Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor M. Arnzen am 21. Juni 2010
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Mobilität und Verkehr

Handy-Parken / Handy-Ticket

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

warum ist für die Parkraumbewirtschaftung der Stadt München, das Handy-Parken noch nicht verfügbar?

Warum gibt es noch keine Handy-Tickets beim MVV?

Gibt es hierzu Bestrebungen oder grundsätzliche Vorbehalte für die Einführung dieser Technik seitens der Stadt München?

Mit freundlichen Grüßen

M. Arnzen

+79

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Antwort
von Christian Ude am 31. August 2010
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Arnzen,

es gibt in München durchaus Überlegungen, sowohl das Handy-Parken wie auch das Handy-Ticket einzuführen. Im Einzelnen kann ich Ihnen dazu Folgendes mitteilen:

Das städtische Baureferat, das aktuell rund 4.200 Parkscheinautomaten in 60 Parklizenzgebieten betreut, befasst sich bereits seit längerem intensiv mit der Thematik des Handy-Parkens. Es hat dem Stadtrat im Mai letzten Jahres dargestellt, dass es das mobile Parken (Handy-Parken) durchaus als eine alternative Zahlungsmöglichkeit sowie als eine Ergänzung zu den in München vorhandenen bargeldlosen Systemen wie Geldkarte und ParkCard ansieht. Der Stadtrat hat daraufhin das Baureferat damit beauftragt, die Entwicklung des „mobile parking“ in anderen Städten zu beobachten.

Eine aktuelle Befragung des Baureferates unter zehn deutschen Großstädten hat nun ergeben, dass sechs Städte Handyparken eingeführt haben bzw. Nürnberg die Einführung beabsichtigt. Zuvor noch offene technische Probleme und ungeklärte Fragen können zwischenzeitlich als weitgehend gelöst angesehen werden. Die Erfahrungen der Städte sind durchweg positiv. Allerdings ist die Nutzerquote in allen Städten sehr gering und liegt im Durchschnitt bei zwei Prozent.

Das Thema Handyparken wird nun noch im November auf der nächsten Tagung der süddeutschen Tiefbauämter in Frankfurt behandelt, um weitere Fragen zu klären. Danach wird das Baureferat zusammen mit dem Kreisverwaltungsreferat die Kosten für eine Realisierung des Handyparkens in München ermitteln und dies dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen.

Zum so genannten Handy-Ticket, also zur Buchung von einzelnen Fahrscheinen auf das Handy, das dann gleichzeitig als Fahrschein dient, haben diverse Verkehrsunternehmen in 13 deutschen Nahverkehrsregionen in den letzten Jahren einen Testbetrieb durchgeführt, den sie nun - nach erheblichen Änderungen - in einen Regelbetrieb überführen.

Die MVV GmbH befürwortet eine Einführung nun auch in der Region München; zuständig sind allerdings die Verkehrsunternehmen im MVV, die ja auch die Finanzierung tragen und den Kontrolldienst verantworten. Wie mir die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hierzu mitteilt, steht auch sie dem Vertriebsweg Handy-Ticket grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings ist Voraussetzung für seine Einführung, dass eine Variante möglich wird, die die Vertriebskosten nicht erhöht; diese müssen nämlich vom Fahrgast über seine Fahrpreise mitbezahlt werden. Ferner setzt das Handy-Ticket eine entsprechende Kontrolltechnik für das Kontrollpersonal voraus. An einem entsprechenden Projekt arbeitet die MVG aktuell. Fazit: Die Verkehrsunternehmen sind am Ball, es gibt keine grundsätzlichen Vorbehalte, Mehrkosten für Fahrgäste sollen aber vermieden werden.

Was im Übrigen den Ticket-Vertrieb über eine unmittelbare Buchung und Bearbeitung im Internet, z. B. für Abos, betrifft, sind entsprechende Vorbereitungen der MVG bereits kurz vor dem Abschluss.

Mit freundlichen Grüßen