Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor Eduard Wagner am 16. September 2013
7681 Leser · 89 Stimmen (-5 / +84) · 3 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Hauptbahnhof

Sehr geehrter Herr OB Ude ,
was mir immmer wieder auffält wenn ich am Hauptbahnhof umsteige das sich dort Leute versammeln die offentsichtlich Drogen und Alkohol in unkontrolierten Mengen konsumieren. Es versammeln sich dort Leute die völlig außer Kontrolle auf dem Bahnsteig der Tram liegen oder Fahrgäste anbetteln ,dort bewegen sich Gestalten unmöglich. Ich denke mir wenn die Touristen vom Bahnhof rauskommen sehen Sie dieses Asoziale Bild ,das ist doch kein schöner Anblick und tut der Stadt "Weltstsadt mit Herz" bestimmt nicht gut. Wieso macht die Polizei nichts und gibt Platzverbot .Kann den die Stadt da nicht einschreiten ?? Danke für Ihre Antwort
Mit freundlichen Gruss
Eduard Wagner

+79

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 12. Dezember 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Wagner,

Ihren Unmut über Missstände im Bereich des Hauptbahnhofes kann ich gut verstehen. Das Kreisverwaltungsreferat unternimmt bereits seit geraumer Zeit, zusammen mit der Polizei, den beteiligten städtischen Fachreferaten und sozialen Einrichtungen, große Anstrengungen, um hier durch gezielte Maßnahmen entgegenzuwirken.

Der Hauptbahnhof und umliegende Bereiche werden regelmäßig durch die Polizei bestreift. Die Polizei bekämpft alkoholbedingte Sicherheitsstörungen insbesondere durch Sicherstellung von Alkoholika vor Ort und Platz- verweisungen. Voraussetzung ist jedoch eine konkret festzustellende Sicherheitsstörung, allein der Umstand, dass Alkohol konsumiert wird, reicht nicht aus. Der Alkoholkonsum auf öffentlichem Grund ist per se nicht verboten und unterliegt noch dem Gemeingebrauch von öffentlichen Plätzen, Straßen und Wegen. Im Rahmen der polizeilichen Kontrollen werden darüber hinaus Straftaten und Ord­nungswidrigkeiten aufgedeckt und angezeigt.

Das Kreisverwaltungsreferat unterstützt die Maßnahmen der Polizei durch individuelle Aufenthaltsverbote. Das heißt, hier erlässt das Kreisverwaltungs- referat bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie bei nach- gewiesener schwerer Körperverletzung oder bei wiederholten Körperver- letzungsdelikten gegen Betroffene sicherheitsrechtliche Aufenthaltsverbote für die Dauer von 6 bis 12 Monaten, deren Einhaltung durch die Polizei kontrolliert wird. Darüber hinaus können gegen Personen, die durch störendes und belästigendes Verhalten auffallen, z.B. bedingt durch übermäßigen Alkohol- konsum, polizeiliche Platzverweise, Bußgelder und gegen besonders notorische Alkoholstörer sechsmonatige zwangsgeldbewehrte Aufenthalts- verbote ausgesprochen werden. Im Bereich des Hauptbahnhofes wurden im Jahr 2013 bereits einige Aufenthaltsverbote verhängt.


Ergänzt werden diese polizeilichen und sicherheitsrechtlichen Maßnahmen durch konkrete Hilfsangebote. Das Referat für Gesundheit und Umwelt unterstützt die Sicherheitsbehörden hier aktiv mit Streetworkern, die am Hauptbahnhof regelmäßig vor Ort sind. Ihre Aufgaben sind die Kontakt- aufnahme zu Alkohol- und Drogenabhängigen, Hilfeleistung bei akuten Problemlagen und die Vermittlung an entsprechende Fachdienste wie Beratungsstellen, Kontaktläden und Entwöhnungseinrichtungen.


Zudem bietet das Sozialreferat wohnungslosen Menschen in Zusammenarbeit mit den freien Wohlfahrtsverbänden ein breites Hilfsangebot an, das von aufsuchender Beratung der Woh­nungslosen auf der Straße sowie an bekannten Plätzen über Angebote zum Tagesaufenthalt bis hin zur Unterbringung in Wohnheimen reicht.


Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Bündel aus polizeilichen, sicherheitsrechtlichen und unterstützenden Maßnahmen zumindest mittelfristig eine Verbesserung der Situation am Hauptbahnhof herbeiführen wird.


Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Peter Illig
    am 01. Oktober 2013
    1.

    Ja das stimmt leider. Mir ist es auch immer ganz unangenehm, dort umsteigen zu müssen. Besonders an den Zugängen zur U-Bahn sammeln sich diese Leute.

  2. Autor Monika Häusler
    am 04. November 2013
    2.

    Zuständig: Deutsche Bahn und Polizei http://adresse.dastelefonbuch.de/Muenchen/Bundespolizei-B...

    Die Stadt München hat da kein Hausrecht und kann allenfalls DB und Polizei auf diese Situation aufmerksam machen. Wobei die das eh schon wissen... Eventuell hat die Polizei zu wenig Leute, weil ja an Beamtenstellen gespart wird und die Polizeibeamten eh schon genug überlastet sind?

    PS: Zur Wiesn-Zeit liegen im Hauptbahnhof ziemlich viele bierselige Touristen rum.

  3. Autor Martin Krafft
    am 14. November 2013
    3.

    Liebe Frau Häusler,

    Für etwas wie die bescheuerte Münchner Sicherheitskonferenz (Kriegskonferenz) stellt der Staat bei weitem ausreichendes Polizeiaufkommen zur Verfügung. Er kann also, wenn er will. Nur will er vermutlich nicht.

  4. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.