele Menschen viele Tüten, dicke Mäntel usw. mit sich führen. Die Rucksäcke und Trollys, die im Laufe der Jahre überhand genommen haben, viele Menschen diese räumlich gar nicht zur eigenen Person rechnen, tun das übrige.

Das Warten, Gehen und Umsteigen bei den Bahngleisen ist fast nicht mehr zumutbar. Seit geraumer Zeit erlebe ich dort: rennen, niedertrampeln, über die Beine mit den Trollys fahren, mit dem Rucksack wegrempeln, ganz abgesehen von Ellenbogen etc.

Plätz für überdimensionierte Werbung an und zu den Bahngleisen gibt es auch genug, warum nicht Sitz- und Warteplätze für Menschen? Warum gibt es keine separaten Wartehallen, wenn die S-Bahn - wie nicht gerade selten und wegen der fehlenden 2.ten Stammstrecke - Technik-/Weichen-/Stellwerkprobleme etc. hat oder Notarzt-/Polizeieinsätze den S-Bahnverkehr lahmlegen? All diese Menschen stehen zusammengepfercht auf inzwischen viel zu unterdimensionierten Bahnsteigen und ohnehin schon vorhandene Rücksichtlosigkeit und Aggressionen steigen.

Es gibt um und an den Treppenanlagen, vor den Personal- und Aufzugskabinen dermaßen wenig Platz zum Warten. Ich befürchte, ein Mensch will nur mal schnell vor dem Markierungsstreifen den Standort wechseln und ein anderer paßt gerade nicht auf, weil er Ohrstöpsel drin hat und Musik laut hört, mit dem Handy telefoniert (lautstark meistens) mit den Gedanken ganz woanders ist, dass Menschen auf die Gleiskörper stoßen werden, weil stoßen, rempeln usw. ohnehin zur Tagesordnung gehören.

Die Gedanken bei der Sanierung dieser Bahnhöfe kann doch nur dem Kommerz gegolten haben, aber nicht den S-Bahn-Fahrgästen und deren Sicherheit, sonst würde man die Wartezonen erweitern und nicht verringern.

Setzen Sie sich bitte dafür ein, auch wenn Ihre Amtszeit bald zu Ende geht, dass Menschen den selben Stellenwert bei der S-Bahn München erhalten wie Werbung, Kommerz und Deutsche Bahn.

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